Lokales VB 31.12.2025

Der große OZ-Jahresrückblick 2025 – Teil 1: Januar bis April

Osthessen (pf) – So vieles hat die Region in diesem Jahr 2025 bewegt. Politische Ereignisse, kulturelle Highlights, Blaulicht-Einsätze und sportliche Höhepunkte – wir blicken zurück auf ein aufregendes Jahr in Osthessen, und haben einige wichtige und einprägsame Tage herausgesucht. Im ersten Teil der drei Teile geht es um die Monate Januar, Februar, März und April.

Fotos: Görlich Media

Damals noch nicht Kanzler: Friedrich Merz zu Gast in Neuhof

Der Rosenmontag in Fulda war bunt – und ein großer Erfolg

Der Brand der Kissinger Hütte bewegte viele Menschen. Archivfoto: Sebastian Gerr/FW Bad Brückenau

Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell verpflichtet Jonathan Groth

Das Battle of Barock fand erstmals mit Amateur-Kämpfen statt. Die Beteiligten waren vollauf zufrieden, und die Boxer selbst begeistert von diesem Erlebnis.

Januar

Großer Bahnhof Ende Januar in Neuhof: Am 25.01. war der damalige Kanzlerkandidat Friedrich Merz im Bürgerzentrum zu Gast, der einzige Auftritt des CDU-Kandidaten in Osthessen vor der großen Wahl in diesem Jahr. Die Themen des Sauerländers waren vor allem Wirtschaft, Energie und Migration.

Auch überregional gab es Schlagzeilen: Am 22. Januar kam es in Aschaffenburg zu einer Bluttat, die zwei Todesopfer forderte – darunter ein zweijähriger Junge. Die Tat ereignete sich in einem Par und versetzte die unterfränkische Stadt in Schrecken.

Sportlich nahm die Vorbereitung bei den Fußballern schon im Januar wieder Fahrt auf: Die SG Barockstadt gab beispielsweise den Transfer von Niklas Antlitz bekannt, der der Angriff beleben sollte, doch im Sommer trennten sich die Wege bereits wieder. Es blieb letztlich bei 13 Einsätzen und zwei Toren für die SGB. Apropos: Identifikationsfigur Patrick Schaaf gab im Januar ebenfalls bekannt, seine Karriere beenden zu wollen. Mittlerweile spielt er noch für die FSG Vogelsberg, ist der Barockstadt aber in Funktion der sportlichen Leitung treugeblieben.

 

Februar

Am 23. Februar 2025 war von vielen eine „Schicksalswahl“ angekündigt worden. Die Deutschen wählten ihren Bundestag, und auch in Osthessen wurde gewählt und in den Parteizentralen mitgefiebert. Im Wahlkreis 173 Fulda wurde CDU-Mann Michael Brand mit 43,3 Prozent direkt gewählt, im Kreis 174 Main-Kinzig-Wetterau II-Schotten war Johannes Wiegelmann der Sieger. Im Kreis 168 Werra-Meißner-Hersfeld-Rotenburg bekam Wilhelm Gebhard (CDU) die meisten Stimmen. Auf Bundesebene ist das Ergebnis bekannt: Die CDU bekam 22,6 Prozent Zweitstimmen (plus 6 Prozent für die CSU in der Union), die AfD 20,8 und die SPD 16,4. Die Grünen landeten bei 11,6, die Linke bei 8,8. Die FDP flog aus dem Bundestag.

Mehrere Kundgebungen gab es Mitte Februar – auch in Fulda – für Menschenrechte und Klimagerechtigkeit. Die Leute protestierten gegen Hass und Hetze in der Gesellschaft.

Die Stadt verlor indes am 25. Februar ihren langjährigen, früheren Oberbürgermeister: Dr. Wolfgang Hamberger starb im Alter von 94 Jahren. In den 28 Jahren seiner Amtszeit als OB von 1970 bis 1998 habe er Fulda in „herausragender Weise geprägt, von vielen seiner Weichenstellungen profitiert die Stadt noch heute“, hieß es in einer Mitteilung der Stadt.

Ende des Monats ermittelte die Polizei in Heringen im Kreis Hersfeld-Rotenburg: Ein toter Säugling war in einer Tiefkühltruhe entdeckt worden. Wenige Tage später wurde der Fall dann publik, die heute 35-jährige Mutter wurde festgenommen. Es folgte dann im Herbst der Prozess vor dem Landgericht, das die Frau zu sechs Jahren Haft verurteilte.

 

März

Der März 2025 begann bunt: Am 03.03. war Rosenmontag – und damit war auch Fulda wieder im Ausnahmezustand. Tausende Menschen feierten friedlich in der Stadt, viele weitere bei einigen anderen Fastnachtsumzügen in der Region. Es war eine lange Kampagne, die an diesem Tag zu Ende ging. Fast 70.000 Besucher wurden alleine in Fulda am Rosenmontag gezählt. In 2026 wird übrigens früher gefeiert: Der Rosenmontag fällt auf den 16. Februar.

Schon zeitig im März kam dann der Frühling: Die Menschen zog es raus ins Freie, die Temperaturen knackten die 20 Grad. Die Außengastronomie nahm Fahrt auf, die Eisdielen öffneten ihre Türen.

In Bayern derweil der nächsten Schock: Am 18. März ging die Kissinger Hütte in Flammen auf – das beliebte Ausflugsziel auch viele Osthessen. Der Brand zerstörte das Gebäude komplett, Betreiber wie auch Stammgäste verloren ein Zuhause. Aber: Der Rhönklub ließ sich nicht unterkriegen, eine „Kissinger Hütte 2.0“ wurde geplant und soll bis Sommer 2026 neu aufgebaut werden.

Im Vogelsberg und den angrenzenden Landkreisen gab es in den vergangenen Jahren diverse Meinungen rund um die Autobahn 49: Das letzte Teilstück zum Ohmtal-Dreieck ist am 21. März 2025 schließlich eröffnet worden, damit war die A49 nach jahrelangen Protesten komplett.

Im Sport gab es diverse Schlagzeilen: Dem TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell gelang nach der Ovtcharov-Verpflichtung im Vorjahr der nächste Coup. Jonathan Groth wurde als Neuzugang des Tischtennis-Bundesligisten vorgestellt, der mit einem starken Kader den Titel angreifen wollte. In der TTBL läuft es zum Ende des Jahres zwar nicht so gut, dafür steht der TTC im Final Four des Pokals, das Anfang 2026 steigt. Die Fußballer der SG Barockstadt verloren das Highlight-Derby in der Regionalliga Südwest vor über 4000 Zuschauern zuhause mit 0:3 gegen Kickers Offenbach.

 

April

Feuer-Alarm in Weyhers: Auf dem Betriebsgelände von RhönSprudel kam es Anfang April zu einem Großbrand, bei dem etwa eine halbe Million Euro Sachschaden entstand. Das Feuer brach an einem Palettenstapel aus, griff auf Leergut und umliegende Paletten über und schließlich noch auf eine Werkshalle. Über 250 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen

Schrecksekunde am 14. April in Fulda: An einem Montagmorgen durchbrach ein Lkw einen Stahlzaun und drohte, mit dem Fahrerhaus in den Fulda-Kanal abzustürzen. Das Gespann blockierte die Straße, auch für die komplizierte Bergung musste stundenlang vollgesperrt werden.

Ende April feierte pappert die große Eröffnung seines neuen Backhauses: Aus Poppenhausen zog das Unternehmen nach Rönshausen um und hat dort ein Vielfaches der Fläche zur Verfügung. Das Backhaus vereint Tradition mit moderner Technik, der Umzug war jedoch ein großer Schritt für den Bäcker nach 30 Jahren am alten Standort.

Die Ostertage wurden für die Christen in der Region begleitet von einer traurigen Nachricht: Am Ostermontag verstarb Papst Franziskus in Rom im Alter von 88 Jahren. Auch im Bistum Fulda trauerte man um den Heiligen Vater, dessen Nachfolger später Papst Leo XIV aus den USA wurde.

Ein Sportevent hat sich in Fulda etabliert: Am 5. April ging die vierte Auflage des Battle of Barock über die Bühne, die Esperantohalle platzte wieder aus allen Nähten und die Organisatoren hatten ein tolles Programm aus spannenden und hochklassigen Box- und Kickbox-Kämpfen zusammengestellt. Erstmals suchte Osthessen-Zeitung gemeinsam mit den Veranstaltern auch Amateure, die es wagten, mit monatelanger Vorbereitung in den Ring zu steigen. Am Ende bereuten Miriam Peuster, Finja Happe, Jochen Köhler und Arian Krasniqi dies zu keiner Sekunde und saugten eine unglaubliche Atmosphäre auf. Außerdem wurde im osthessischen Fußball ein Wechsel bekannt, der den einen oder anderen überrascht haben dürfte: Petr Paliatka junior, Sohn des Steinbacher Coaches und langjähriger SVS-Spieler, zog es zum Nachbarn Hünfelder SV. Auf der Rhönkampfbahn hat Paliatka bereits seine starke Entwicklung fortgesetzt.