„Unsere Spiele sind entweder Top oder Flop“, schmunzelt Ersöz. Aus 18 Spielen gingen die Sprudelkicker zehnmal als Sieger vom Platz, achtmal mussten sie sich geschlagen geben. Damit sind sie gemeinsam mit Oberzell/Züntersbach das einzige Teams ohne eine Punkteteilung. „Wir waren zu oft nicht konstant“, erklärt Ersöz und fügt an: „Unsere Spielidee mit dem Pressing bringt viel Risiko mit sich“. Dennoch hätte sich der Coach über das ein oder andere Unentschieden gefreut. Mit 30 Punkten stehen die Sprudelkicker dennoch alles andere als schlecht da. Nur zwei Zähler fehlen zum Primus Aulatal, der aber ein Spiel weniger hat.
Mit der Tabellenkonstellation sowie der Entwicklung seines Teams ist Ersöz zur Winterpause jedenfalls zufrieden. „Wenn wir in der Rückrunde nochmal angreifen, ist alles möglich“, gibt er die Marschroute vor. Doch die Gruppenliga sei in diesem Jahr so spannend wie wohl lange nicht. Aulatal an der Spitze und Vogelsberg auf dem möglichen Abstiegsrelegationsplatz trennen beispielsweise nur sieben Punkte. Ersöz ist von der Liga begeistert: „Ich finde es sehr geil und viel spannender“.
Bis Ende November wurde in Bad Soden noch trainiert, ehe Ersöz seine Spieler zum Regenerieren und Erholen schickte. Drei Wochen vor dem Vorbereitungsstart ruft dann wieder die Pflicht und der Coach bittet seine Jungs, Läufe zu absolvieren. Dabei legt er während der Vorbereitung besonders großen Wert auf taktische Inhalte. Dynamische Pressings-Spiele, Rondos und vieles mehr stehen auf dem Plan – Hauptsache der Ball ist dabei. „Ich will den meisten Ballbesitzanteil im Spiel haben“, so der Coach. Aber auch die Athletik wird auf dem Programm stehen, um das gesteckte Ziel frühestmöglich zu erreichen. „Ich will die 45-Punkte-Marke knacken, damit wir nicht absteigen. Wenn wir das erreicht haben, können wir schauen, was noch alles nach oben geht“.
In den vergangenen Jahren mussten Teams mit 40 Zählern teilweise noch bangen, mit 45 Punkten sei der Klassenerhalt allerdings so gut wie sicher. „Die Jungs wollen jedes Spiel gewinnen, das haben sie von mir geimpft bekommen“, sagt Ersöz. In der engen Liga komme es auf jeden Punkt an. „Verlierst du zwei Spiele, bist du wieder unten“, weiß der Coach. Das Ziel von Ersöz ist jedoch etwas anderes. „Wir wollen die Spieler entwickeln und sie an die erste Mannschaft ranführen“. Bad Soden biete seinen Spielern ein breites Portfolio mit guten Trainings-, aber auch Spielbedingungen. In der Verbandsliga stehen die Sprudelkicker auf Rang zwei, die Zweitvertretung selbst auf Platz drei eine Klasse tiefer. Daher sehe Ersöz das Team nicht als klassische Reservemannschaft, sondern eher als „Fördermannschaft“. „Wir können den Spielern etwas bieten“. Neuzugänge seien im Winter keine geplant.
