Fußball 14.02.2025

Hessenpokal – Keine guten Erinnerungen bei Trainer und Mannschaft

Fulda (pf) – Es ist soweit: Das erste Pflichtspiel des Jahres der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz ist direkt ein K.o.-Spiel. Die Anreize sind groß, die Fallhöhe aber auch – das musste die SGB im vergangenen Jahr schmerzhaft erfahren. Im Fußball-Hessenpokal startet der Regionalligist nun einen neuen Anlauf und tritt am Samstag (14 Uhr) zum Viertelfinale beim TSV Steinbach Haiger an.

Marius Köhl und die SGB verloren das Hinspiel in der Liga im August 2024 mit 0:1. Foto: Manfred Völler

Zum Ende der Vorbereitung geht es für die SG Barockstadt zum Ligakonkurrenten nach Mittelhessen. Oder zum Start der Punktspiel-Phase, je nachdem: „Ich glaube, dass es einfach auch noch eine Top-Vorbereitung auf die Liga ist“, meint Trainer Daniyel Cimen, nicht zuletzt, weil die Fuldaer in zwei Wochen schon wieder um drei Punkte in Haiger spielen. Doch das soll den Wettbewerb nicht kleiner machen, als er ist, und das Spiel ebenso nicht: „Es wird definitiv einen Gewinner und einen Verlierer geben. Beide wissen noch nicht so genau, wo sie stehen, nach der langen Pause und der Vorbereitung. Da ist so ein K.o.-Spiel ganz gut“.

Der Hessenpokal schreibt seien eigenen Gesetze – und so, wie es Überraschungen gibt, gibt es auch Dramen. Die SGB kann seit vergangenem April ein Lied davon singen: Im Halbfinale scheiterte die Barockstadt im Heimspiel erst im Elfmeterschießen an Kickers Offenbach, das später gegen Friedberg das Endspiel gewann. Bittere Momente sind vielen Spielern noch in Erinnerung. „Es ist ein Wettbewerb, wo es um einen Titel geht, plus eine Belohnung mit dem DFB-Pokal. Das sind schon zwei sehr große Anreize“, sagt Cimen, und weiß selbst um die jüngste Fuldaer Vergangenheit, auch wenn er da noch nicht Trainer war.

Doch der 40-Jährige hat ebenfalls Erinnerungen an ein großes Drama: Im März 2019 verlor der FC Gießen als Favorit das Hessenpokal-Halbfinale in Baunatal im Elfmeterschießen. Der KSV zog ins Finale gegen Profi-Team Wehen Wiesbaden ein und durfte damit auch am DFB-Pokal teilnehmen, wo der VfL Bochum im Parkstadion zu Gast war. „Das war damals doppelt dramatisch. Ich kenne den Wettbewerb, die Dramaturgie“, sagt Cimen, betont aber – für sich selbst und vor allem für die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz: „In diesem Wettbewerb bekommst du jedes Jahr eine neue Chance. Es geht darum, mit Widerständen umzugehen“.

Aber Cimen hebt ebenfalls den Zeigefinger, schließlich ist es erst das Viertelfinale, das bevorsteht: „Wir sollten keine zwei Schritte vorausdenken, sondern haben da eine mega schwierige Aufgabe“. Die Ambitionen des Gegners ordne er ins obere Regionalliga-Drittel ein: „Steinbach Haiger arbeitet seit Jahren im Vollprofitum. Sie sind gerade im Mittelfeld mit viel individueller Qualität bestückt“. Dennoch nehme die SGB die Reise auf sich, um das Halbfinal-Ticket zu lösen. Wie es das Team taktisch angehe, werde die ausführliche Analyse ergeben, die am Donnerstag stattfindet, nachdem Cimen Anfang der Woche krankheitsbedingt nicht das Training leiten konnte. Ein Blick voraus soll dennoch gestattet sein: Der Sieger des Duells Steinbach Haiger gegen Barockstadt bekommt es im Halbfinale mit Hessen Kassel oder Überraschungsteam FV Breidenbach zu tun, das Cimens Ex-Team aus Gießen ausgeschaltet hatte. Dieses Viertelfinale steigt ebenfalls am Samstagnachmittag.