Tischtennis 12.02.2025

Bundesliga – Krimi an der Weser: Maberzell behält die Nerven

Bremen (pf) – Es war wieder eine nervenstarke Leistung von Dimitrij Ovtcharov, der zweimal punktete, sowie die Klasse von Cheng-Jui Kao, der beflügelt von einem starken Turnier aus Singapur zurückkehrte: Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell gewann am Dienstagabend beim direkten Konkurrenten um die Tischtennis-Bundesliga-Playoffs, dem SV Weder Bremen, mit 3:1.

Ovtcharov und Kao sicherten dem TTC Maberzell den Sieg in Bremen. Fotos: Christine Görlich, Manfred Völler

„Das war eine richtige Energieleistung heute. Bremen hat mit Gerassimenko und Falck zwei Weltklasse-Spieler, da musst du auswärts erstmal gewinnen“, strahlte Maberzells Präsident Stefan Frauenholz nach dem eminent wichtigen Sieg gegen den direkten Tabellenkonkurrenten.

Dimitrij Ovtcharov stand dabei dicht vor der erst zweiten Einzel-Niederlage in der gesamten Saison: Das schwedische Ass Matthias Falck führte im vierten Einzel des Abends mit 2:1 Sätzen gegen Ovtcharov und hätte das Doppel erzwingen können. Auf Messers Schneide verlief der vierte Satz dann, in dem Ovtcharov früh mit drei Punkten in Rückstand geriet und direkt ein Timeout brauchte. Dann aber fand er zu gewohnter Stärke, behielt die Nerven und machte die zwei entscheidenden Punkte zum 11:9. Es ging in den fünften – und Ovtcharov ließ sich das nicht mehr nehmen, gewann hintenraus fünf Ballwechsel in Folge und beendete den spektakulären Abend in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle. „Das ist eben die Stärke eines Weltklasse-Spielers“, war Frauenholz begeistert von der Leistung des angeschlagenen „Dima“: „Er war ein bisschen erkältet und lag zwischenzeitlich am Boden. Trainer Meng nochmal angeheizt und dann hat er die Zauberbälle gespielt“, so Frauenholz, der aber auch anerkennen musste: „Falck hatte auch einen wirklich sehr guten Tag erwischt“.

Dass der TTC Maberzell – im Gegensatz zum Pokal – auch das zweite Bundesliga-Duell gegen Bremen in dieser Saison gewinnt, lag auch an Cheng-Jui Kao. Der junge Taiwanese, der erstmals wieder seit Dezember für die Fuldaer zum Einsatz kam, trumpfte zuletzt mit der Silbermedaille im Doppel bei Singapore Smash auf und war rechtzeitig mit dem Team in Bremen. „Er hat seine Form konserviert und sogar noch gesteigert“, frohlockte Frauenholz: Im Duell mit Kirill Gerassimenko, dem zweiten Werderaner Super-Akteur, machte er es allerdings von Beginn an deutlich, hatte bis auf den zweiten Satz immer schnell ein Polster angelegt und zog sein Ding konsequent durch. „Kao hat ihn in drei Sätzen schwindlig gespielt“, freute sich der Club-Boss.

Den dritten Punkt sicherte Ovtcharov den Maberzellern in seinem ersten Einzel gegen die Nummer 317 der Welt, Andrei Putuntica. Doch der Mann aus Moldau wehrte sich, ging in jedem Satz zumindest in Führung und war nur im zweiten deutlich unterlegen.

Auch Fanbo Meng lieferte am Dienstagabend ein starkes Spiel ab und vollbrachte fast das Wunder von der Weser: Im Eröffnungseinzel gegen Mattias Falck zog er den ersten Satz, kam dann im zweiten völlig unter die Räder und verlor dann den dritten nach deutlicher Führung. „Da hat er einen ganz blöden Satzball vergeben, sonst hätte er das Ding gewonnen“, berichtete Frauenholz. Alles deutete dann auf eine Niederlage hin, ehe Meng den vierten Durchgang für sich entschied. Im fünften Satz marschierte Falck dann mit 7:0 vorneweg, Meng konterte spektakulär und stellte auf 8:8, ehe doch der Schwede in ausverkaufter Halle die Ziellinie zuerst erreichte.

 

SV Werder Bremen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 1:3

Mattias Falck – Fanbo Meng 3:2 (10:12, 11:3, 12:10, 9:11, 11:8)

Andrei Putuntica – Dimitrij Ovtcharov 0:3 (11:13, 2:11, 8:11)

Kirill Gerassimenko – Cheng-Jui Kao 1:3 (7:11, 11:5, 4:11, 6:11)

Mattias Falck – Dimitrij Ovtcharov 2:3 (8:11, 11:9, 11:6, 9:11, 6:11)