Lokales FD 24.12.2025

Requiem im Dom: Fulda nimmt Abschied von Dagmar Dregger – Fotos

Fulda – Von Silas Messing – Mit einem feierlichen Requiem im Fuldaer Dom und der anschließenden Beisetzung auf dem Friedhof am Frauenberg hat Fulda am Dienstagvormittag Abschied von Dagmar Dregger genommen: Sie war im Alter von 97 Jahren gestorben. Zahlreiche Weggefährten aus Politik, Kirche und Gesellschaft nahmen an der Trauerfeier teil.

Requiem im Dom. Foto: Christine Görlich.

„Ich will zu meinem Alfred, ich will jetzt loslassen“, zitierte Stadtpfarrer Stefan Buß aus den Erinnerungen Dagmar Dreggers in seiner Predigt, bei dem Empfang der letzten Sakramente. Buß würdigte ihr Leben als ein von Familie, Verantwortung und Glauben getragenes Lebenswerk: „Sie lebte für die Familie und war ihrem Mann ein starker Rückhalt.“

Er erinnerte an die familiären Wurzeln Dagmar Dreggers: Ihr Vater war 1928, als sie geboren wurde, Bergwerksdirektor in Rechenhausen, ihre Mutter eine selbstbewusste Frau. Früh habe Dagmar Dregger gelernt, Verantwortung zu übernehmen und das Familienleben aktiv zu gestalten. Auch schwere Schicksalsschläge prägten ihr Leben. Besonders der Tod ihres Sohnes Wolfgang 1972 sei für sie tiefgreifend gewesen. „Dennoch hat sie immer wieder Kraft gefunden, weiterzugehen“, betonte Buß. Der Glaube habe ihr Halt gegeben. An biblische Texte erinnernd, sprach Buß von der Hoffnung, „dass Gott das Leben vollendet und über den Tod hinaus trägt“.

Neben Familie und Glauben widmete Dagmar Dregger sich politischem Engagement. Seit den 1970er-Jahren begleitete sie ihren Mann bei politischen Aufgaben und beteiligte sich aktiv an Diskussionen. Staatssekretär Michael Brand, der in Namen der Stadt und den anderen Politikern sprach, würdigte sie als „eine Frau mit Format, Wissen und scharfem Verstand“. Brand hob hervor: „Sie gehörte zu den wenigen Frauen ihrer Generation, die studieren konnten, und blieb bis ins hohe Alter politisch interessiert und gesellschaftlich engagiert.“ Dagmar Dregger habe Politik nicht nur begleitet, sondern auch mitgedacht und mitgetragen. Brand sagte: „Sie war loyal an der Seite ihres Mannes und zugleich eigenständig in Haltung und Urteil. Ihr Rat und ihre Gespräche haben viele motiviert.“

Nach dem Requiem im Dom wurde Dagmar Dregger auf dem Friedhof am Frauenberg beigesetzt. Familie, Freunde und Wegbegleiter nahmen in stiller Trauer Abschied von einer Frau, die Generationengeschichte erlebte, Verantwortung übernahm und bleibende Spuren hinterlassen hat – in der Familie, in Fulda und weit darüber hinaus.

Requiem und Beisetzung von Dagmar Dregger. Fotos: Christine Görlich.