„Ich habe Ihnen ein Sudoku eingepackt, damit Sie etwas zum Rätseln haben“, rief der Rathauschef in das Ohr des Jubilars. Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters hört Bruno Kant nämlich nicht mehr gut. Über das Geschenk und die Glückwünsche seiner ehemaligen Kollegen aus der Kirche sowie des Ortsvorstehers Holger Breithecker und von Daniela Böschen aus dem Kreisausschuss Fulda, die ebenfalls auf einen Kaffee vorbeikamen, freute sich der Jubilar ebenfalls. Besonderes Highlight für das Geburtstagskind war ein Auftritt der Tanzgruppe katholischer Frauen auf der Terrasse. „Dankeschön“, sagte Bruno Kant danach sichtlich gerührt: „Schöne Grüße an eure Familien.“ Später am Tag schauten dann noch die Messdiener vorbei. Sie brachten dem Pfarrer seine Lieblingstorte, mehrere selbstgebastelte Plakate und Briefe vorbei, über die sich der Jubilar besonders freute. Dann sangen sie ihm mehrere Geburtstagsständchen und richteten ihre Glückwünsche aus.
Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters kümmert sich seine Nichte Beate Kant (71) gemeinsam mit ihrem Mann Dieter Köhler (70) sowie zwei polnischen Pflegerinnen um ihn. Über diese sei der Jubilar auch sehr froh, erklärte er. Kant spreche selbst fließend polnisch. Dies habe er sich im Laufe seines Lebens angeeignet, da er selbst aus der Nähe von Danzig im heutigen Polen stamme, erklärte der Eichenzeller Pfarrer Guido Pasenow. Bruno Kant habe den Kontakt zu seiner alten Heimat durch Reisen gehalten und sich vor Ort verständigen wollen. Dafür seien ihm die Polnischkenntnisse aus seinem Theologiestudium hilfreich gewesen.
Auch nach dem Eintritt in den Ruhestand habe ihr Onkel noch sehr lange weiter gearbeitet, berichtete seine Nichte: „Bis er 100 war, hat er noch Gottesdienste gehalten.“ Mit der Zeit sei Löschenrod zu seinem Zuhause geworden. „Mein Onkel soll für immer hier bleiben“, führte sie aus und ergänzte begeistert: „Es ist toll wie sich hier im Dorf gekümmert wird.“ So würden dem 109-Jährigen immer wieder Nachbarn und Bekannte zur Seite stehen, wenn mal im Haushalt etwas kaputt ginge, meinte Beate Kant.
