Fußball 11.12.2025

Hessenliga – HSV-Schock zur Winterpause soll Extra-Motivation sein

Hünfeld (pf) – Die erste Halbserie des Hünfelder SV war eine Achterbahnfahrt: Sechs Siege am Stück feierten die Hessenliga-Fußballer des HSV zum Saisonstart, ehe kleine Tiefs und Hochs folgten – und am Ende nun eine ernüchternde Bilanz. Drei Heimspiele hintereinander verloren die Haunestädter, das letzte auf maximal bittere Art und Weise.

Im Heimspiel gegen Marburg haute sich Marcel Trägler (beim Kopfball) voll rein – das müssen er und seine Mannschaft auch in der Restrunde tun, denn der Blick geht zur Winterpause nach unten. Foto: Christine Görlich

Nicht in der 88. oder 89. Minute, sondern in der Nachspielzeit fielen beide Stadtallendorfer Treffer. Aus einem 1:0-Sieg vor Weihnachten wurde ein 1:2 – und die dritte Pleite in Folge, die „tiefe Spuren“ hinterlassen hat, sagt Trainer Johannes Helmke: „Sowas gibt es immer mal im Fußball, aber als Trainer habe ich das noch nicht erlebt. Das zu erklären, ist fast unmöglich. Wir hatten vorher top Kontergelegenheiten“. Die erste Hälfte war an die Eintracht gegangen, die aber das Tor nicht machte. Dann ging der HSV in Führung, vergab seinerseits aber auch beste Chancen. Und während die Gäste von einem hochverdienten Sieg sprachen, fanden wohl selbst die neutralen Zuschauer diese Bewertung wie Helmke etwas „drüber“.

So sind es 26 Zähler nach 20 Partien zur Winterpause, nur noch 14 Spiele stehen im neuen Jahr an. „Natürlich haben wir uns das anders vorgestellt“, gibt Helmke zu, gerade nach dem super Start seines HSV. Doch es sind Kleinigkeiten, die in der Hessenliga wohl bis Saisonende den Ausschlag geben werden: „Verkürzen wir das Jahr um zwei Minuten, stehen wir auf Platz sieben, dann ist für viele alles in Ordnung. Das soll aber keine Ausrede sein“, macht der Trainer klar und hat die Tabelle vor Augen. So wisse aber nun „absolut jeder, was es geschlagen hat“.

Frustriert und sprachlos sei die Mannschaft nach dem letzten Spiel gewesen, doch das Team traf sich anschließend nochmal zu einem kleinen, inoffiziellen Jahresabschluss. Die Arbeit für das Trainerteam beginnt nun: „Wir führen noch Gespräche am Telefon, werden die Spiele nochmal analysieren und versuchen, die Erfolgsfaktoren aus den Spielen herauszustellen, die wir für uns entschieden haben“. Die Videoanalyse sei im Winter natürlich intensiver möglich. Derweil sollen seine Spieler erstmal „abschalten“, denn die Vorbereitung werde hart, blickt Helmke voraus: „Der Plan war, dass wir eine ruhigere Pause haben. Aber das müssen wir jetzt annehmen, wie es ist, und im neuen Jahr noch einen Tick mehr machen als vielleicht gedacht“. Der Fokus solle auf den Dingen liegen, die der HSV beeinflussen kann. Dazu gehört nicht, sich zu fragen, ob gegen Stadtallendorf fünf Minuten Nachspielzeit sein mussten, sondern „Fitness und Einstellung“, nennt Helmke wesentliche Faktoren: „Dieser Schock jetzt – das ist vielleicht das einzig Positive – ist eine extra Motivation fürs neue Jahr“.

Einige Spieler erwartet der HSV von Verletzungen zurück: Luca Uth beispielsweise, der noch kein Ligaspiel in dieser Runde absolviert hat, oder Thore Hütsch, der zuletzt den ersten Kurzeinsatz bekam. Dennis Müller sei ebenfalls sehr diszipliniert im Aufbautraining, Nils Witte sollte in den kommenden Monaten auch aus München zurück sein. Boas Kümmel hat der Trainer ebenfalls noch in der Hinterhand. Alle Verletzten seien immer „nah an der Mannschaft“ gewesen und sollen bald wieder auf dem Platz helfen. Marcel Trägler, dessen Wechsel im Sommer nach Großentaft bekannt wurde, habe genauso offen kommuniziert. „Es ist völlig normal, dass man sich Gedanken macht, sich in einem gewissen Alter etwas zu verändern“, sagt Helmke, der sich sicher ist: „Er wird in der Rückrunde Vollgas geben“.