Campus 06.12.2025

Khakzar als Sachverständiger in Bundestagsausschuss

Fulda (pm/gü) – Der Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages befasste sich im Rahmen eines öffentlichen Fachgesprächs zum Thema angewandte Forschung und Transfer insbesondere mit der Rolle der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs). Hierzu hatte der Ausschuss den Fuldaer Hochschulpräsidenten Prof. Dr. Karim Khakzar, langjähriger Sprecher der HAWs in Deutschland, als Sachverständigen eingeladen.

Screenshot aus der öffentlichen Übertragung des Bundestags. Foto: Deutscher Bundestag

HAWs zeichnen sich durch ihren ausgeprägten Anwendungs- und Praxisbezug und die engen Kontakte zu kleinen und mittleren Unternehmen in den jeweiligen Regionen aus. Damit übernehmen sie eine wichtige Rolle beim Transfer von neuen Erkenntnissen und Innovationen in die Praxis. Mit Blick auf die herausragende Bedeutung des Mittelstands und der kleinen Unternehmen, aber auch Einrichtungen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich, fordert Khakzar im Namen aller HAWs bereits seit Jahren eine deutliche Aufstockung bestehender Förderprogramme für HAWs und die Gründung einer auf die Bedarfe der Regionen und ihrer Hochschulen ausgerichtete Fördereinrichtung für Angewandte Forschung und Transfer. Ziel müsse sein, Innovationen schneller und effektiver in die Umsetzung zu bringen. Hier bestünden laut übereinstimmender Studien im internationalen Vergleich seit Jahren erhebliche Defizite in Deutschland.

Die von Khakzar immer wieder geäußerte Forderung wurde schließlich 2021 von der Ampelregierung aufgegriffen. Nach einer langwierigen Konzeptphase stand 2024 die Gründung einer Deutschen Agentur für Transfer und Innovation (DATI) unmittelbar bevor. Die Auflösung der Ampelregierung bedeutete dann allerdings auch das Ende der DATI. Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD gibt den HAWs nun neue Hoffnung. Angekündigt wird eine „Initiative Forschung und Anwendung“ mit neuen Förderlinien, die sehr stark auf die HAWs ausgerichtet sind. Sogenannte „Transferbooster“ sollen die Umsetzung von Innovationen in den Regionen unter Federführung der HAWs unterstützen und beschleunigen. Darüber hinaus ist die Gründung einer Deutschen Anwendungsforschungsgemeinschaft (DAFG) geplant, die spezielle Förderprogramme von HAWs umfasst. Sie soll zukünftig die dauerhafte und seit Jahren dringend angemahnte Förderung der HAWs im Bereich angewandte Forschung und Transfer sicherstellen.

Khakzar forderte in seiner Stellungnahme im Forschungsausschuss des Bundestags die schnelle Umsetzung der angekündigten Maßnahmen aus dem Koalitionsvertrag, nicht zuletzt, um Wachstumsimpulse für die schwächelnde Wirtschaft in Deutschland zu setzen. Es müsse aber auch dringend eine in der Höhe angemessene Forschungsförderung für HAWs, die sich in den letzten Jahren in der angewandten Forschung enorm entwickelt hätten, bereitgestellt werden. Gegenüber den Universitäten, die über die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit mehreren Milliarden gefördert würden, seien die spezifischen Programme für HAWs mit jährlich circa 70 Millionen Euro viel zu gering ausgestattet. Das große Potenzial der HAWs müsse deutlich stärker genutzt werden, bildeten sie doch bundesweit die Mehrheit der Fachkräfte in den Ingenieurswissenschaften, der Informatik und der Betriebswirtschaftslehre aus, allesamt Schlüsselbereiche für die Wirtschaft.

Einigkeit bestand im Ausschuss sowohl bei den Sachverständigen aber auch bei allen Fraktionen darin, dass nach Verzögerungen und Versäumnissen in der Vergangenheit in Bezug auf die Förderung von Forschung und Transfer an HAWs nun endlich schnell und mit finanziell ausreichend ausgestatteten Fördermaßnahmen gehandelt werden müsse. Außerdem sprachen sich alle für schlanke und unbürokratische Bewilligungsverfahren aus, um auf die Bedarfe der Praxis schnell und effizient regieren zu können. Laut Khakzar nehmen die HAWs hierbei eine zentrale, verantwortungsvolle Rolle ein. Dass sie dies können, hätten sie in den letzten Jahren immer wieder unter Beweis gestellt. Staatssekretär Matthias Hauer (CDU) kündigte in der Ausschusssitzung für Anfang 2026 eine grobe Skizze und einen Zeitplan für die DAFG an.

Die Aufzeichnung des Fachgesprächs im Ausschuss Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages gibt es online auf der Seite des Deutschen Bundestags zu sehen: www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw49-pa-forschung-1127668