Stundenlang kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen, bis Alsfelds Stadtbandinspektor Daniel Schäfer am frühen Nachmittag sagen konnte: Das Feuer ist unter Kontrolle gebracht. Die Einsatzkräfte waren direkt „massiv“ und in großer Zahl alarmiert worden, und erkannten auf der Anfahrt bereits das Ausmaß durch die tiefschwarze Rauchwolke.
Zwei Lagerhallen des Gebäudekomplexes brannten auf einer Fläche von etwa 80 mal 30 Metern, gab Schäfer in einer ersten Einsatzbilanz an. Da das Unternehmen unter anderem Grill- und Ofenanzünder herstellt, war die Brandlast „extrem hoch“. Mit 150 Feuerwehrkräften wurden die Flammen bekämpft, dazu waren rund 40 Menschen vom Rettungsdienst im Einsatz, die die Versorgung übernommen hatten. Ebenfalls war die Polizei vor Ort.
Nach dem stundenlangen Einsatz ging die Feuerwehr in die Nachlöscharbeiten über, in Zusammenarbeit mit dem THW wurden die Hallen auseinandergenommen und weitere Glutnester gesucht. Das Problem sei die Wasserversorgung gewesen, gab Schäfer an: Das Hydranten-Netz war nicht ausreichend, es mussten mehrere Schlauchleitungen zu offenen Gewässern gelegt werden. Aber: Es gab keine Verletzten. Im Unternehmen wurde zwar vormittags noch gearbeitet, die Mitarbeite hätten sich aber vorbildlich aus dem Gebäude begeben und mitgeteilt, dass sich niemand mehr in den Hallen befindet, so der Stadtbrandinspektor. Damit konnte sich die Feuerwehr auf die Brandbekämpfung fokussieren und verhindern, dass das Feuer übergreift – beispielsweise auf andere Abschnitte, in denen noch größere Brandlast lagerte.
Einen ruhigen Jahresendspurt gibt es für die Feuerwehr damit nicht: Der Einsatz werde sich bis Silvester noch hinziehen, meinte Schäfer: Es müssen Brandwachen gestellt werden, auch die Nachtbesetzung sei in Planung. Es war übrigens nicht der erste Brand bei dem Unternehmen, bereits die Zentrale in Essen war vor einigen Jahren betroffen. Außerdem weckte der Einsatz Erinnerungen an den verheerenden Großbrand am Bücking-Gelände in Alsfeld im Jahr 2013.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hatte am Vormittag eine Rundfunk-Warnmeldung herausgegeben: „Es handelt sich um einen Großbrand in einer Produktionshalle hier entsteht giftiger Brandrauch. Betroffen ist ein Industriebetrieb in Alsfeld. Der Gefahrenbereich umfasst das Betriebsgelände und die umliegenden Straßen. Starke Rauchentwicklung mit möglicherweise gefährlichen Schadstoffen belastet die Umgebung. Es besteht Explosionsgefahr durch gelagerte Chemikalien“. Die Leitstelle warnte weiterhin: „Suchen Sie Schutz in einem Gebäude. Schließen Sie Fenster und Türen und schalten Sie Lüftungen und Klimaanlagen ab. Halten Sie sämtliche Zugangswege zur Brandstelle frei. Folgen Sie den Anweisungen der Einsatzkräfte.“
Der entstandene Sachschaden wird nach ersten vorläufigen Schätzungen im mittleren
bis hohen sechsstelligen Bereich beziffert. Durch die aufwendigen Lösch- und Bergungsarbeiten kam es im Bereich der Einsatzstelle zu Verkehrsbehinderungen. Im Verlauf der Maßnahmen war die Grünberger Straße (B 49) für die Dauer von circa drei Stunden vollgesperrt. Zur Brandursache können derzeit noch keine Angaben gemacht werden, die Kriminalpolizei hat die entsprechenden Ermittlungen aufgenommen.
