Lokales FD 28.12.2025

Die (un)heimlichen Dickmacher – Verdeckte Ermittlungen in Müs

Müs (pm/gü) – Zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer füllten am vierten Adventwochenende den Saal des Müser Bürgerhauses, in dem die Theatergruppe ´62 Müs die Komödie „Die (un)heimlichen Dickmacker“ in drei Akten von Bernd Kietzke auf die Bühne brachte. Wie bereits im vergangenen Jahr, gab es auch in diesem Jahr von Freitag bis Sonntag insgesamt wieder drei Aufführungen, die nahezu alle ausverkauft waren.

Theatergruppe begeistert Publikum. Fotos: Theatergruppe ´62 Müs

Andreas Gerk, der Vorsitzende der Theatergruppe, begrüßte das Publikum an allen drei Abenden und hieß es willkommen im Fitnessstudio „Kilo Killer“. Betrieben wurde dieses vom Ehepaar Doris Martin (Anna Bohn) und Mike Martin (Niklas Füg). Letzterer schien sein Dasein als Inhaber des Studios auf den ersten Blick sehr ernst zu nehmen. Dabei war er sich jedoch nicht zu schade, hier und da auch mal seinen Mitarbeiter Peter Jung (Dennis Schmitt) – auch „Pille“ genannt – zu engagieren, um gewisse Schlankmacher für seine Kundinnen und Kunden parat zu haben. Sowohl Elke Schmidt (Sarah Nierichlo) als auch Margit Becker (Antje Blumberg) suchten das Fitnessstudio auf, um wieder etwas attraktiver für ihre Männer zu werden. Die beiden Ehemänner Norbert Schmidt (Thomas Hoßfeld) und Karl Becker (Andreas Gerk) sahen dadurch jedoch ihre gemeinsamen Abende bei gutem Essen, Bier und Schnäpsen in Gefahr und nahmen deshalb alles auf sich, um zu verhindern, dass ihre Frauen auch nur ein Gramm weniger auf die Waage bringen. Die beiden Ehefrauen stießen in der Zwischenzeit im Fitnessstudio auf Ulla Müller-Wustershausen (Katharina Hillenbrand), die sich als anerkannte Ernährungsberaterin mit einer ganzen Auswahl an selbstgeschriebenen Büchern vorstellte. Schnell wurde jedoch deutlich, dass sie zu einer großen Tafel Schokolade niemals „Nein“ sagen würde und die Spitznamen „Frau Müller-Schokoguss“ oder auch „Frau Müller-Nougat“ ihrem Dasein alle Ehre machten, da sie selbst nicht so ganz nach den Prinzipien ihrer Ernährungsbücher zu leben schien. Dies stieß auch Nadja Sander (Luna-Kim Riese), der Trainerin im „Kilo Killer“ bitter auf, als Ulla Müller-Wustershausen mit ihr ein Konzept bei einem hervorragenden Hähnchen besprechen wollte und auf ihren Gegenvorschlag, die Besprechung bei einer Jogging-Runde um den See und einem anschließenden Salatteller mit stillem Wasser nicht allzu begeistert reagierte.

Da auch Mike Martin ab und an eher ein gutes Filet als Hackbraten bevorzugte, hatte er eine Affäre mit Nadja Sander laufen. Um aufzudecken, was in diesem Fitnessstudio wirklich vor sich geht, schlich sich Corinna Hartmann (Anna Hoßfeld) als Kundin ein. Sie gab vor, eine Schaffnerin zu sein – ihr eigentlicher Beruf war jedoch Kriminalhauptkommissarin. Im „Kilo Killer“ stieß sie auf Elke Schmidt und Margit Becker, die ehemalige Schulfreundinnen von ihr waren und nichts über Corinnas eigentlichen Beruf verraten durften. Schnell kam diese den kriminellen Machenschaften im Studio auf die Schliche und sorgte damit am Ende für einen ordentlichen Schock bei dem Inhaber Mike Martin, der Sorge hatte, nun ins Gefängnis zu geraten und seine Frau Doris Martin bat, in dieser Zeit auf ihn zu warten. Corinna Hartmann klärte ihn jedoch darüber auf, dass im Studio nur Trottel von Trotteln geleimt wurden, um Trottel zu leimen, die Trottel leimen wollten. Für Mike Martin endete das Stück somit ohne einen Aufenthalt im Gefängnis. Etwas anders erging es jedoch „Pille“, der von Corinna Hartmann als Hauptverdächtiger zum Einzelverhör abgeführt wurde. Auch Norbert Schmidt und Karl Becker fühlten sich nach ihrem tatkräftigen Einsatz gegen die Gewichtsabnahme ihrer Ehefrauen ertappt und stimmten zu, mit ihren Frauen nun von Tanzkursen bis hin zu Ski-Urlauben alles zu machen. 

Nach knapp drei Monaten des Einfindens in ihre diesjährigen Theaterrollen, befinden sich die Müser Theaterspielerinnen und -spieler nun wieder zurück im echten Leben. Ihr großer Dank geht auch an die Menschen hinter der Bühne, ohne die ein solches Theaterwochenende nicht denkbar wäre. Wolfgang Hoßfeld stand den zehn Spielerinnen und Spielern während der insgesamt 25 Proben und der Aufführungen als Regisseur mit Rat und Tat zur Seite und kümmerte sich zudem um Ton und Technik. Für die textliche Sicherheit sorgten die beiden Souffleusen Manuela Gerk und Kerstin Sauer. Das entsprechend passende Aussehen verdankten die Spielerinnen und Spieler Charlotte Jörg und Lisa Schröter, die ihrer Unterstützung als Visagistinnen mehr als gerecht wurden. Nicht zuletzt gilt ein großer Dank allen Zuschauerinnen und Zuschauern, die sich auch in diesem Jahr wieder von Nah und Fern auf den Weg gemacht haben, um gemeinsam mit der Theatergruppe ´62 Müs ein großartiges und unvergessliches Theaterwochenende zu verbringen. 

Theatergruppe begeistert Publikum. Fotos: Theatergruppe ´62 Müs