Im Kontext der Beratung würden Fragen zur Social-Media-Nutzung immer wieder auftauchen. Zentrale Themen seien die Dauer der Mediennutzung, auf welche Weise Eltern eingreifen können und sollen sowie Fragen rund um das Thema Konflikte und Lösungen, berichtet die Experten aus der Beratungsstelle: „Anlass für Beratungen ist ebenso auch das Thema Cybermobbing und die Frage nach Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche für solche Risiken zu sensibilisieren und sie überdies zu stärken, sich bei unangenehm empfundenen Situationen und Gefahren an Eltern, Lehrkräfte oder andere Bezugspersonen zu wenden.“ Auch im Hinblick auf die Kontakte, die ihre Kinder im Internet machen, spiele Social Media für Eltern eine Rolle. „Eltern äußern etwa die Sorge, dass daraus – ohne ihre Kenntnis beziehungsweise Kontrolle – persönliche Treffen entstehen, womöglich auch in anderen Städten“, heißt es aus der Beratungsstelle. Hierbei spiele eine gute und vertrauensvolle Beziehung zwischen Eltern und Kindern eine wichtige Rolle. „Kinder und Jugendliche sollten die Gewissheit haben, dass sie sich bei Problemen und zum Sprechen über Geschehenes an Eltern wenden können und dafür einen sicheren Rahmen haben, ohne Vorwürfe zu befürchten“, raten die Experten.
Die digitale Welt erweitert sich zunehmend und so wachsen auch Kinder damit auf. Im Optimalfall würden sie dabei die Kompetenzen erwerben, um Nutzen und Gefahren klar zu unterscheiden. „Dabei spielen Eltern/Erziehungsberechtigte eine wichtige Rolle – zum einen als verantwortliche Begleitung ihrer Kinder, zum anderen als Vorbilder durch ihre eigene Social-Media-Nutzung“, heißt es aus der Beratungsstelle: „Wie in der analogen Welt braucht auch das digitale Leben Regeln und Absprachen.“ Dazu gehöre auch, dass Erwachsene auf einen Ausgleich achten und digitalfreie Zeiten gestalten: „Es ist sinnvoll, wenn Kinder Orte und Zeiten erleben, an und in denen keine pausenlose Nutzung möglich ist – je nach Entwicklungsstand und Verantwortungsbewusstsein des Kindes.“
Ein Mindestnutzungsalter hält die Beratungsstelle grundsätzlich sinnvoll – sowohl als Hemmschwelle für jüngere Kinder, als auch als Orientierung für Eltern und Erziehungsberechtigte. Theoretisch gibt es bereits ein Mindestalter seitens der Anbieter selbst. „Tatsächlich haben Plattformen wie TikTok, Snapchat und Instagram in ihren Nutzungsbedingungen definiert, dass man mindestens 13 Jahre alt sein muss, um sich zu registrieren“, führen die Experten aus. Eine explizite Überprüfung finde jedoch nicht statt. „Entsprechend ist es angezeigt, dass Regelungen getroffen werden, um Schutzfunktionen zu installieren, welche die Nutzung der Angebote reglementieren, sowie strengere Kontrollen einzuführen“, finden die Mitarbeitenden der Beratungsstelle: „Auf Social-Media-Plattformen und bei der Internetsuche können Kinder sehr schnell mit Inhalten konfrontiert werden, die keinesfalls altersadäquat sind und die sie in ihrer Entwicklung beeinträchtigen oder gefährden können. Das reicht von Hate-Speech über Cybermobbing bis zu Gewalt, Selbstgefährdung und Cybergrooming.“ Neben schärferen Regeln liege es aber auch in der Verantwortung der Eltern/Erziehungsberechtigten, vor allem mit jüngeren Kindern Regeln zu vereinbaren. Hilfreich könne sein, digitale Dienste gemeinsam mit dem Kind einzurichten und dabei die Jugendschutzeinstellungen anzupassen. Darüber hinaus sei eine regelmäßige und offene Kommunikation mit den Kindern wichtig, um uneingeschränkte Gesprächsbereitschaft zu signalisieren und die Balance zwischen gewährten Freiräumen und reglementierten online-Bereichen immer wieder je nach Entwicklungsstand zu justieren, um in die Social-Media-Welt hineinzuwachsen.
Mindestalter für Social Media? – Schulleiter argumentieren dafür
„Auch Familien in Verantwortung“ – Psychologe zu Social Media
