Lokales FD 18.12.2025

Faulturm im Klärwerk Gläserzell wieder in Betrieb - Fotos

Fulda (jah) – Nach mehreren Monaten intensiver Arbeit sind die umfangreichen Kontroll- und Revisionsmaßnahmen an einem Faulturm des Klärwerks Gläserzell erfolgreich abgeschlossen worden. Ziel der Maßnahme war es, den langfristig sicheren und reibungslosen Betrieb der Anlage sowie den Erhalt der baulichen Substanz und der technischen Einbauten sicherzustellen.

Fotos: Justin Klenner

Auf dem Gelände des Klärwerks Gläserzell in der Schlitzer Straße stehen zwei Faultürme mit einem Volumen von jeweils rund 4000 Kubikmetern. Der Innenraum der Bauwerke misst von der oberen bis zur unteren Spitze etwa 26 Meter. Unter normalen Betriebsbedingungen wird dort Faulschlamm bei rund 38 Grad Celsius und einer Aufenthaltszeit von etwa 25 Tagen stabilisiert. Dabei entstehen täglich durchschnittlich rund 4000 Kubikmeter Faulgas, das in drei Blockheizkraftwerken zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt wird. „Solche Kontrollen sind alle sechs bis acht Jahre vorgesehen – in diesem Fall waren es jetzt acht Jahre. Der Aufwand ist enorm, deshalb versucht man, diesen Zeitraum möglichst auszureizen. Jetzt war die Maßnahme aber notwendig“, erklärt Betriebsleiter Florian Schaub.

Für die Revision wurde einer der Faultürme vollständig außer Betrieb genommen und entleert. Allein dieser Prozess dauerte rund sieben Wochen. Besonders aufwendig gestaltete sich die Reinigung der unteren Trichterspitze, die etwa neun Meter unter der Erdoberfläche liegt und in der sich über Jahre Ablagerungen angesammelt hatten. Diese wurde mithilfe eines Saugfahrzeugs der eigenen Kanalunterhaltung schrittweise gereinigt.

„Am Ende des Sommers war der Faulturm vollständig entleert. Danach folgten die Reinigungs- und Kontrollarbeiten, unter anderem wurde der Beton genau geprüft“, so Schaub weiter. Insgesamt sei das Projekt seit rund dreieinhalb Monaten im Gange gewesen – mit hohem personellem Einsatz sowohl durch eigene Mitarbeitende als auch durch externe Fachfirmen.

Nach der Reinigung konnten die unteren Bereiche des Faulturms über Leitern begangen und inspiziert werden. Die höher gelegenen Zonen wurden durch das Befüllen des Turms mit Wasser untersucht – teils sogar per Schlauchboot. Um in das Boot im Inneren des Faulturms zu gelangen, wurden Mitarbeitende von der Faulturmspitze abgeseilt. Sicherheit hatte dabei oberste Priorität: Vor Beginn der Arbeiten wurde die Luft im Faulturm auf giftige und explosive Gase überprüft. Sämtliche Tätigkeiten erfolgten unter Höhensicherung, zudem stand jederzeit eine Winde zur Personenrettung bereit. „Das ist nichts Alltägliches für uns und durchaus mit Risiken verbunden. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Vorbereitung und eingespielte Abläufe“, betont Schaub.

Die eigentlichen Kontroll- und Reparaturarbeiten, darunter Instandsetzungen an einer Tür sowie am Faulturmmischer, dauerten rund sechs Wochen. Der letzte Schritt war nun das Wiedereinsetzen des vollständig revidierten Mischers inklusive Motor: Dieser wurde mit einem Kran auf die Faulturmspitze in etwa 17 Metern Höhe gehoben und angeschlossen.

„Die nächsten sechs bis acht Jahre sollte der Faulturm jetzt wieder problemlos laufen“, zeigt sich Schaub zufrieden. Besonders hervorzuheben sei, dass die außergewöhnliche und aufwendige Maßnahme nahezu vollständig durch das Personal des Abwasserverbandes Fulda umgesetzt wurde. „Nur durch die hohe Einsatzbereitschaft und die gute Zusammenarbeit konnten wir das Projekt erfolgreich und wirtschaftlich abschließen“, so der Betriebsleiter abschließend.

Entleerung und Kontrolle eines Faulturms am Klärwerk Gläserzell. Fotos: Justin Klenner