Wie zahlreiche Unternehmen der Branche steht auch die KGM aktuell vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Die anhaltende Schwäche des globalen Automobilmarktes sowie eine ausgeprägte Investitionszurückhaltung im Maschinenbau und angrenzenden Bereichen führen zu spürbaren Volumenrückgängen. Gleichzeitig steigt der Preisdruck seitens der Kunden deutlich an. Diese Kombination belastet die wirtschaftliche Situation der gesamten Automobilindustrie, ihrer Zulieferer – und damit auch die KGM – erheblich.
Ungeachtet dieser schwierigen Rahmenbedingungen bekennt sich das Unternehmen klar zu Deutschland und insbesondere zum Standort Fulda. Das über Jahrzehnte aufgebaute Know-how der Belegschaft gilt dabei als zentraler Wettbewerbsfaktor, der langfristig erhalten werden soll.
Vor diesem Hintergrund haben sich Geschäftsführung und Betriebsrat in dieser Woche auf eine befristete Reduzierung der Arbeitszeit in einem klar definierten, für alle Beschäftigten gleichermaßen geltenden Umfang ab Januar 2026 geeinigt. Die Maßnahme soll dem Unternehmen den notwendigen zeitlichen Spielraum verschaffen, um organisatorische Anpassungen sozialverträglich vorzubereiten und gleichzeitig zentrale Zukunftsinvestitionen strukturiert auf den Weg zu bringen.
In einem weiteren Schritt sollen gemeinsam mit dem Sozialpartner IG Metall Gespräche über ein umfassendes Maßnahmenpaket zur nachhaltigen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und zur langfristigen Sicherung der Beschäftigung aufgenommen werden.
Geschäftsführung und Betriebsrat sind sich bewusst, dass sowohl der jetzt vereinbarte erste Schritt als auch weitere, noch mit der IG Metall zu verhandelnde Maßnahmen für viele Beschäftigte mit persönlichen Härten verbunden sein werden. „Nur durch eine wettbewerbsfähigere Positionierung des Unternehmens ist jedoch eine Sicherung der KGM am Standort Fulda möglich“, betont Hauptgesellschafter Matthias Richter. „Wir sind dankbar, dass wir einen gemeinsamen Weg gefunden haben. Durch mehr digitale Prozesse, KI-unterstützte Routineaufgaben sowie eine moderne, optimierte und schlankere Produktion werden wir die KGM wieder dorthin führen, wo sie über 112 Jahre lang stand: führend in Qualität und Leistung und international erfolgreich.“
Die KGM hebt hervor, dass der eingeschlagene Transformationsweg in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat erfolgt. „Es ist auch unser gemeinsames Interesse, dass wir weiter bestehen – und das geht nur miteinander“, unterstreicht Lothar Mathes, Vorsitzender des Betriebsrats.
