Während der Corona-Pandemie war das Interesse an Modellbauten noch nach oben geschnellt, berichtet Bohn: „da waren die meisten Leute daheim.“ Seit April vergangenen Jahres aber seien immer weniger Kundinnen und Kunden in den Laden gekommen, stellt Bohn fest. Seit dem Jahresbeginn sei praktisch „gar nichts mehr los.“ Für den Inhaber bedeute das ein Verlustgeschäft: „Von 100 Euro, die ich ausgebe, bleibt mir ein Euro zum Leben.“ Online-Angebote im Internet würden die Geschäftslage weiter verschärfen, so der 29-Jährige. Er habe daher entschieden, den Laden zu schließen. Bis zum 28. Februar laufe der Räumungsverkauf, danach werde die Fläche nach und nach ausgeräumt. „Ein paar Lücken tun sich auf, aber es ist noch einiges da“, erklärt der Einzelhändler. Einen Nachfolger für das Geschäft habe er nicht finden können.
Der Großteil der Kundinnen und Kunden habe mit Bedauern auf die Ankündigung von Bohn reagiert: „Die sind traurig.“ In Fulda gebe es noch die Modellbahnwelt in der Florengasse, die Produkte für das Hobby anbiete. Abseits davon werde es dünn, erklärt der Inhaber: „In 100 Kilometern Umkreis gibt’s nichts mehr.“ Seit 2018 betreibe die Familie Bohn das Geschäft in der Kanalstraße, 2021 hat der 29-Jährige als Inhaber übernommen. Er berichtet von vielen schönen Momenten mit der Kundschaft: „Es war immer leicht mit den Leuten ins Gespräch zu kommen.“ Bohn meint, dass er vor einigen Jahren noch sehr introvertiert gewesen sei und sich das durch den Arbeitsalltag im Geschäft verändert habe.
