Lokales FD 01.02.2025

Jahresempfang der AfD in Johannesberg als Wahlkampfveranstaltung

Fulda (sk) - Vor der Tür demonstrierten 270 Menschen gegen die Veranstaltung im laut Veranstalter mit über 200 Teilnehmern ziemlich vollen Bürgerhaus in Johannesberg. Der örtliche Direktkandidat Pierre Lamely, Nicole Hess vom hessischen Landesvorstand und erste Frau auf der hessischen Bundestagsliste der AfD zur kommenden Wahl, sowie der Christine Anderson und Rene Aust aus dem Europaparlament trafen in ihren Reden den Geschmack der Anwesenden.

Foto: Stefan Krug

Der hessische Spitzenkandidat der Partei Jan Nolte war auch angekündigt, schaffte es aber wegen der Abstimmung in Berlin zum „Zustrombegrenzungsgesetz“ nicht zu kommen. Damit war auch das Thema der AfD gesetzt. Auch wenn es jeweils nur ein Teil der Reden war – Migration und deren Begrenzung war viermal Thema. Lamely machte es sogar an der von Oberbürgermeister Wingenfeld geplanter Universität für Zahnmedizin fest: „Es gibt ja auch genug zu tun für Zahnärzte. Woche für Woche kommt ein Bus voll Leute, die hier nie einbezahlt haben, aber trotzdem ihre Zähne gemacht haben wollen.“ Gleichzeitig würden heute schon viele Menschen keine Wohnung mehr in Fulda finden – außer ausbestimmten Gruppen: „Willst Du heute eine Wohnung haben, musst Du erst ein Kopftuch tragen.“ Weiter erklärte Lamely, unter Deutschen sei die Kriminalität sehr viel geringer. Schuld daran sei auch Friedrich Merz. „Hätte er den Mut gehabt, sich dem Machtkampf mit Merkel zu stellen, hätte er auch die Chance gehabt, die schlechteste Bundeskanzlerin zu verhindern.“ Er sieht sich schon gewählt: „Ich freue mich darauf, Robert Habeck zurufen zu können: ‚Deine Wähler sind nicht weg, sie sind jetzt nur bei der AfD,‘“

Nicole Hess klagte: „Wir erleben einen übergriffigen Staat, der nicht in der Lage ist, Anzeigen gegen den Terroristen von Magdeburg nachzugehen – aber gleichzeitig 1000 Anzeigen eines Ministers.“ Womit sie entsprechende Anzeigen von Robert Habeck wegen Beleidigungen im Internet meinte. Weiter Hess: „Uns wird vorgeschrieben, wie wir heizen sollen, wie wir fahren sollen und was wir essen sollen. Das wollen wir nicht!“ Hess sah weiter in Deutschland eine konservative Mehrheit: „Auch wenn ich viele in Fulda enttäuschen muss. Die CDU ist nicht mehr konservativ.“

Christine Anderson sah die heutige Bundestagsdebatte zur Zuwanderung als einzig bedingt durch die baldige Wahl. Das EU-Parlament nannte sie „das größte Irrenhaus“. Europa würde angegriffen seit 2015: „Dass es so bleibt, liegt daran, dass linke Spinner Pushbacks verhindern. Jedes souveräne Land hat das Recht seine Grenzen zu schützen. Schließen wir unsere Grenzen vor allen, die hier nichts zu suchen haben, die unsere Frauen vergewaltigen und uns auf den Taschen liegen.“ Die Grenzöffnung 2015 sei der größte Fehler gewesen: „Daran will man nichts ändern, das hat man heute gesehen.“ Worte von Merz aus der Debatte bezeichnete sie als „AfD-Sprech“.

Auch Rene Aust blieb beim Thema Migration: „Heute haben sie eine Weigerung zu einer anderen Migrationspolitik im Bundestag gesehen.“ Zwölf CDUler und 21 FDPler hätten nicht für das Gesetz gestimmt, darunter aus der CDU Helge Braun, der lange mit Merkel zusammengearbeitet hatte: „Wer CDU wählt, bekommt weiter Merkel-Politik.“ Die Politik der AfD wäre dagegen ein moderner Grenzschutz und ein Abschaffen der von „linksgrünen“ geschaffenen Anreize illegal einzuwandern. Ziel müsse es auch sein Industriearbeitsplätze in Deutschland zu erhalten, die auch durch Gesetze wie das Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz momentan zu tausenden aus Europa abwandern. Insgesamt würde sich die Welt verändern: „Der Einfluss Deutschlands ist unter Baerbock massiv gesunken.“ Diese würde glauben mit „feministischer Außenpolitik“ aufstrebenden Nationen wie China oder Indien ihren Willen aufdrücken zu können. „Wir brauchen wieder eine interessenorientierte Außenpolitik im Sinne Helmut Schmitts.“ Für die Wahl zeigte sich Aust optimistisch: „Wir werden 25 Prozent erreichen.“

Die Besucher der Veranstaltung schienen zufrieden mit dem gehörten und sparten nicht mit Applaus. Dabei machten sie nicht den Eindruck weniger entschlossen zu sein, wie die Demonstranten vor der Tür, welche manchen von Ihnen mit Buh-Rufen in das Bürgerhaus geleitet hatten. Ein Thema drinnen waren sie dann aber nicht.

AfD-Jahresempfang in Johannesberg. Fotos: Stefan Krug