Von dem Programm „Gemeinwesenarbeit“ profitieren in der Stadt Fulda unter anderem der AWO-Stadtteiltreff Südend, das Stadtteilbüro Ziehers-Nord sowie das Bürgerzentrum Ziehers-Süd. Manuela Strube, Staatssekretärin für das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, lobte die Arbeit der Beteiligten in der Stadt wie im Landkreis: „Ich bin begeistert, was alles hier passiert.“ In vielen Bereichen sei das Engagement spürbar, was vor allem an den Menschen liegen würde: „Richtig perfekt wird es durch sie.“ Mit dem Förderprogramm „Gemeinwesenarbeit“ wolle das Land Hessen gerne diese Leistung unterstützen. Das Angebot zur sozialen Integration benötige Förderung: „Sie sind die erste Anlaufstelle, wo Menschen Hilfe suchen.“ Die fünf Bescheide mit einer Gesamtsumme von rund 600.000 Euro seien ein Zeichen des Danks und der Anerkennung: „Sie machen das mit viel Herzblut.“
Bürgermeister Dag Wehner hob das Bürgerzentrum Ziehers-Süd als Positiv-Beispiel für die Entwicklung der „Gemeinwesenarbeit“ in der Stadt Fulda hervor. Während seiner ersten Tage im Amt vor über zehn Jahren habe sich Wehner bereits mit der Thematik im Stadtteil beschäftigt. Damals habe es nur sehr wenig Zusammenhalt gegeben: „Es gab keine Chance, sich zu begegnen.“ Durch das Bürgerzentrum und die engagierte Arbeit vieler Akteurinnen und Akteure habe sich dies mittlerweile deutlich geändert. Dies sei, so der Bürgermeister, ein „Signal, dieses Programm in anderen Quartieren fortzuführen.“ Er freute sich über die Möglichkeit, in den Austausch zu gehen und Impulse von den Menschen mitzunehmen. Linda Kalb-Müller, AWO Bereichsleitung für Begegnungsorte, erzählte von der Entwicklung der „Gemeinwesenarbeit“ in der Region in den vergangenen Jahren. Viele Menschen mit Migrationshintergrund, die zunächst von der Unterstützung profitierten, hätten sich im Anschluss ebenfalls engagiert und würden weiterhin zum Gemeinwohl Fuldas beitragen: „Danke an alle, die mitgewirkt haben.“ Die Räumlichkeiten im Bürgerzentrum würden für eine Reihe an Angeboten genutzt. Ob aktive Seniorentreffen, die Bereitstellung von Tafeltüten für Ältere, ein Digitalcafé, eine Hausaufgabenhilfe oder eine Trommelgruppe, die Vielfalt sei groß. Bei einem leckeren Büfett hatten die Anwesenden Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen.
Sozialstaatssekretärin übergibt Förderbescheide
Sozialstaatssekretärin Strube hat Bescheide über Folgebewilligungen zur Förderung der Gemeinwesenarbeit (GWA) an Stadt und Landkreis Fulda übergeben. Insgesamt beläuft sich die Fördersumme für drei GWA-Projektstandorte in der Stadt Fulda auf rund 235.000 Euro, für fünf im Landkreis auf 470.000 Euro. In den Fuldaer Ortsbezirken Ziehers-Nord und -Süd und im Südend sowie in Quartieren der Gemeinden Ebersburg, Gersfeld, Hünfeld (zwei Standorte) und Tann betreiben die AWO, das Deutsche Rote Kreuz sowie der Paritätische als soziale Träger im Rahmen der Gemeinwesenarbeit Beratungs- und Teilhabeangebote wie Quartiersbüros oder Stadtteilzentren.
„Mit den Folgebewilligungen für die Jahre 2025 und 2026 stärkt das Land Hessen die erfolgreiche Gemeinwesenarbeit und sichert die Fortsetzung von GWA-Projekten, die bereits seit mehreren Jahren zur Verbesserung der Lebensqualität vor Ort beitragen und die gesellschaftliche Teilhabe stärken“, sagte Strube bei der Übergabe: „Auch in ländlichen Regionen leistet die Gemeinwesenarbeit einen unverzichtbaren Beitrag. Sie schafft Räume für Begegnung, stärkt den sozialen Austausch und gibt auch kleinen Gemeinden die Möglichkeit, Quartiere gezielt zu unterstützen.“
Fuldas Bürgermeister Dag Wehner betonte die Bedeutung der Gemeinwesenarbeit für seine Stadt: „Die inzwischen in allen sieben Schwerpunkt-Stadtteilen Fuldas etablierten Stadtteiltreffs sind Knotenpunkte sozialer Begegnung in den jeweiligen Quartieren. Was einmal im Blick auf junge Familien begann, erreicht inzwischen noch viel mehr: Menschen mit Beeinträchtigungen, Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Einwanderungsgeschichte – sie alle gehen heute ein und aus in den Stadtteiltreffs und finden dort etwas, was ihnen hilft. Für uns ist das eine tolle Erfolgsgeschichte. Wir sind froh, dass das Land den Ansatz der Sozialraumarbeit fördert und unseren Spielraum dadurch erweitert, indem Angebote und Öffnungszeiten durch die Förderung ausgeweitet werden konnten“, so Wehner.
Für den Landkreis nahm Jürgen Stock, Fachbereichsleiter Arbeit und Soziales, die Bescheide in Empfang. „Die Fördermittel des Landes Hessen sind ein wichtiger Beitrag, um die erfolgreiche und wichtige Arbeit der Gemeinwesenarbeit in Hünfeld, Gersfeld, Tann und Ebersburg in den nächsten Jahren fortsetzen und neue Impulse für Integration und bürgerschaftliches Engagement setzen zu können. Es ist wichtiger denn je, dass sich Menschen miteinander vernetzen, den Dialog generationenübergreifend suchen sowie die Akzeptanz füreinander und das Quartier fördern. Deshalb freue ich mich sehr, die heutigen Förderbescheide stellvertretend für die Landkreiskommunen entgegennehmen zu dürfen“, sagte Stock.
Die GWA-Landesförderung erfolgt derzeit hessenweit in 73 Kommunen mit 96 Quartieren. 2024 standen Mittel in Höhe von bis zu 6,35 Millionen Euro zur Verfügung. Für das Jahr 2025 sind im Haushaltsentwurf Fördermittel in Höhe von bis zu 8,1 Millionen Euro vorgesehen. „Wir setzen darauf, dass die Gemeinwesenarbeit auch in Zukunft eine wichtige Brücke zwischen Menschen und Angeboten vor Ort bildet. Gemeinsam mit den Kommunen schaffen wir Lebensräume, in denen jeder Mensch die Chance hat, sein Potenzial zu entfalten – ein Gewinn für alle Beteiligten und für unsere Gesellschaft als Ganzes“, sagte Staatssekretärin Strube.
