„17 Hektar in dieser zentralen Lage als Industrie- und Gewerbegebiet, das ist schon etwas ganz Besonderes, und ich denke, das ist auch eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft der Stadt“, sagt Wingenfeld zum „Gummi“-Gelände. Wie die Zukunft dort aussehen wird, ist derzeit aber noch offen. „Das Bieterverfahren läuft, das heißt der Goodyear-Konzern will das Gelände veräußern“, sagt der OB zum aktuellen Stand: „Die Auffassung von mir, dem Stadtbaurat und dem Bürgermeister ist, dass dort weiter Industrie- und Gewerbe sein sollte. Wir sehen dort keinen Wohnpark, zumindest nicht auf dem wesentlichen Teil des Areals.“ Diesbezüglich sei die Stadt auch mit Goodyear in Gesprächen. Um tatsächlich ein stückweit mitgestalten zu können, was auf dem Areal passiert, hat die Stadt bereits im Sommer ein Vorkaufsrecht gesichert. Zunächst einmal habe aber der Eigentümer das Recht, zu prüfen, an wen und zu welchen Konditionen er das Gelände veräußern möchte. Wie lange das Verfahren laufen wird, kann Wingenfeld nicht sagen: „Aus Sicht der Stadt wünschenswert wäre es auf alle Fälle, dass dort möglichst bald neue Arbeitsplätze in zukunftsfähigen Unternehmen entstehen können.“ Denn es brauche Raum für Arbeitsplätze, gerade jetzt: „Wir merken in Deutschland insgesamt, aber auch hier in der Region, dass der Wohlstand, den wir haben, irgendwo erwirtschaftet werden muss“, so der Oberbürgermeister.
Vorbereitungen für zweiten Bauabschnitt der Stadionsanierung laufen
Ein Teil des Fuldaer Stadions wurde in den vergangenen Jahren aufwendig saniert und ist im Oktober im Zuge eines Länderspiels der deutschen U23-Frauenfußball-Nationalmannschaft eingeweiht worden. Nun laufen die Vorbereitungen für den zweiten Bauabschnitt. „Die Planungsleistungen werden gerade ausgeschrieben“, erläutert Wingenfeld: „Da werden wir natürlich auch sehen müssen in den nächsten Monaten und Jahren, was ist finanziell machbar auf der einen Seite – das wird immer gewichtiger – und was ist für den Sport wünschenswert auf der anderen Seite.“ Der erste Bauabschnitt sei schon ein riesiger Sprung gewesen, der aber auch notwendig gewesen sei. „Noch nie ist in den Jahrzehnten so intensiv investiert worden, um das Stadion zukunftsfähig zu gestalten“, erinnert Wingenfeld. Bei der Sanierung setzt die Stadt weiter darauf, dass dort Raum für andere Sportarten neben dem Fußball bleibt, wobei es eine besondere Herausforderung sei, die unterschiedlichen Interessen in Einklang zu bringen. „Aber ich persönlich stehe auch für diesen Kurs, dass Sport von der Vielfalt der sportlichen Angebote lebt“, sagt Wingenfeld. Beim Thema Stadion sei es wichtig, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass ein Stadion nichts Selbstverständliches sei, sondern eines der größten Infrastrukturangebote, das eine Stadt bieten könne – auch für den Schulsport. „Da ist natürlich immer wieder ein Investitionsbedarf, um ein Stadion auch nutzen zu können“ sagt Wingenfeld. In Anbetracht der Summe müsse sich dabei aber auch immer die Frage gestellt werden „Was können wir uns leisten?“ und das gelte natürlich auch für den zweiten Bauabschnitt.
