Fußball 14.02.2025

Hessenliga – Kleines SVS-Wunder muss her – Sorgen bei jedem Anruf

Steinbach (pf) – Als wäre es für den SV Steinbach nicht Jahr für Jahr schwer genug, sich als kleines Dorf in der Fußball-Hessenliga zu behaupten, kommt für die bevorstehende Restrunde eine riesige Personalmisere hinzu. Die Hälfte der Mannschaft fehlte Trainer Petr Paliatka teilweise über die Vorbereitung hinweg, nun soll am Samstag (14.30 Uhr) im Mühlengrund das erste Punktspiel gegen Hanau 93 steigen. Doch so manches macht dem SVS und seinen Anhängern Hoffnung: Wille, Wucht und Widerstand, den die Steinbacher immer zäh leisteten, auch in noch so aussichtslosen Lagen.

Emotional aufreibend war schon die vergangene Restrunde, als Steinbach ganz spät den Klassenerhalt feierte. Es droht nun erneut ein Kampf bis zum Ende für das Team von Petr Paliatka (vorne). Foto: Justin Klenner

Und so aussichtslos ist die Lage gar nicht einmal: 26 Punkte stehen auf dem Konto des SVS, 27 holte Steinbach sportlich, einer wurde abgezogen (Schiedsrichter-Soll). Damit rangiert das Team aktuell auf dem siebletzten Platz – im schlimmsten aller Fälle dem Relegationsplatz. „Wenn sechs direkt absteigen müssten, wäre das natürlich brutal. Dann kannst du über 40 Punkte holen und eine gute Runde spielen und steigst trotzdem ab“, weiß Trainer Petr Paliatka.

Dass alles passieren kann, zeigte die Vorsaison, in der die Steinbacher mit 33 Zählern dringeblieben waren. „Mit Glück“, gibt Paliatka zu, der genau deshalb aber betont: „Wir schauen jetzt nicht nach links oder rechts. Wir müssen diese Woche noch gut überstehen, dann am Samstag alles reinhauen, damit wir gewinnen, und in der restlichen Saison kämpfen, bis es nicht mehr geht. Jeder muss alles am Platz lassen“.

Eine Vorbereitung wie diese hatte der 40-Jährige jedenfalls noch nicht erlebt. „Wir haben acht oder neun Leute, die wirklich bereit sind, über 90 Minuten zu gehen. Die müssen es erstmal tragen. Der Rest muss sich ran kämpfen, deshalb will ich auch spielen. Nur darüber kommen die Jungs rein, wir brauchen den Wettkampfmodus“. Mit Hanau 93 und Baunatal (jeweils 25 Punkte) warten nach der Winterpause direkt zwei Rivalen im Klassenkampf. Wohl auch auf diese Teams bezogen sagt Paliatka: „Wir müssen hoffen, dass die Vorbereitung bei anderen auch so schlecht gelaufen ist“.

Oftmals spulte der SVS eine enttäuschende Hinrunde ab, berappelte sich aber, gab im Winter Gas und erzielte bessere Ergebnisse. Nun müssen die Ergebnisse auch nach schwierigen Wochen schnell kommen.

 

„Angst vor Anrufen“

Neben von Alex Reith, der am Knie operiert wird, steht aktuell (unter anderem) Moritz Herbig auf der Ausfall-Liste, bei dem der Verdacht auf eine Lungenentzündung bestehe, so Paliatka. Darian Jung ist seit zwei Wochen grippekrank, nachdem er zu Beginn der Vorbereitung voll durchziehen konnte, Tom Wiegand wiederum fehlte die ersten Wochen mit Krankheit und Fieber und ist erst seit einer Woche wieder voll im Training. „Dazu ein, zwei Angeschlagene und ein, zwei Urlauber, und damit ist die halbe Mannschaft nicht da“, rechnet Paliatka vor, der in der Restrunde auch wieder auf den erfahrenen Michael Wiegand bauen wird: „Ich hoffe, dass es bei ihm mit der Arbeit und allem passt“. Dennoch muss Paliatka zugeben, „dass ich immer schon Angst habe, wenn jemand anruft, dass der nächste ausfälle. Mittlerweile kenne ich alle Verletzungen und Krankheiten, die es gibt“.

Der Humor ist noch da, die Zuversicht ist aber mindestens genauso groß. Eine Steinbacher Tugend: „Wir werden weiter kämpfen, haben viel gesprochen. Die Situation ist, wie sie ist. Am Samstag haben wir denke ich 14, 15 Leute dabei, und das Ziel ist klar: Wir wollen in der Liga bleiben. Aufgeben ist das letzte, was wir tun werden“.