Um an der Show teil zunehmen gab es eine klare Anforderung. „Nur Menschen mit Weihnachtsbezug“, erinnert sich Jenisch schmunzelnd: Ein Teilnehmer hieß tatsächlich Weihnachten, eine andere betrieb ein Museum für Christbaumständer, viele engagierten sich sozial – und mittendrin drei Männer aus Schlitz, Heimat der größten Weihnachtskerze der Welt. „Da wurde ich gefragt, ob ich nicht etwas über die Kerze erzählen möchte“, sagt Jenisch. Und natürlich wollte er.
Im Studio selbst wurde es schnell festlich. Die Kandidaten mussten sich weihnachtlich oder elegant kleiden. Jenisch trat – ganz in Kerzenrot – mit einem Pullover auf, auf dem ein Weihnachtsmann prangte. „Das wurde vorher sogar kontrolliert. Einige mussten sich umziehen“, erzählt er. Ein Zirkusdirektor im glitzernden Frack schaffte es immerhin durch die Stilkontrolle – gerade so.
Als Jenisch schließlich seinen Platz im runden Studio einnahm, stieg die Nervosität – zumindest ein bisschen. Denn „Das 1% Quiz“ lebt von schnellen Denkaufgaben, logischen Kniffen und Beobachtungsgabe. Jenisch schlug sich beachtlich, kam bis zur 40-Prozent-Frage. „Da sangen fünf Kinder ein Weihnachtslied, und man sollte sie nach Pulloverfarben sortieren. Da war bei mir Schluss“, sagt er lachend.
Spannend wurde es schon zuvor: Eine Frage bezog sich auf einen Adventskalender, bei dem verschiedene Weihnachtsmärkte aufklappten. „Ich war mir nicht sicher – und das hat der Jörg Pilawa gemerkt.“ Moderator Pilawa kam prompt zu ihm, stellte sich neben Jenisch und fragte: „Schlitz… da war doch was.“ Eine Einladung, die Jenisch dankbar annahm. Die Stadt hatte ihm zwei Fotos der Schlitzer Kerze mitgegeben, die nun groß im Studio eingeblendet wurden. „Natürlich ist das eine Quizsendung, aber für mich war es auch Werbung für unsere Kerze. Und ein Spaß!“, betont er.
Der Tag im Studio war straff organisiert. Um 12 Uhr trafen die drei Schlitzer in Köln ein – etwas zu früh für den Start der Showvorbereitungen. „Wir haben dann noch eine Stunde im Café verbracht, bevor es um 13 Uhr richtig losging: Kleidungskontrolle, Imbiss, Briefing“, erzählt Jenisch. Wer zusammen angereist war, wurde im Studio strikt getrennt gesetzt – Fairness geht vor. „Alles war unglaublich professionell. Die Studiotechnik – Wahnsinn. Und kurz vorher wurde die Stimmung nochmal richtig eingeheizt.“ Besonders beeindruckt zeigte sich Jenisch von Jörg Pilawa: „Der hat die ganze Show ohne Unterbrechung und ohne Zettel durchgezogen. In einem eleganten schwarzen Anzug. Sehr souverän.“
Der Moment, in dem die Schlitzer Kerze im Studio aufleuchtete, war für Jenisch der wichtigste. Seit über 30 Jahren ist sie das Symbol der Stadt – entstanden 1991 aus einer Stammtischidee, die längst zur Tradition gereift ist. Für viele ist sie mehr als Dekoration: ein Licht für Frieden, Gemeinschaft und weihnachtliche Vorfreude. „Das wollte ich auch in der Sendung sagen“, erzählt Jenisch. „Dass unsere Kerze ein Licht für Frieden ist. Das war mir wichtig.“
Am Ende ist Jenisch nicht mit einem hohen Gewinn nach Hause gekommen – aber mit einem Erlebnis, das er nicht missen möchte. „Wenn sich nochmal die Gelegenheit ergibt, ich würde es wieder machen. Der olympische Gedanke zählt“, sagt er. Und vielleicht hat das Publikum des „1% Quiz“ an diesem Abend nicht nur etwas über Logik, Farben und Adventskalender gelernt – sondern auch über eine osthessische Kerze, die jedes Jahr aufs Neue den Himmel über Schlitz rot aufglühen lässt.
