„Ich habe eine Entscheidung getroffen“, erklärte Carola sichtlich bewegt. „Du hast alles richtig gemacht, aber ich habe das Heimweh zu meiner Familie unterschätzt. Ich habe bemerkt, dass mir meine Familie wichtiger ist als die Sehnsucht nach Zweisamkeit.“ Worte, die Herbert nachdenklich machten: „Vielleicht war das der Grund, dass ich in den vergangenen Tagen nicht so den Zugang zu ihr gefunden habe.“
„Es war am Ende auch eine Erleichterung“ – Herbert spricht offen über das Aus
Im Gespräch mit Osthessen-Zeitung schildert der 59-jährige Pferdepensionsbetreiber die Situation ausführlich. Carola habe ehrlich und frühzeitig ausgesprochen, was sie bewegte, sagt er. „Das Heimweh war für sie einfach zu stark. Sie konnte das nicht überwinden und hat sich entschieden, die Hofwoche abzubrechen.“ Herbert habe selbst gespürt, dass der berühmte Funke nicht recht überspringen wollte: „Ich habe nach ein paar Tagen gemerkt, dass ich keinen richtigen Durchbruch erzielen kann. Da war es natürlich auch eine Erleichterung, dass sie es offen ausgesprochen hat.“
Geplant hatte Herbert eigentlich noch einiges: Als Ortsteil-Wehrführer hätte er Carola gerne Einblicke in die Feuerwehrarbeit gegeben, auch ein Familiengrillen stand auf seiner Liste. Doch Carola lehnte das aus Sorge ab, dadurch könnte ihr Heimweh nur noch stärker werden. Trotzdem blickt Herbert ohne Groll zurück. „Ich habe ihr das nicht übel genommen – ich verstehe ihre Beweggründe“, betont er.
Und dennoch zeigt er sich überzeugt, dass seine Entscheidung richtig war: „Die Entscheidung, nur eine Frau mit auf den Hof zu nehmen, war an dem Tag definitiv die richtige.“ Gleichzeitig bleibt ein leiser Stich: „Natürlich muss man sagen, wie es jetzt gelaufen ist und was am Ende herausgekommen ist – das steht auf einem anderen Blatt.“
Gemeinschaft statt Frust: Der Osthesse lobt die „Bauer sucht Frau“-Familie
Trotz des frühen Abschieds bleibt Herbert positiv gestimmt. Besonders die Gemeinschaft innerhalb der Staffel beeindruckt ihn nachhaltig. „Die Community ist unglaublich. Wir sind wirklich zusammengewachsen“, erzählt er begeistert. Alle Teilnehmer seien in einer großen WhatsApp-Gruppe miteinander vernetzt – und der Osthesse möchte diese neu gewonnenen Bekanntschaften nicht mehr missen. „Mein Bekanntenkreis ist jetzt über ganz Deutschland verteilt“, sagt er schmunzelnd. „Diese Erfahrung nimmt mir keiner mehr – egal, wie die Hofwoche ausgegangen ist“ ergänzt Herbert zufrieden.
Ehrliche Einblicke in das TV-Format
Kritik im Netz, „Bauer sucht Frau“ sei gestellt oder inszeniert, kann der Alheimer nicht bestätigen. „Es wurde genau das gemacht, was ich mit Carola wirklich vorhatte. Da war nichts Fake.“
Gleichzeitig betont Herbert, dass er zu seiner Entscheidung steht, nur eine Frau zur Hofwoche einzuladen. „Ich bin alleinerziehend, meine Söhne sind 16 und 17. Sie haben mich zum Scheunenfest regelrecht losgeschickt und sich gewünscht, dass ich nur eine Frau mit nach Hause bringe. Und ich selbst wollte mich auch voll und ganz auf eine Person konzentrieren – statt unter Stress mehrere Frauen gleichzeitig kennenlernen zu müssen.“
Soldatenerfahrung versus Heimweh
Dass Heimweh für Carola eine so große Rolle spielte, kann Herbert nachvollziehen – auch wenn es für ihn persönlich ungewohnt ist. „Ich war als Soldat viel von zu Hause weg. Für mich war das nie ein Problem. Aber jeder Mensch ist anders, und ich nehme ihr das nicht übel.“ Sein Fazit fällt ruhig und reif aus: „Es ist, wie es ist. Ich kann damit leben.“
Herbert bleibt offen für Neues – vielleicht sogar ganz in der Nähe
Seine Teilnahme an der RTL-Sendung macht Herbert inzwischen in der Region bekannt. Viele Menschen hätten gesehen, dass er es ernst meint mit der Suche nach einer Partnerin: „Vielleicht meldet sich ja jemand aus der Gegend, der meine Werte teilt“, hofft der 59-Jährige. Die Produktion habe ihm bereits erklärt, dass nach der Ausstrahlung häufig weitere Interessentinnen auf die Teilnehmer zukommen. Ein persönliches Highlight sei zudem der Besuch von „Bauernreporter“ Ralf auf seinem Hof gewesen. „Das hat richtig Spaß gemacht. Wir waren unter anderem am Highwalk in Rotenburg – Dinge, die ich Carola gern noch gezeigt hätte.“
Blick nach vorn
Trotz des kleinen Herz-Schmerzes bleibt Herbert optimistisch: „Ich bin guter Dinge, was die Zukunft angeht. Und ich würde jederzeit wieder mitmachen – allein wegen der tollen Community, die entstanden ist.“
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