Auf dem Boden des Uniplatzes war eine mit Teelichtern bestückte „500“ mit Isolierband aufgeklebt. Dahinter war an einem kleinen, hölzernen Kasten die israelische Flagge aufgehängt. Daneben ein gerahmter Text, der über das Leid der Geiseln aufklärte. 73 Menschen würden bis heute als noch in Gefangenschaft gelten, erklärte Listmann: „Die Hälfte von ihnen ist bereits tot. Ermordet von der Hamas. Unter ihnen sind Kinder und alte Menschen.“ Selbst deren Leichen seien von der Hamas einbehalten worden, um sie als weiteres Druckmittel zu nutzen, führte sie aus. „Wir stehen heute zusammen für all die Menschen die keine Stimme haben. Deren Stimme ausgelöscht wurde“, verkündete die Organisatorin und ergänzte: „Es liegt an uns, dass ihre Namen und Gesichter ausgesprochen und gesehen werden.“ Bei der Gedenkveranstaltung ginge es nicht um Politik, sondern um die Menschen betonte sie weiter.
Die Teilnehmer schritten nacheinander zum Mikrofon, zeigten jeweils das Bild einer der Geiseln und verlasen den Namen. Danach wurden die Bilder unter den Teelichtern auf der „500“ angebracht. Unter den Teilnehmern waren auch CDU-Bundestagsabgeordneter Michael Brand, Stadtpfarrer Stefan Buß, Jutta Hamberger, Erste Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, und Roman Melamed, aus dem Vorstand der jüdischen Gemeinde Fulda. Jeder von ihnen verlas ebenfalls Namen. Danach sprach Rabbiner Skulski die sogenannte Kaddish, ein traditionelles jüdisches Trauergebet.
