„Unsere Notaufnahme hat in diesem Jahr bislang mehr als 24.000 Menschen versorgt – mit stetig wachsender Inanspruchnahme“, erklärt Geschäftsführer Michael Sammet kurz vor Weihnachten: „Das zeigt, wie groß der Bedarf und wie wichtig eine verlässliche Notfallversorgung für unsere Region ist.“ Das Herz-Jesu-Krankenhaus betreibe die zweitgrößte Notaufnahme in der Region und versorgt mittlerweile mehr als ein Drittel aller Notfallpatienten dort. „Das ist ein klarer Hinweis auf die zunehmende Bedeutung des Herz-Jesu-Krankenhauses innerhalb der regionalen Gesundheitsversorgung“, so Sammet. Seit Jahren steige die Zahl der Patientenkontakte kontinuierlich an“, berichtet Sammet.
Um dieser Entwicklung zu begegnen, erweitert das Krankenhaus stetig sein diagnostisches und therapeutisches Angebot. „Zuletzt mit der umfangreichen Modernisierung und Erweiterung der Radiologie“, nennt Sammet ein Beispiel. Ziel sei es, „eine zukunftsfähige medizinische sowie pflegerische Versorgung aus einer Hand von der Diagnostik bis zur Behandlung sicher zu gewährleisten“. Gleichzeitig bringe der steigende Patientenzulauf erhebliche organisatorische und personelle Herausforderungen mit sich. „Um dem steigenden Bedarf sowie dem wachsenden Zustrom der Patienten in der Notaufnahme gerecht zu werden, hat sich demzufolge die Anzahl der dort interdisziplinär tätigen Mitarbeitenden fast verdoppelt“, führt der Geschäftsführer aus. Einhergehend damit habe sich auch der Platzbedarf für die Versorgung erhöht. Bereits seit 2022 plant das Herz-Jesu-Krankenhaus deshalb den Neubau der Notaufnahme. „Wir wollen Raum schaffen, Funktionsabläufe verbessern und Wegezeiten verringern“, erläutert Sammet. Ziel sei es, die Versorgung weiterzuentwickeln: „Für unsere Patientinnen und Patienten ebenso wie für unsere Mitarbeitenden, vor allem aber für die Menschen, die uns in Ausnahmesituationen dringend brauchen“.
Als Ursachen für den steigenden Zulauf nennt der Geschäftsführer mehrere Faktoren. „Unser Einzugsgebiet ist größer geworden – immer mehr Menschen aus den umliegenden Landkreisen kommen zu uns“, so Sammet. Hinzu komme eine bundesweite Entwicklung: „Immer mehr Menschen suchen mit gesundheitlichen Problemen die Notaufnahmen auf, auch wenn kein akuter, lebensbedrohlicher Zustand vorliegt.“ Oft fehle es an zeitnahen Arztterminen oder an klarer Orientierung im Gesundheitssystem. „Manche kommen zu uns, weil sie keinen Termin beim Haus- oder Facharzt bekommen oder unsicher sind, wohin sie sich wenden sollen“, erklärt Sammet. Der Rückgang von Hausarztpraxen im ländlichen Raum verschärfe die Situation zusätzlich.
Um die Notaufnahmen langfristig zu entlasten, sei eine bessere Patientensteuerung notwendig. „Ein zentraler Hebel ist eine verbesserte Orientierung darüber, welche Beschwerden in der Notaufnahme behandelt werden müssen und wann Hausarzt, Facharzt oder der ärztliche Bereitschaftsdienst die richtige Anlaufstelle sind“, sagt Sammet. So könne sichergestellt werden, dass Patientinnen und Patienten schneller am richtigen Ort versorgt werden und die Notaufnahme für echte Notfälle entlastet werde.
