Lokales FD 27.02.2025

Stimmen zum Tod von Wolfgang Hamberger – Vielfältig gewirkt

Fulda (pm/gü) – Der ehemalige Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger ist am Dienstag im Alter von 94 Jahren verstorben. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein, CDU-Bundestagsabgeordneter Michael Brand, Landrat Bernd Woide, das DRK Fulda und Bischof Dr. Michael Gerber blicken auf das vielfältige Wirken Hambergers und sprechen der Familie ihr Mitgefühl aus (update 11.40 Uhr).

Dr. Wolfgang Hamberger (links) und Michael Brand. Foto: Walter Rammler.

Bischof Dr. Michael Gerber. Foto: Bistum Fulda / Salih Usta

 

Statement von  Hessens Ministerpräsident Boris Rhein:

 

Ministerpräsident Boris Rhein hat betroffen auf den Tod von Dr. Wolfgang Hamberger reagiert. „Mit Wolfgang Hamberger verliert Hessen eine herausragende Persönlichkeit, die Fulda über drei Jahrzehnte nachhaltig geprägt hat. Er war ein vorausschauender Stadtgestalter, ein Brückenbauer und ein unermüdlicher Förderer der Kultur und Geschichte seiner Heimat. Als Oberbürgermeister hat er sich mit Leidenschaft für das Wohl seiner Wahlheimat und der gesamten Region eingesetzt. Seiner Familie und den Angehörigen spreche ich mein aufrichtiges Mitgefühl aus. Ich wünsche ihnen viel Kraft in dieser schweren Zeit“, sagte Rhein am Mittwoch in Wiesbaden. Dr. Wolfgang Hamberger, der in Bensheim geboren wurde, war von 1970 bis 1998 Oberbürgermeister von Fulda. Für seine Verdienste wurde er vielfach geehrt, unter anderem mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Fulda und dem Hessischen Verdienstorden.

 

 

 

Statement von Bundestagsabgeordnetem Michael Brand:
„Der Tod von Dr. Hamberger hat mich sehr getroffen. Über viele Jahre hinweg war er für mich ein außerordentlich wichtiger Ratgeber und Gesprächspartner. Mit seinem enormen Wissen, seiner Übersicht, ja auch Weisheit und mit seiner großen Empathie für die Menschen war er ein großes Vorbild. Hinzu kam sein tiefes Verständnis für große Entwicklungslinien unseres Landes. Mit diesen Eigenschaften war er während seiner Amtszeit und auch danach eine enorme Bereicherung, ja ein wirklicher Glücksfall für unsere Stadt und weit darüber hinaus. Er hatte Fulda im Herzen und den Blick weit über den Tellerrand hinaus.

Das sichtbare Zeichen über Jahrzehnte auf dem Schlossturm, die Europa-Flagge, seine Geste der Aussöhnung durch Einladung von ins Exil geflohenen jüdischen Fuldaern oder der Einsatz für einen ICE-Halt mitten in Fulda werden mit seinem Namen verbunden bleiben. Ich bin froh, dass ich vor wenigen Wochen bei einem Besuch noch mit ihm habe sprechen konnte. Sein Rat, seine Neugierde bis ins hohe Alter, seine verbindende Art werden sicherlich nicht nur mir fehlen. Seiner Familie, allen voran den Kindern und Enkeln, gilt mein tief empfundenes Mitgefühl und Beileid. Man kann dem lieben Gott nur dankbar sein, dass er Fulda einen Menschen und Politiker Wolfgang Hamberger geschenkt hat."


Statement von Landrat Bernd Woide:
„Der Name Wolfgang Hamberger wird untrennbar mit Fulda und der Region verbunden bleiben. In beeindruckenden 28 Jahren als Oberbürgermeister hat er es sich zur Lebensaufgabe gemacht, seine Wahlheimat lebenswert zu gestalten. Geprägt vom Grauen der NS-Zeit, stand Dr. Wolfgang Hamberger als Kommunalpolitiker und als Mensch stets nachdrücklich für das ein, was erst wieder neu in den Fokus gerückt werden musste: Versöhnung, Verständigung, Verantwortung, Gemeinwohl und Zusammenhalt. Seine christlich-demokratischen Werte und seine Voraussicht haben das gesellschaftliche Miteinander in der Stadt und im Landkreis Fulda nachhaltig geprägt. Hierfür gebührt ihm unser großer Dank. Meine Gedanken sind bei seiner Familie.“


Statement von Christoph Schwab, Vorstandsvorsitzender des DRK Kreisverband Fulda:
„In stiller Trauer nehmen wir Abschied von unserem Ehrenvorsitzenden, Herrn Dr. Wolfgang Hamberger, der von 1973 bis 1992 als Vorsitzender des DRK Kreisverbandes Fulda e.V. aktiv tätig war und in seiner Zeit die Entwicklung unseres Verbandes maßgeblich mitgestaltet hat. Dr. Wolfgang Hamberger war eine herausragende Persönlichkeit, die durch ihren unermüdlichen Einsatz und ihr großes Engagement viele positive Veränderungen und Fortschritte in unserem Kreisverband bewirkt hat. Unter seiner Führung wurden der Grundstein für eine zukunftsfähige Entwicklung unseres Rettungsdienstes und unseres Ehrenamtes gelegt, das bis heute Bestand hat und vielen Menschen in unserer Region zugutegekommen ist. Seine Leidenschaft für das Rote Kreuz und seine tief verwurzelte Hilfsbereitschaft haben ihn zu einem Vorbild für uns alle gemacht. Wir haben ihm viel zu verdanken und werden ihn stets in dankbarer Erinnerung behalten. In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei seinen Töchtern und Familie sowie seinen Angehörigen. Mögen sie Trost und Kraft finden in der Erinnerung an einen großartigen Menschen, der unser Leben bereichert hat.“


Mitteilung des Bistums Fulda:
Mit großer Dankbarkeit und Anerkennung hat der Bischof von Fulda, Dr. Michael Gerber, das Lebenswerk des verstorbenen ehemaligen Fuldaer Oberbürgermeisters Dr. Wolfgang Hamberger gewürdigt. In einem Kondolenzschreiben spricht der Bischof seiner Familie sein tiefes Mitgefühl aus und betont die enge und vertrauensvolle Verbindung zwischen Stadt und Kirche, für die sich Hamberger zeitlebens eingesetzt habe. „Ihm war eine gute Beziehung von Stadt und Kirche stets sehr wichtig“, betont Bischof Gerber in seinem Kondolenzschreiben. Hamberger habe sich durch sein Wirken – sowohl während seiner langen Amtszeit als Oberbürgermeister als auch darüber hinaus – in besonderer Weise für das Gemeinwohl engagiert. Besonders hebt der Bischof Hambergers Beitrag zur Einheit Deutschlands hervor. Als sich 1989 die Mauer öffnete, erlebten viele Menschen aus dem Osten Fulda als eine gastfreundliche Stadt – eine Entwicklung, die Hamberger maßgeblich mitgestaltete.

Ein weiteres herausragendes Ereignis seiner Amtszeit war der Besuch von Papst Johannes Paul II. in Fulda, bei dem Hamberger gemeinsam mit dem damaligen Bischof Dr. Eduard Schick als Gastgeber fungierte. „Dieses Ereignis hat sich tief in die Geschichte und das Bewusstsein unserer Stadt eingeprägt“, schreibt Gerber. Neben seinem politischen Engagement hinterlässt Hamberger auch ein geistiges Vermächtnis. Sein Buch „Die Wurzeln Europas entdecken …“ über den Bonifatiusweg verdeutlicht seinen Blick auf Geschichte und Zusammenhalt. Gerade in einer Zeit der gesellschaftlichen Polarisierung sei dieses Anliegen von besonderer Aktualität, so der Bischof. Der Verstorbene habe über Fuldas Geschichte reflektiert, geschrieben und damit selbst Zeitgeschichte wesentlich geprägt.

Generalvikar Prälat Christof Steinert hebt in einer Stellungnahme Hambergers Engagement in der katholischen Kirche hervor – von der Jugendarbeit bis hin zu seinem vertrauensvollen Wirken als Mitglied des Katholikenrates des Bistums Fulda. Stets sei Hamberger für die Anliegen der Kirche gesprächsbereit und offen gewesen. Steinert habe ihn als einen tiefgläubigen, immer mit dem Evangelium verbundenen Menschen kennengelernt. Heute für Wolfgang Hamberger zu beten und für sein vielfältiges Wirken zu danken, sei Steinert ein besonderes und wichtiges Anliegen.