Vorgestellt wurde die Fortschreibung des bisherigen Plans von der Frauenbeauftragten Katharina Roßbach und von Ramona Gies, Ausbildungsleitung im Personalamt. Das Hessische Gleichstellungsgesetz fordert unter anderem die „Beseitigung der Unterrepräsentanz von Frauen“ und die „Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie“. Wobei schon heute fast 60 Prozent der Beschäftigten der Stadt weiblich sind, in den Kindergärten über 90 Prozent und in der Verwaltung etwas über die Hälfte. Beim Nachwuchs, den Auszubildenden und Studierenden, ist der Anteil sogar noch höher. Bei den Führungskräften ging der Anteil von Frauen in manchen Bereichen etwas zurück. Eine Nachfrage von Marie-Louise Puls, wie es dazu käme, beantwortete Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld: „Wir haben insgesamt immer weniger Bewerbungen für solche Stellen. Dies betrifft, was ich bedauere, besonders solche von Frauen.“
Große Unterschiede gibt es bei der Anzahl der Teilzeitbeschäftigten, wobei sich die Zahlen seit 2018 kaum geändert haben. Sind es bei den Angestellten viermal so viele Frauen, erhöht sich dies im sozialen Bereich auf zehnmal so viele. Von den Beamtinnen arbeitet über die Hälfte in Teilzeit, während es von ihren männlichen Kollegen nur sechs seien. Wie Roßbach erläuterte, ist es Ziel des Plans, „Konzepte zu entwickeln, um Teilzeit zu ermöglichen und um Teilzeitkräfte für die Übernahme von Führungsaufgaben zu gewinnen“. Schon heute werde rund um die Elternzeit eine umfangreiche Beratung sowohl über die arbeits- und rentenrechtlichen Folgen als auch zur Planung des Wiedereinstiegs angeboten.
Ebenso einstimmig beschlossen wurde in der Sitzung, die Aufnahme des Südends in das „Städtebauförderungsprogramm Sozialer Zusammenhalt“ zu beantragen. Oberbürgermeister Wingenfeld nannte das Programm „eine Chance städtebaulich voranzukommen“. Stadtbaurat Daniel Schreiner ergänzte: „Es geht darum, dass die Wohnquartiere gestärkt werden. Das „Programm ‚Soziale Stadt‘ haben wir schon am Aschenberg und dem Nordend erfolgreich durchgeführt und in Ziehers läuft es noch. Die Bürgerbeteiligung ist einer der besonders wichtigen Punkte dabei.“
Auch ohne Gegenstimme wurden zwei Gebührensatzungen neu beschlossen. Tagesmütter sollen mehr Entgelt erhalten, was aber nicht direkt zu höheren Kosten für Eltern führt und in die Feuerwehrgebührensatzung wurden bisher nicht berücksichtige Fahrzeuge und Leistungen aufgenommen.
