Fußball 04.12.2025

Gruppenliga – Hönebach bleibt kämpferisch – Gabriels Zukunft offen

Hönebach (jk) – Sportlich steht der ESV Hönebach absolut mit dem Rücken zur Wand: Drei Punkte aus 16 Spielen, dazu kein Sieg. Das ist die ernüchternde Bilanz der Eisenbahner zum Jahresende in der Fußball-Gruppenliga. Seit einigen Wochen stand Olaf Gabriel an der Seitenlinie: Er übernahm nach einem katastrophalen Saisonstart von Enis Adrovic und erkämpfte sich mit seinem Team drei Unentschieden. Trotz der sportlich angespannten Lage blickt er zuversichtlich der Restrunde entgegen.

Archivfoto: Natalia Lindt

Die aktuelle Gruppenliga-Saison wird der ESV wohl nicht mehr so schnell vergessen, allerdings im negativen Sinne. Drei Punkte nach 16 Spielen. Ein Torverhältnis von 13:45 und sowohl die schlechteste Defensive als auch Offensive der Liga – die Eisenbahner tragen die Rote Laterne. Nach einem katastrophalen Start mit acht Niederlagen in Folge und dem Ausscheiden in der zweiten Runde des Kreispokals zog der ehemalige Trainer, Enis Adrovic, die Reißleine und trat zurück. Anfang September übernahm Olaf Gabriel beim ESV die Zügel und holte bei seinem Debüt gegen den SV Neuhof (2:2) den ersten Punkt in der Saison. Im Anschluss spielte Hönebach in den restlichen sieben Rundenspielen zweimal 2:2 und steht somit fünf Punkte hinter Neuenstein auf dem letzten Tabellenplatz.

„So eine Situation hatte ich selbst noch nie. Ich habe aber eine Mannschaft, die offen für neue Sachen ist“, sagt Gabriel. Die Gründe für den Saisonverlauf seien klar. Die Hinrunde war geprägt von Verletzungspech. Mit Manuel Schmidt und Hendrik Hirschfeld fielen zwei Schlüsselspieler lange aus und kehren zum Jahreswechsel wieder zurück. Aber auch der körperliche Zustand der Spieler, den der Coach vorfand, war eher unterdurchschnittlich. „Sie waren athletisch nicht auf der Höhe“. Doch Gabriel drehte an den richtigen Stellschrauben und freute sich über eine gute Trainingsarbeit seither. „Wir haben viel probiert und aufgearbeitet. Es gab Spiele, wo wir den Ausgang lange offengehalten haben“. Die ständige Rotation aufgrund von Platzverweisen oder anderweitigen Ausfällen ließ konstante Leistungen kaum zu. „Wir haben nie mit derselben Mannschaft gespielt“, erläutert Gabriel, attestiert seiner Truppe aber: „Die Moral stimmt“.

Die Winterpause kam dem ESV gerade recht – auch wenn die letzten Wochen unter dem neuen Trainer positiv verliefen. Die Spieler sollen nun die Köpfe freibekommen und an der eigenen Fitness arbeiten. Gabriel gab jedem Spieler einen individuellen Lauf-Plan mit wöchentlichen Steigerungen für den kalten Winter mit – und hat den Vorbereitungsstart bereits für Mitte Januar terminiert. In der Vorbereitung möchte der Trainer dann großen Wert auf den eigenen Ballbesitz legen. „Wir müssen erstmal dominanter mit Ball werden. Daran haben wir bereits viel gearbeitet“. Die Rückkehrer Schmidt und Hirschfeld können dabei sicherlich helfen. Aufgrund der personellen Lage habe sich zudem der A-Jugendliche Nicolai Fischer für den Gruppenliga-Kader empfohlen. Gabriel traue dem 17-jährigen Innenverteidiger zu, sich in der Viererkette zu etablieren.

Der Fokus für die Restrunde ist klar. Die Eisenbahner müssen und wollen so viele Punkte wie möglich holen, um das Unmögliche zu schaffen. „In der Situation hilft nur eines, und das ist Punkten. Wir brauchen Erfolgserlebnisse“. Gabriel ist dabei besonders eines wichtig: „Ich möchte eine andere Außendarstellung sehen“. Der Verein bringe der Arbeit von Gabriel viel Wertschätzung entgegen, so sehr, dass ihm ein Angebot über die aktuelle Spielzeit hinaus unterbreitet wurde. Ob er auch in der kommenden Saison, egal ob KOL oder Gruppenliga, an der Seitenlinie stehen wird, ließ er offen. „Ich bin mit dem, was im Umfeld alles läuft, sehr zufrieden und bereue es nicht. Am Ende müssen Resultate her und eine Entwicklung der Mannschaft erkennbar sein“. Aufgrund der Personaldecke möchte Hönebach im Winter nochmal auf dem Transfermarkt zuschlagen. Gespräche würden noch laufen, dabei soll es sich unter anderem auch um einen alten Weggefährten von Gabriel handeln.