Fußball 28.02.2025

Verbandsliga – Russisch Roulette zum Start: Derby Flieden gegen Soden

Flieden/Bad Soden (pf) – Es geht wieder los: Die Verbandsliga Nord meldet sich mit einem Schmankerl für die Fußballfans aus der Winterpause zurück. Die SG Bad Soden startet mit Aufstiegsambitionen in die Restrunde und hat am Freitagabend um 19 Uhr das Derby am Kunstrasen beim SV Flieden vor sich. Im Königreich war ein Abstieg jahrelang undenkbar, nun muss die Buchonia aber schnell Punkte sammeln, um sich unten rauskämpfen zu können.

Foto: Christine Görlich

„Für beide geht es um einiges“, beginnt Bad Sodens Trainer Lars Schmidt seinen Blick voraus auf das Duell. Die Tabelle lügt nicht: Flieden holte nur 22 Punkte in der Hinrunde, die Sprudelkicker kamen auf 44 Zähler. Das doppelte Pfund. In der Statistik wissen also beide, wo sie stehen. Auf dem Platz noch nicht so genau: „Es war nicht unbedingt die beste Vorbereitung“, spricht Schmidt für sein Team, und bezieht ergebnistechnisch aus der Ferne die Buchonia mit ein.

Auf der anderen Seite spielt Fliedens Trainer Christian Kreß „Russisch Roulette“, wie er das Personalpuzzle beschreibt: „Auch uns hat die Grippewelle nicht verschont. Wir müssen überhaupt schauen, wer kann und wer bis Freitag wie fit ist“. Mit den Trainingseinheiten war der Coach grundsätzlich zufrieden, „der eine oder andere hat mal ein paar verpasst, aber alle haben gut mitgezogen“. Einzig Andre Vogt ist noch ein kleines Sorgenkind: Er ist erst seit 14 Tagen nach Knieproblemen im Winter voll dabei und noch fraglich.

Vorfreude auf das Spiel herrscht derweil auf beiden Seiten: „Das sind immer interessante Spiele. Komischerweise fahre ich gerne nach Flieden, obwohl das für andere Auswärtsmannschaften dort nicht immer einfach ist“, schmunzelt Schmidt – der letzte Punktspiel-Sieg von Flieden gegen die Sprudelkicker liegt mittlerweile auch achteinhalb Jahre zurück.

Dass die Gäste ganz oben angreifen wollen, ist kein Geheimnis. Doch Schmidt nimmt etwas Dampf raus, betont, „dass wir natürlich den Druck aufrechterhalten wollen. Aber es wird ja nicht so sein, dass jemand alle Spiele gewinnt. Wir wollen gut starten, klar, aber man muss das mit Bedacht sehen – das ist nicht das alles entscheidende Spiel“. Bei den Sprudelkickern gab es im Winter ebenfalls den einen oder anderen Ausfall. Diejenigen, die fast immer da waren, nämlich Anto Vinojcic und Nico Damm, erwischte es schließlich beim letzten Test krankheits- beziehungsweise verletzungsbedingt. Auch Mirza Kovac ist mit einer Oberschenkelzerrung fraglich, Alexander Okyere ebenso. Christoph Neiter fehlt ohnehin. Doch der Trainer betont: „Den einen oder anderen müssen wir noch ranführen, die Jungs sind aber gut für Akzente in kürzeren Einsatzzeiten“. Auch emotional werde seine Mannschaft gefordert sein bei der Buchonia, schließt Schmidt: „Nur mit Leichtfertigkeit und Doppelpässen geht das nicht. Wir müssen uns schon darauf einlassen, ohne die Nerven zu verlieren, und der Sache entgegenfiebern“.

Ähnlichen Einsatz fordert auch Fliedens Coach Christian Kreß von seiner Truppe: „Es ist das erste Spiel im neuen Jahr, Freitagabend, ein Derby. Das ist schon etwas Besonderes. Hoffentlich passen das Wetter und die Kulisse. Wir wissen, dass es ein Brett wird, weil Soden mit CSC das Maß aller Dinge ist, aber werden robust dagegenhalten und wollen sie permanent aus dem Rhythmus bringen und das schnelle Angriffsspiel unterbinden“, so Kreß, der sich wünscht, „dass meine Jungs sich mit einem guten Spiel belohnen“.

Für die Buchonia wird es jedenfalls eine knackige Restrunde: Laut Absteiger-Regelung drohen in der Verbandsliga Nord bis zu fünf Direktabsteiger, dem Sechstletzten droht die Relegation. Dort sind aktuell vier Teams punktgleich, neben Eichenzell, Neuhof und Sandershausen ist Flieden mittendrin.