Hrabanus Maurus (circa 780–856), einer der bedeutendsten Gelehrten des frühen Mittelalters, war Abt des Klosters Fulda und prägte mit seinen Schriften die christliche Bildung und Kunst seiner Zeit maßgeblich. Besonders sein Hauptwerk De laudibus sanctae crucis (Das Lob des heiligen Kreuzes) zeugt von seiner außergewöhnlichen Gelehrsamkeit: Es vereint theologische Reflexionen mit kunstvollen Figurengedichten, die nicht nur intellektuelle, sondern auch visuelle Tiefe besitzen. Prof. Dr. Klaus Gereon Beuckers, Professor für Kunstgeschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, hat 2019 einen Kommentar zur Handschrift des Kreuzeslobs verfasst, die sich heute in der Biblioteca Apostolica Vaticana befindet. In seinem Vortrag erläutert er, wie Hrabanus Maurus in seinen Bildtexten biblische und dogmatische Inhalte künstlerisch verdichtete und welche Rolle Fulda als geistiges Zentrum des karolingischen Reiches spielte.
Die Veranstaltung bildet zugleich den Auftakt der Jubiläumstagung zehn Jahre Gangolf-Schrimpf-Fellowship „Kloster Fulda: Wissen – Identität – Reform“, die an diesem Abend von Bischof Dr. Michael Gerber feierlich eröffnet wird. Weitere Informationen unter Telefon (0661) 87-531 bzw. per E-Mail an: info-bibliothek@thf-fulda.de
