„Hauptsächlich per Flugzeug aus Übersee. Dort gedeihen die Rosen in spezialisierten Gärtnereien, die klimatisch so günstig liegen, dass dort keine Heizenergie für die Produktion notwendig ist. In deutschen Gärtnereien müssten die Rosen frühzeitig in Gewächshäusern bei circa 17 Grad einige Wochen unter hohem Energieaufwand ‚angetrieben‘ werden. Das rechnet sich bei den hohen Energiekosten nicht und wäre auch nicht besonders nachhaltig“, erklärt Günther Wilde, Gartenbauberater beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen.
Schnittrosen aus heimischen Gewächshäusern gibt es „erst“ ab März oder April; Freilandrosen, zum Beispiel aus der Region Steinfurth im Wetteraukreis, sind ab Juni im Handel erhältlich.
Bunte Frühblüher vertreiben den Winter:
Wer zur Liebesbekundung am 14. Februar nicht unbedingt auf Rosen fixiert ist und besonderen Wert auf Regionalität und Nachhaltigkeit legt, dem steht ein breites Sortiment von Frühjahrsblühern, die in unseren Gärtnereien heranwachsen, zur Auswahl: Primeln, Stiefmütterchen, Gänseblümchen, Vergissmeinnicht, Ranunkeln, Tulpen, Hyazinthen, Traubenhyazinthen, Narzissen, Winterlinge oder Krokusse. „Um pünktlich zum Valentinstag zu erblühen, muss dennoch mit etwas Wärme nachgeholfen werden“, ergänzt Wilde.
Blühende Blumen zum Valentinstag aus hessischer Produktion, die ganz ohne Heizenergie produziert werden, gibt es kaum. Einzig Blütengehölze aus dem Freiland, deren Zweige Ende Januar und Anfang Februar geschnitten werden und anschließend in einem geheizten Raum in Wasser gestellt werden und dann aufblühen, sind in diesem Zeitraum verfügbar. Die Auswahl ist sehr beschränkt auf Forsythie, (Zier)Mandel und Zaubernuss.
Tipp: In warmen Innenräumen verblühen Frühblüher relativ schnell. Wenn die Pflanzen aber bei frostfreiem Wetter draußen auf der Fensterbank aufgestellt werden, blühen sie mehrere Wochen lang – deutlich länger als ein Strauß Rosen.
Zierpflanzenbau in Hessen:
Die Zahl der Zierpflanzengärtnereien in Hessen ist über die Jahre hinweg rückläufig. 2021 gab es in Hessen noch 151 Gärtnereien, die auf einer Gesamtfläche von circa 190 Hektar (davon 17 Hektar heizbare Gewächshäuser) Zierpflanzen produzierten. Hier wurden circa 3,4 Millionen Stiefmütterchen, circa 633.000 Primeln und circa 76.000 Zwiebelblumen in Töpfen angebaut.
