Eine Vielzahl an Wortbeiträgen im Wechsel mit Garde- und Showtänzen (RCV-„Teufelchen“, „Rote Fünkchen“, RCV-„Dance Attack“, Prinzen- und Präsidentengarde, Prinzessinnenmariechen Charlotte, die RCV-„Trinkerbellas“ sowie die Elferratstanzgruppe „Sektbarverbot“) brachten den Saal immer wieder zum Kochen. Vor dem „offiziellen Programmstart“ öffnete sich unverhofft der Vorhang und die RCV-Präsidenten saßen noch gemütlich und etwas unstrukturiert bei Kaltgetränken zusammen. Sie berieten über die Herausforderung, ein hochwertiges Sitzungsprogramm zusammen zu bekommen. Mit einem kleinen Liedchen stimmten die Präsidenten sich und den Saal auf den Abend ein. Alle Närrinnen und Narren schmetterten inbrünstig mit („so schön wie in Rückers, kann´s nirgendwo sein“), bevor der Hofstaat Einzug hielt.
Den Auftakt der Wortbeiträge machte Nathalie Frick, die ihren Ehemann und einer der RCV-Präsidenten, Steffen Frick, anlässlich dessen runden Geburtstags auf der Bühne überraschte. In amüsanter Weise berichtete Nathalie über das Älter werden und darüber, dass der Zahn der Zeit selbst schon an Vierzigjährigen nage. Altmeister Stefan Räsch brachte anschließend mit seiner seit Jahrzehnten bekannten, „breiten Mundart“ das närrische Auditorium zum Lachen, bevor der zweite Überraschungsauftritt des Abends – dieses Mal zu Ehren der Prinzessin und Ploatzmoagd des Vorjahres – folgte. Die Rückerser Kirmestanzgruppe befragte „Alexa“ über Hobbies und Vorlieben von Prinzessin Alexandra. „Alexa“ hatte zu jeder Eigenschaft auch noch einen passenden Liedvorschlag parat, der dann zugleich tänzerisch umgesetzt wurde.
Anschließend wurde das Publikum in das Reich der Märchen entführt, zunächst durch Erzählungen des cholerischen Märchenonkels Jochen Seng und direkt überleitend durch den Vortrag des weiblichen Elferrats (teuflische Elf). Die „T11“ zeigten in witzigen Dialogen gepaart mit einer Tanzeinlage, dass Märchen wie „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ immer noch aktuell sind – erst recht, wenn der Text auf die heutige Jugendsprache übertragen wird. Nicola Karnej-Latzko, fester und langjähriger Bestandteil der Röcker Fremdensitzung, begeisterte das Publikum mit ihrem Wortbeitrag bzw. beim Versuch, auf einer Schönheitsfarm nochmal optisch das Beste aus sich herauszuholen und die Wechseljahre einfach zu ignorieren. Auch Jürgen Möller ist als altgedienter Karnevalist nicht von der Bühne wegzudenken – er beleuchte das „Älterwerden“ aus männlicher Perspektive. Die Lachmuskeln des Publikums wurden dabei heftig strapaziert.
Im elften Jahr gaben sich Erna (Katharina Wolf) und Ludwig (Michael Förster) mit einem erneut grandiosen Auftritt die Ehre. Das alte Pärchen marschierte mit traditionellem Narrhallamarsch und festem Glauben auf die Bühne, dass man das diesjährige Prinzenpaar sei. Die Enttäuschung war dementsprechend groß, als beide sahen, dass der Platz schon besetzt war. Wie gewohnt kabbelten sich beide unnachahmlich und endeten mit einer besonderen Liveversion in Erinnerung an Elvis Presleys berühmten Song „In the ‚Netto‘“ – gleichzeitig Lieblingstreffpunkt von Erna und Ludwig. Die RCV-Prinzengarde, die Trinkerbellas und das Eintracht Frankfurt Fanclub – Männerballett unter dem diesjährigen Motto „Bella Italia“ rundeten das abwechslungsreiche Sitzungsprogramm 2025 ab. Anschließend begleiteten die „Feten-Buben“ und Sarah die Narrenschar stimmungsvoll und mit breitem Musikspektrum in die Nacht hinein.
