Wenn am Donnerstagabend im „Ally Pally“ die Lichter angehen und die ersten Gesänge durch die West Hall hallen, beginnt eine Darts-Weltmeisterschaft, die schon vor dem ersten Anwurf Geschichte schreibt. Die PDC hat das Teilnehmerfeld massiv erweitert – 128 Spieler treten diesmal an, so viele wie nie zuvor. Die Vergrößerung hat Folgen: Zum ersten Mal müssen selbst die Top 32 der Welt direkt in der ersten Runde ans Oche, was den Auftakt ungewohnt brisant macht. Auch beim Geld wurde aufgedreht: Der Weltmeister erhält erstmals eine Million Pfund Preisgeld – ein weiterer Meilenstein für den rasant wachsenden Sport.
Auch aus deutscher Sicht beginnt diese WM mit einem Rekord – und mit echten Hoffnungen. Gleich acht deutsche Spieler haben sich qualifiziert, so viele wie nie zuvor. Angeführt wird das Aufgebot von Martin Schindler, der sich als Weltranglisten-13. längst fest in der erweiterten Weltspitze etabliert hat. Ricardo Pietreczko, Gabriel Clemens, Max Hopp, Niko Springer, Lukas Wenig, Dominik Grüllich und Arno Merk – der sogar das Eröffnungsspiel der gesamten WM bestreitet – komplettieren das deutsche Feld. Ein oder zwei deutsche Achtelfinal- oder gar Viertelfinalteilnahmen wären in diesem Jahr keine Sensation, sondern sind durchaus realistisch, denn die Auslosung hat es vergleichsweise gut mit den Deutschen gemeint.
Im Mittelpunkt stehen ansonsten wieder einmal die beiden Lukes: Titelverteidiger Luke Littler geht als Topfavorit an den Start, dicht gefolgt vom Weltranglistenzweiten Luke Humphries – viele Experten sind sich einig, dass die beiden Engländer, die erst im Finale aufeinandertreffen können, den Titel unter sich ausmachen. Doch auch dahinter lauert eine breite Riege an Topspielern, die den beiden ein Bein stellen wollen: Michael van Gerwen, Gerwyn Price, Gian van Veen oder Josh Rock sind nur einige der Namen, die jederzeit ins Titelrennen eingreifen können.
Besonders bemerkenswert ist zudem auch der Blick auf das Frauenfeld: Fünf Spielerinnen gehen bei der WM an den Start – ein weiterer Rekord. Angeführt wird das Feld von Ausnahmespielerin Beau Greaves, darüber hinaus gehen Publikumsliebling Fallon Sherrock, die erfahrene Lisa Ashton, Noa-Lynn van Leuven sowie Gemma Hayter an den Start. Vor allem Greaves und Sherrock haben bereits des Öfteren gezeigt, dass sie gegen männliche Profis bestehen können – und der Ally Pally ist ohnehin immer für einige Überraschungen gut.
Los geht es am Donnerstagabend um 19 Uhr mit den Vorberichterstattungen auf Sport1 und Dazn, um kurz nach 20 Uhr fliegen dann die ersten Pfeile – und zum Auftakt darf direkt ein Deutscher ran: Arno Merk wird als erster Spieler der diesjährigen WM von Master of Ceremonies John McDonald auf die Bühne geholt und bekommt es mit dem Belgier Kim Huybrechts zu tun.
Wer in diesem Jahr außerdem selbst im Ally Pally dabei ist und seine Eindrücke teilen möchte, kann sich im Vorfeld gerne jederzeit in der Redaktion melden: Entweder per Mail an info@osthessen-zeitung.de oder telefonisch unter 06659/918295.
