„Ihr hättet ja fast dableiben können“, verabschiedete TSV-Pressesprecher Sven Firmenich die SG Barockstadt und Trainer Daniyel Cimen nach der Pressekonferenz. Am 28. Februar sehen sich beide Teams an gleicher Stelle in der Regionalliga schon wieder. Davor startet die SGB kommenden Samstag zuhause gegen Göppingen in die Restrunde.
Cimen war bemüht, direkt den Fokus schon wieder auf die Meisterschaft zu richten. Doch das dramatische Ausscheiden hatte dennoch die eine oder andere Spur hinterlassen. „Dramatischer ging es vom Gefühl her gar nicht“, sagt der Coach. Erst im vergangenen Jahr scheiterte die Barockstadt im Elfmeterschießen, damals im Halbfinale gegen Offenbach. Nun hieß es 10:9 nach Elfmeterschießen für den TSV Steinbach Haiger. Jeder der elf Mann, die nach 90 Minuten auf beiden Seiten auf dem Platz standen, traten an. „Für die Zuschauer war das natürlich spannend und ein Highlight. Ich weiß nicht, wann es zuletzt so ein Elfmeterschießen gegeben hat“, war auch TSV-Trainer Hüsni Tahiri fertig mit den Nerven: „Aber heute ist es gut ausgegangen“.
Bei der SG Barockstadt verschossen Eric Ganime (scheiterte am Torwart) unter den ersten fünf sowie Milian Habermehl und Marius Köhl (jeweils über das Tor) als letzte beiden Schützen. Einen Vorwurf möchte Cimen aber niemandem machen, wenngleich schon im Training zuvor einige Elfmeter geschossen worden waren: „Diese Drucksituation, den Weg von der Mittellinie zum Punkt, das kannst du im Training nicht imitieren. Die Jungs haben es probiert, da gehört immer auch Glück dazu. Es war nicht auf unserer Seite“. Auch für Cimen war es eine „neue Erfahrung“, bis zum letzten Schützen zu zittern. „Die ersten fünf bis sieben waren geplant, danach aber nicht mehr, irgendwann musste ja jeder mal“, gibt der Trainer an. So trat Keeper Samuel Zapico beispielsweise nicht als elfter, sondern schon als neunter Mann an den Punkt, und verwandelte.
Schon während der 90 Minuten war das Ausscheiden vermeidbar: Nach dem schlechten Start und dem zu schnellen wie schwach verteidigten Gegentor konnte sich die SGB langsam ins Spiel kämpfen. „Wie die Jungs sich Schritt für Schritt reingearbeitet haben, war gut. Wir hatten unsere Chancen, das Spiel vorher zu entscheiden, das ist uns nicht gelungen und am Ende war es natürlich bitter und enttäuschend“, sagt Cimen. „Abe das gehört im Fußball dazu“. Visuell aufgearbeitet werde das Spiel am Montagabend nochmal im Training, dann soll der Blick aber direkt nach vorne gehen: „Wir wollen uns nicht zu lange mit dem Ausscheiden beschäftigen. Es gehört auch dazu, jetzt richtig damit umzugehen. Wir wollen uns trotzdem weiter entwickeln“. Dazu steht nun eine lange Rückrunde in der Regionalliga bevor. Auch die Thematik, dass es nach 90 Minuten ohne Verlängerung direkt ins Elfmeterschießen gehe, blendete Cimen aus: „Wir haben uns bewusst nicht mit der Regelung beschäftigt und es so angenommen, wie es ist“.
Der TSV Steinbach Haiger wiederum steht nun im Hessenpokal vor einer „großen Chance“, sagte Trainer Hüsni Tahiri mit Blick auf das Halbfinale gegen den KSV Hessen Kassel. Das zweite Halbfinale steht wiederum erst nach dem 19. März, wenn Willingen gegen den FSV Frankfurt spielt und Kickers Offenbach den SV Wehen Wiesbaden zum Kracher zu Gast hat.
