Lokales HEF 20.12.2025

Von der Tafel zum Traktor: Laura wagt Schritt zu „Bauer sucht Frau“

Rotenburg (sim) – Ein mutiger Schritt ins Unbekannte, das Herz voller Neugier und Aufregung: So lässt sich Lauras Weg zu „Bauer sucht Frau“ beschreiben. Vom Klassenzimmer auf den Bauernhof, vom vertrauten Alltag in der Schule in die intensive Welt der RTL-Show – für Laura Wagner (26) war das ein großer Sprung. Doch der Wunsch nach Liebe und einem Mann, der dieselben Werte vertritt wie sie selbst, trieb sie an. Schon immer hatte Laura davon geträumt, einmal auf einem Bauernhof zu leben. Die Show bot ihr nun die perfekte Gelegenheit, diesen Traum zu verwirklichen.

Fotos: RTL

In der aktuellen Staffel gehört Laura zu den Kandidatinnen auf dem Hof von Bauer Friedrich. Nach reiflicher Überlegung entschied sie sich, sich bei der Sendung zu bewerben. „Mir hat ein Freund den Aufruf von Friedrich geschickt, da dachte ich anfangs noch nichts“, erinnert sie sich. Auch einige Familienmitglieder hatten ihr den Aufruf weitergeleitet, sodass sie schließlich das Vorstellungsvideo genauer ansah. „Danach habe ich mir das Ganze doch mal angeschaut und hatte direkt ein gutes Gefühl. Wir teilen dieselben Werte, und er wirkte sehr sympathisch.“

Bevor sie die endgültige Entscheidung traf, prüfte Laura, ob sie die Teilnahme organisatorisch stemmen konnte. „Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht: Kann ich das als Lehrerin überhaupt machen? Also habe ich mich erst einmal informiert. Ich war schon immer ein ‚Kopfmensch‘.“ Glücklicherweise fanden die Dreharbeiten in den Sommerferien statt – der ideale Zeitpunkt. „Es sollte irgendwie einfach sein“, erklärt sie.

Der Bewerbungsprozess stellte sich umfangreicher heraus als gedacht. Laura erinnert sich: „Weil ich relativ kurzfristig mit meiner Bewerbung war, habe ich erst vier Tage vor dem Scheunenfest Bescheid bekommen. Ich dachte schon, ich bin nicht dabei. Aber dann kam doch die Einladung.“

Die Hofwoche begann aufregend, da Friedrich zunächst zwei Frauen eingeladen hatte. „Anfangs war es komisch jemanden zu treffen, der noch eine zweite Frau kennenlernt. Zuhause würde ich sowas niemals mitmachen. Aber wir haben beide das Beste draus gemacht und schließlich muss es auch von meiner Seite aus passen - nun entscheidet nicht mehr nur er.“ Laura und Selina, die andere Kandidatin, verstanden sich gut. „Natürlich war es für sie enttäuschend, aber wir sind beide erwachsen damit umgegangen.“ Bereits nach zwei Tagen wurde klar: Friedrich entschied sich für Laura, Selina musste gehen – ein emotionaler Höhepunkt der Hofwoche.

Laura erlebte die Arbeit auf dem Hof hautnah. Sie half bei der Stallarbeit, fuhr Traktor und sammelte Erfahrungen auf dem Spargelfeld. „Meine Augen strahlen, wenn ich auf dem Traktor sitze“, erzählt sie lachend. Die körperliche Arbeit habe ihr überraschend viel Freude bereitet, und sie habe die Verantwortung, die ihr übertragen wurde, sehr geschätzt. „Es war schön, dass mir sofort Aufgaben anvertraut wurden – das hat mir viel bedeutet.“

Doch die Teilnahme brachte nicht nur Arbeit und Romantik, sondern auch öffentliche Aufmerksamkeit. Auf Weihnachtsmärkten in Kassel und Fulda wurde sie erkannt. „Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Und natürlich wollten auch meine Schüler alles wissen“, erzählt Laura.

Besonders emotional waren die Küsse. „Den Kuss dann im Fernsehen zu sehen, war erst ein komisches und ungewohntes Gefühl. Auch der Kuss selbst vor der Kamera war zunächst merkwürdig. Aber zum Beispiel beim Kuss im Flugzeug – das war ein besonderer Moment und wir haben alle Kameras und alles um uns herum vergessen.“ Neben der Romantik entstanden auch Freundschaften in der Staffel. „Mit Pauline und Jenny, den anderen Hofdamen, habe ich mich erst kürzlich auf dem Weihnachtsmarkt getroffen. Da sind echte Freundschaften entstanden, und man kann sich nochmal austauschen, weil sie alles so nachempfinden können.“

Lauras persönliche Perspektive auf die Zukunft ist klar: „Wenn aus Friedrich und mir wirklich etwas Ernstes werden sollte, dann ist mir natürlich bewusst, dass irgendwann auch der Schritt anstehen würde, zu ihm zu ziehen. Mir war von Anfang an klar, worauf ich mich einlasse – sonst hätte ich mich nicht beworben. Aber so eine Entscheidung trifft man nicht leichtfertig. Sie braucht Zeit, Vertrauen und echte Liebe. Denn ich würde nicht nur meinen Wohnort verändern – ich würde ein Stück Heimat, ein vertrautes Umfeld und vor allem meine Familie zurücklassen. Und wer mich kennt, weiß: Ich bin ein sehr familiärer Mensch.“

Mit Kritik in sozialen Medien geht sie gelassen um. „Häufig verstecken sich dort Leute eh hinter Fake-Profilen. Teilweise lese ich dann doch einiges, und da muss ich oft schmunzeln. Die negativen Kommentare angeht, ganz ehrlich, die gehen bei mir rein und direkt wieder raus. Ich weiß, was zwischen Friedrich und mir war – und wie es bei Bauer sucht Frau wirklich war. Nichts ist geskriptet, wir haben jederzeit die Freiheit, selbst zu entscheiden, was wir sagen und wie wir es sagen. Und genau das macht es so echt.“ Gleichzeitig erhält sie zahlreiche positive Nachrichten, die sie gar nicht alle beantworten kann.

Abschließend sagt Laura: „Für mich war es eine besondere Erfahrung und eine besondere Zeit. Ich habe die Entscheidung bei ‚Bauer sucht Frau‘ mitzumachen nie bereut.“ Die Teilnahme hat ihr nicht nur romantische Momente beschert, sondern auch gezeigt, wie wertvoll Freundschaften, Vertrauen und gemeinsame Erlebnisse sein können.