Auf Antrag der Bürgerliste soll die nächste Bürgermeisterwahl am 7. Dezember stattfinden und die eventuell nötige Stichwahl zwei Wochen später am 21. Dezember. Nur die CDU war dagegen. Deren Vertreter plädierten für eine Zusammenlegung mit der Kommunalwahl im März. Joachim Weber begründete den Antrag: „Ein separater Wahltermin für die Wahl- des Bürgermeisters ist uns wichtig. Wir wollen, dass es eine eigene Persönlichkeitswahl ist und nicht bei der Kommunalwahl einfach mit geschieht. Wahlhelfer werden wir genug haben. Kosten von15.000 Euro wurden uns genannt – die werden bei einer gemeinsamen Wahl niedriger sein und so etwas höher. Der Anteil der Briefwähler wird immer höher, wir sehen deshalb keinen Hinderungsgrund, im Advent zu wählen.“ Andreas Maraun (SPD) stimmte ihm zu: „Besinnliche Adventszeit - da hatten wir dieses Jahr Bundestagswahlkampf. 15.000 Euro Mehrkosten sind vertretbar, dass sollte uns Demokratie wert sein. Die Frage ist, ob es inhaltlich zusammengehört. Die Gemeindevertretung kontrolliert die Verwaltung. Diese beiden Wahlen zusammen zu legen, da habe ich ein Problem. Ich bin der Meinung, die Vertretung sollte völlig frei von anderen Überlegungen gewählt werden.“
Die CDU-Vertreter waren anderer Meinung. Die Partei stellt die meisten Ortsvorsteher, die sich in einer informellen Umfrage mehrheitlich für eine Zusammenlegung ausgesprochen hatten. Raphael Witzel, Ortsvorsteher von Kerzell: „Es wird immer schwieriger, Wahlhelfer zu finden. Es geht ja nicht nur um eventuell zwei Adventssonntage im Dezember. Es geht nicht um zusätzliche Kosten, sondern um etwas vielwichtigeres – nämlich Zeit.“ Auch Oskar Kanne, Ortsvorsteher von Rothemann, pflichtete dem bei: „Eine gemeinsame Wahl wäre das Beste für die Wahlhelfer und auch für die Wähler.“ Nicht betroffen zeigte sich die CWE, für die Alfons Schäfer sagte, sie würden sich enthalten: „Das sollen die großen Fraktionen entscheiden.“
Ein weiteres Thema war der sogenannte „Schwarzbau“ Ecke Turmstraße/Wilhelmstraße. Wie Lutz Köhler ausführte, habe der Investor den am 27. November „von allen Fraktionen einstimmig erarbeiteten und getragenen Vertrag mit Fristsetzung“ bisher nicht unterzeichnet. Er sah Beratungsbedarf für das weitere Vorgehen. Bürgermeister Rothmund entgegnete: „Aus Sicht der Verwaltung gibt es im Moment keinen dringenden Handlungsbedarf.“
Einstimmig beschlossen wurde in der Sitzung der Bebauungsplan für das Neubaugebiet „Nördliches Steinfeld“ im Kernort Eichenzell am Ortsrand Richtung Fasanerie. Der Geltungsbereich umfasst eine Fläche von circa 47.500 Quadratmeter, wovon circa 16.700 Quadratmeter nicht zur baulichen Nutzung beplant werden. Neben Bauplätzen ist dort auch ein weiterer Kindergarten geplant.
Für die CDU beantragte Markus Roth, Vorsitzender des Bau- und Umweltausschusses, die Mittel zur Einstellung eines weiteren Bautechnikers für Bauabteilung freizugeben. Er begründete es mit den vielen Aufgaben, die von aktuell mit sechs Stellen und der Klimaschutzbeauftragten besetzten Abteilung nicht zu bewältigen seien, wozu er auch Beispiele aus seiner Tätigkeit als Ortsvorsteher von Döllbach nannte. Bürgermeister Johannes Rothmund warb auch für den Antrag: „Das wir dieses Personal dringend benötigen, wissen sie alle, würde ich sagen.“ Es seien immer mehr Aufgaben für die Gemeinde, oft beschlossen von der Bundes- und Landesregierung, welche die Aufstockung nötig machen würden.
Lutz Köhler (SPD) wandte sich gegen das Verfahren, in dem die Begründung für die Einstellung erst während der Sitzung genannt wurde: „Der Antrag kommt zu früh und es gab keine Begründung darin.“ Es sei erst zwei Monate her, dass die Mittel gesperrt wurden. Über die mündlich vorgetragene Begründung von Roth müsse seine Fraktion erst einmal diskutieren, weshalb er die Überweisung an den zuständigen Ausschuss beantragte. Joachim Weber stellte die Frage, warum der Antrag nicht von der Verwaltung, sondern von der CDU kommt und schloss sich der SPD an, erst einmal im Ausschuss zu beraten. Gegen die Stimmen der CDU folgten alle weiteren Anwesenden dem SPD-Antrag.
