Lokales FD 07.02.2025

Nach Wahlplakat-Vandalismus: Offener Dialog mit den Freien Wählern

Fulda (as) – Über Politikverdrossenheit, Beschädigungen von Wahlplakaten und andere Herausforderungen im Wahlkampf wurde am Donnerstagabend im Gasthof Jägerhaus in Bronnzell diskutiert. Wilhelm Hartmann, Kandidat für die Freien Wähler im Wahlkreis 173 Fulda/Lauterbach, hatte zum offenen Dialog eingeladen. Er sprach über seine Pläne, in Berlin als „Anwalt und Botschafter der Region“ die Interessen der Osthessen zu vertreten.

Wilhelm Hartmann. Foto: Andreas Schellenberg

Die Freien Wähler hatten gleich zu Beginn des Wahlkampfs Schwierigkeiten erlebt, berichtete Hartmann. Unbekannte hatten die Wahlwerbung beschädigt und beschmiert. Diesen wollte er am Donnerstag die Gelegenheit zum Dialog bieten, ebenso wie den Bürgerinnen und Bürgern in der Region. Pascal Möller, Vorsitzender der Freien Wähler im Kreis Fulda, pflichtete Hartmann bei. Der Vandalismus gegen Wahlplakate habe allgemein zugenommen: „Man merkt die Politikverdrossenheit.“ Er erläuterte den Anwesenden, dass jede Kommune zudem eigene Regelungen für die Platzierung, Anzahl und Größe von Wahlplakaten habe. Auch der Zeitpunkt, wann Plakate aufgehängt werden dürfen, sei nicht einheitlich geregelt. Bei Beschädigungen müssten Hartmann und die Freien Wähler selbst für den Ersatz aufkommen, ergänzte Möller. Hartmann sprach sich zu einer einheitlichen Regelung zumindest auf Kreisebene für Wahlplakate aus, um die Anforderungen für Parteien im Wahlkampf zu vereinfachen.

Im Gespräch stellte der Direktkandidat die bundespolitischen Ziele seiner Partei vor. Unter anderem will die Partei den Steuerfreibetrag von bisher 1000 Euro auf 2000 Euro pro Monat erhöhen, um so die Menschen zu entlasten. Mit Blick auf die Landwirtschaft sei ein Programm zur Stärkung geplant, unter anderem die Streichung aller Steuern auf Agrardiesel. Ebenso mache sich Hartmann stark, um das erwartbare „Kliniksterben“ in Deutschland zu verhindern. Eine Petition sei bereits bei der Landesregierung in Wiesbaden eingegangen und werde dort bearbeitet. Als positiven Faktor für die Region Fulda hob der Freie Wähler-Kandidat die gute Infrastruktur hervor: „Ein Lob an die RhönEnergie.“

Mit Blick auf die Bundestagswahl am 23. Februar gab Hartmann an, ein „Realist“ zu sein. Die Region sei zwar parteitechnisch stark geprägt, jedoch: „Ein Wahlwunder ist trotzdem möglich.“ Wichtiger seien allerdings die Zweitstimmen. Eine Partei mit mindestens drei Direktmandaten könne mit weiteren Kandidaten über die Landesliste in den Bundestag einziehen, selbst wenn keine fünf Prozent der Gesamtstimmen erreicht werden. Die Chance auf solche Direktmandate sei in Bayern, wo die Freien Wähler Teil der Landesregierung sind, durchaus gegeben. Drei Prozent der Zweitstimmen würden etwa 20 Abgeordneten entsprechen, so Hartmann. Mit dem Einzug in den Bundestag werde die Partei auch insgesamt in der politischen Wahrnehmung präsenter werden, stellte der Direktkandidat fest. Er tausche sich im Wahlkampf regelmäßig mit dem Parteivorsitzenden Hubert Aiwanger aus.

Hartmann erläuterte: „Ich würde mir von Herzen wünschen, als ‚Anwalt und Botschafter der Region‘ meine Schaffenskraft in Berlin einsetzen zu können. Im bisherigen Wahlkampf habe er mitbekommen, welche Rolle Bürgernähe spiele, um die „Politikverdrossenheit“ im Land zu bekämpfen. Viele hätten ihm nach Gesprächen am Wahlstand mitgeteilt, dass sie bisher noch nie gewählt hätten und nun erstmals für ihn stimmen wollen würden.