Randvoll und ausverkauft: Von den rund 100 Besuchern in der Bornlepp waren circa ein Drittel wirkliche Fremde. Aus Bremen, England und sogar Amerika zog es Interessierte in die Brunnenzeche. Nach einem traditionellen Abendessen erzählte Fastnachtsexperte Axel „Aki“ Elm dann allerlei interessante Fakten über diese besondere Tradition. „Früher war das anders, aber ich möchte heutzutage gerne eine Lanze brechen für Vielfalt, für Verständnis und für Toleranz. Wir haben Menschen aus allen Ländern und Kulturen mit dabei. Viele mit Migrationshintergrund, aber den hat man in Fulda eigentlich schon, wenn man aus Hünfeld kommt“, setzte Elm am Beginn des Abends ein Zeichen und das mit Humor. Anschließend hielten der Geschäftsführer der Region Fulda Wirtschaftsförderungsgesellschaft Christoph Burkard und Axel Elm jeweils eine Büttenrede. Im Laufe des Abends skizzierte Aki, woher der Brauch überhaupt kommt und wie die unterschiedlichen Namen und Kostüme der Randstaaten entstanden sind. Auch eine Vorstellung der regionalen Tollitäten durfte nicht fehlen. Neben dem Fuldaer Prinzen Johannes Caravanicus LXXII und dessen Mannschaft und dem Brunnenpaar Babsi und Toni als Gastgebern waren auch zahlreiche weiter Vertreter der unterschiedlichen Karnevalsvereine aus der Region vor Ort und stellten sich selbst vor.
„Die Idee kam daher, dass viele Leute durch ein Nachwuchsführungskräfte-Programm nach Fulda kamen, und die wollten wir gerne integrieren“, erklärte Burkhardt im Interview, wie es zum ersten Fastnachtsseminar gekommen war. Für viele Menschen, die nach Fulda versetzt worden waren, sei Fasnacht die besten Möglichkeiten gewesen sich hier in der Region einzuleben. „Aber auch der jeweilige Prinz bleibt immer bis zum Ende sitzen, weil der dann auch mal eine Einführung in die ganze Systematik bekommt“, freute sich das Brunnzeche-Mitglied. Darüber hinaus werden auch immer die Studierenden der Hochschule eingeladen, um etwas über die Region zu lernen. „Wenn das akkreditiert wäre, gäbe es hier bestimmt Punkte für den Bachelor“, lachte er. Die Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Region Fulda, der Florengäßner Brunnenzeche und Axel Elm.
