Fußball 07.12.2025

Hessenliga – HSV ereilt zum Abschluss die „Mutter aller Niederlagen“

Hünfeld (pf) – Nur einer konnte den Bock umstoßen vor der Winterpause in der Fußball-Hessenliga: Und obwohl es bis kurz vor Spielende gut für den Hünfelder SV aussah, erlebten die Haunestädter gegen Stadtallendorf am Samstag ein ganz, ganz bitteres Ende. Es setzte die dritte Heimpleite in Folge, die Eintracht drehte die Partie noch in ein 2:1 (0:0).

Leon Lindenthal und Eintracht Stadtallendorf waren – nach über 90 Minuten – in Hünfeld obenauf. Archivfoto: Christine Görlich

1:2 gegen Marburg, 1:3 gegen CSC Kassel und nun 1:2 gegen Stadtallendorf. Die Heimspiel-Serie, mit der Fußballjahr 2025 endete, hatte sich der Hünfelder SV ganz anders vorgestellt. Der negative Höhepunkt war die Nachspielzeit im Spiel gegen die Eintracht, aus der 1:0-Führung wurde schließlich die Niederlage. Stadtallendorfs Trainer Gino Parson erkannte an, dass der Verlauf aus Hünfelder Sicht „bitter“ war, sprach aber auch von einem verdienten Sieg seiner Mannschaft, und fühlte sich direkt an das Champions League Finale von 1999 erinnert, als Manchester United gegen die Bayern ähnlich gewann.

Die Mittelhessen waren in der ersten Hälfte klar überlegen und vergaben mehrere Hochkaräter. Alleine Arne Schütze hätte zweimal die Führung auf dem Fuß beziehungsweise auf dem Kopf. „Es kann 3:0 oder 4:1 stehen“, befand Parson, und meinte nur die ersten 45 Minuten. Hünfeld veränderte etwas an der Statik, Trainer Johannes Helmke brachte für den zweiten Durchgang unter anderem Marcel Trägler ins Spiel, der vorne direkt mehrmals auffällig war. Das Blatt wendete sich nach und nach, wenngleich es trotzdem eine Standardsituation brauche, die den HSV in Führung brachte: Nach einer Ecke wurde der Ball per Kopf im Gewusel verlängert, Aaron Gadermann stand am langen Pfosten richtig und haute die Kugel rein (72.). Es war ein Treffer, der die Hoffnung auf ein kleines Weihnachtsgeschenk in die Haunestadt zurückbrachte. Ein solches bekam dann auch Thore Hütsch mit seinem ersten Einsatz nach langer Verletzungspause. Seine Leidenszeit endete bereits mit einem Spiel bei der zweiten Mannschaft, nun brachte ihn Helmke erstmals.

Doch alle Hünfelder auf dem Platz hätten sich ein anderes Ende gewünscht, denn dann wurde es dramatisch: Eintracht-Trainer Parson lobte zunächst einmal die „richtige Energie“ in seiner Truppe, weil Stürmer Leon Lindenthal direkt nach dem HSV-Tor zurückeilte, um den Ball zu holen. Stadtallendorf rannte weiter an und kam in der Nachspielzeit schließlich zum Ausgleich, Schütze traf aus kurzer Distanz. „Damit waren wir eigentlich zufrieden“, gab Parson an und hatte sich fast mit dem fünften Remis in Folge angefreundet. Doch seine Spieler hatten noch nicht genug, und als alle mit dem Schlusspfiff rechneten, traf ausgerechnet Trainersohn Kilian Parson nach einem letzten langen Ball und drehte das Spiel wieder auf den Kopf.

Völlige Ernüchterung herrschte bei Hünfeld nach der dritten Heimniederlage in Folge. Ganz anders die Stimmung bei der Eintracht aus Stadtallendorf, die seit über zehn Wochen und insgesamt 15 Pflichtspielen nicht gewinnen konnte: „Wir benutzen seit Wochen das Wort Belohnung. Heute ist sie da. Hier ist jeder mit Herz und Leidenschaft dabei“, sprach Parson nicht nur für die Mannschaft, sondern den Gesamtverein, und zog dennoch seinen Hut vor den Spielern: „Am Ende war das hochverdient“.

Hünfelder SV: Boureanu; Häuser, Zöll, Dücker, Vogler (81. Hütsch), Fröhlich, Lindemann (46. Kemmerzell), Kocak (46. Trägler), Simon, Gadermann, Kassa (90. Herr).

Stadtallendorf: Schneider; Juwara (84. Onyekwere), Rinderknecht, Bremer (58. K. Parson), Funk, Schütze, Heuser, Berninger-Bosshammer, Stein (64. Trümner), Lindenthal, Hinzmann.

Schiedsrichter: Kevin Steinmann (SG Gronau)

Tore: 1:0 Aaron Gadermann (72.), 1:1 Arne Schütze (90.+3), 1:2 Kilian Parson (90.+5)

Zuschauer: 150