Lokales FD 06.02.2025

150 Jahre Vonderau-Museum – Buntes Programm zum Jubiläum

Fulda (as) – „Osthessen unter einem Dach“, so bezeichnete der Leiter der Städtischen Museen, Dr. Frank Verse, die Bandbreite des Vonderau-Museums in Fulda. Am Mittwoch präsentierte er im Vortragssaal das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm. Anlässlich des 150. Geburtstags des „städtischen Museums“ sind zahlreiche Aktionen geplant. Dabei sollen neben dem Flächen am Universitätsplatz auch das Stadtschloss und der Schlosssturm künftig stärker bespielt werden.

Frank Verse (links), Heiko Wingenfeld (dritter von links) und Natascha Lenz (sechste von rechts) zusammen mit dem Team des Vonderau-Museums. Foto: Andreas Schellenberg

Seit 1994 sei das Vonderau-Museum in die neuen Räumlichkeiten gezogen, berichtete Verse. 2022 habe sich das museale Angebot durch die Eröffnung der Villa Walther und das Fastnachtsmuseum im Stadtschloss deutlich erweitert. Er blickte auf einige erfolgreiche Ausstellungen zurück, etwa zu den keltischen Spuren in der Region, die Lebenswelt zur Zeit von Ötzi oder „Europa, Fulda und Ich“ mit Bezug auf die Europawahl. Das Interesse am Museum sei spürbar, freute sich der Museumsleiter: „Bei Schulklassen haben wir hohen Zuspruch.“ Etwa 40.000 Menschen hätten allein im Vonderau-Museum die Dauer- und Sonderausstellungen im vergangenen Jahr besucht, weitere 23.000 seien im Planetarium gewesen. Für den Erfolg sei es wichtig, auch digitale Angebote zu verstärken: „Wir bauen das stetig weiter aus.“ Dazu gehören beispielsweise zwei „Lebendbilder“, bei der die historischen Persönlichkeiten über die Geschichte Fuldas erzählen. So spreche beispielsweise Fuldas letzter Fürstbischof, Adalbert von Harstall, im Stadtschloss über das Ende seiner Herrschaft, während Gangolf Hartung im Vonderau-Museum über das Leben im 30-jährigen Krieg berichte.

Projektleiterin Katja Galinski stellte die geplanten Ausstellungen in diesem Jahr vor. Vom 13. März bis 29. Juni etwa können Interessierte bei „Dino, Dodo & Co.“ mehr über „Lebewesen aus der Urzeit“ erfahren. Vom 23. April bis 14. September werde zum 150-jährigen Jubiläum des Museums auf die Anfangszeit und Entwicklung zurückgeblickt. Künstlerisch spannend gehe es bei der Ausstellung „Karlfried Staubach – Retrospektive“ zu, welche vom 17. Juli bis 31. August zu sehen sein wird. Natascha Lenz vom Team Bildung und Vermittlung verwies auf das Museumsfest am 17. und 18. Mai. Außerdem wolle das Museumsteam den früheren Vortragsaal „mit mehr Leben füllen“ und spannende Mitmach-Aktionen gestalten.

Als Kulturdezernent war Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld bei dem Jahrespressegespräch anwesend. Er ging auf die Anfänge des Museums in Fulda ein. Am 12. Februar 1875 habe der ehemalige Domkapitular Konrad Hahne große Teile seiner Privatsammlung der Stadt geschenkt, unter der Bedingung diese im „anständigen Lokale“ aufzustellen. Wingenfeld erläuterte, dass sich seitdem Fulda und die Museumslandschaft deutlich verändert hätten. Er ging auf die fünf Aufgaben eines Museums ein, welches nicht nur zeitgenössische Quellen sammle und bewahre, sondern Forschung betreibe, Exponate ausstelle und Wissen vermittle. Die Stadt Fulda unterstütze das Vonderau Museum tatkräftig dabei, sich „mit neuem Schwung in die Zukunft“ weiterzuentwickeln. Er sprach ebenfalls über das Thema Finanzierung. In den kommenden Jahren sei eher mit steigenden Kosten durch personellen Aufwand zu rechnen. Gleichzeitig würden die Verantwortlichen versuchen, durch niedrigschwellige Angebote allen Menschen ein Bildungsangebot zu bieten. Hinzu komme die Arbeit der Archivierung: „Es ist Kernaufgabe der Stadt, ihr kulturelles Erbe zu bewahren.“

Jubiläumsjahr im Vonderau-Museum. Fotos: Andreas Schellenberg