Lokales FD 20.12.2025

Dagmar Dregger verstorben – Brand: Fulda verliert eine starke Frau

Fulda (pm/gü) – Die Stadt Fulda und die CDU trauern um Dagmar Dregger, die Witwe des früheren Fuldaer Oberbürgermeisters und Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag Alfred Dregger ist am Donnerstag verstorben. Sie wurde 97 Jahre alt (update 2).

Dagmar Dregger im Jahr 2020. Foto: Stadt Fulda.

Dagmar Dregger begleitete ihren Mann auf Auslandsreisen, zum Beispiel 1968 in die USA mit Besuch des Goodyear-Generaldirektors. Foto: Stadtarchiv Fulda

Dagmar Dregger (Mitte) beim Neujahrsempfang der Fuldaer CDU im Jahr 2017 zusammen mit (von links) Bürgermeister Dag Wehner, Bundestagsabgeordneten Michael Brand, der damaligen Staatssekretärin und heutigen Bundesministerin Dorothee Bär und Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. Archivfoto: Jasha Günther

Fuldas amtierender OB Dr. Heiko Wingenfeld würdigte die Verstorbene als „engagierte Bürgerin unserer Stadt und als einzigartige Zeitzeugin einer wichtigen Epoche der Fuldaer Stadtgeschichte“. Dagmar Dregger wurde am 3. April 1928 als Tochter eines Bergwerksdirektors in Recklinghausen geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. Nach dem Krieg studierte sie in Marburg Volkswirtschaftslehre und lernte im Studium ihren späteren Mann kennen. 1952 heiratete das Paar, das drei Söhne hatte. Dagmar Dregger folgte ihrem Mann nach Köln, wo dieser als Referent des Deutschen Städtetags tätig war. 1956 wählte die Fuldaer Stadtverordnetenversammlung Dr. Alfred Dregger als Nachfolger von Dr. Cuno Raabe zum neuen Oberbürgermeister. Das Ehepaar Dregger zog nach Osthessen, zunächst in die Fuldaer Kanalstraße, dann in die „Oberbürgermeister-Villa“ in der Nähe der Jugendherberge in Neuenberg und später an den Fuß des Frauenbergs.  

„Dagmar Dregger war eine starke Persönlichkeit, die stets an der Seite ihres Mannes stand“, betonte OB Wingenfeld: „Sie war der stabile Anker im Leben von Dr. Alfred Dregger, der es ihm erlaubte, sich mit aller Schaffenskraft und Energie für die Entwicklung der Stadt Fulda sowie zum Wohl des Landes Hessen und später in verantwortungsvoller Position im Bundestag auch für die Bundesrepublik zu engagieren.“ Von vielen wegweisenden Entscheidungen in der OB-Ära Dregger – etwa von der Ausweisung eines großzügigen Schulviertels oder von seiner Offenheit gegenüber der zeitgenössischen Kunst und Architektur – profitiere die Stadt Fulda noch heute, betonte der OB. Dagmar Dregger war auch selbst politisch aktiv: Von 1974 bis 1989 gehörte sie dem Fuldaer Kreistag an, zunächst war sie Mitglied des Haupt- und Finanzausschusses, dann über drei Wahlperioden hinweg stellvertretende Kreistagsvorsitzende. Zudem engagierte sie sich über viele Jahre hinweg ehrenamtlich beim deutsch-amerikanischen Frauenclub.

Bis in hohe Alter hinein geistig überaus wach und rege, war Dagmar Dregger eine gefragte Zeitzeugin und sehr unterhaltsame Gesprächspartnerin. OB Wingenfeld erinnert sich zum Beispiel gern an ein Treffen mit dem heutigen Bundeskanzler Friedrich Merz im Jahr 2022, bei dem Dagmar Dregger in ihrem Haus am Frauenberg humorvoll Anekdoten aus dem politischen Leben der 1970er und 1980er Jahren für ihre Gäste Revue passieren ließ und dabei Zeitgeschichte der Bundesrepublik – auch die dunklen Jahre der Angst vor dem RAF-Terror, die auch die Familie Dregger belastete – hautnah erlebbar wurde. Auch wenn das hohe Alter von 97 Jahren für ein langes und erfülltes Leben stehe, so gelte sein Mitgefühl gleichwohl den trauernden Angehörigen, insbesondere den Söhnen und Enkeln, betonte OB Wingenfeld. Die Stadt Fulda wird der Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren.

Das Requiem für Dagmar Dregger wird nach Angaben der Familie am Dienstag, 23. Dezember, um 11 Uhr im Dom zu Fulda stattfinden. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Friedhof am Frauenberg um 13.15 Uhr geplant.

Statement von Bundestagsabgeordnetem Michael Brand:
„Mit dem Tod von Dagmar Dregger verliert Fulda eine starke Frau, eine selbstbewusste Persönlichkeit mit Stil, die bis ins hohe Alter mit großem Interesse und analytischer Klugheit das Geschehen begleitete“, äußert sich CDU-Bundestagsabgeordneter Michael Brand zum Tod von Dagmar Dregger: „Der fröhliche Besuch bei ihr zu Hause mit Friedrich Merz und politischen Freunden aus Fulda ist mir in besonderer Erinnerung. Für herzliche Begegnungen und Ratschläge über Jahre bin ich von Herzen dankbar. Meine Gedanken sind heute besonders bei der Familie, ihren Söhnen und auch in großer Dankbarkeit an meinen Vorgänger Alfred Dregger.“

Mitteilung der CDU Hessen:
Die Hessenunion trauert um Dagmar Dregger. Generalsekretär Leopold Born betont: „Wir trauern um Dagmar Dregger und verneigen uns in großer Dankbarkeit vor ihrem Lebenswerk. Nach einem ereignisreichen und bewegten Leben wird sie uns als eine starke und liebevolle Frau in würdiger Erinnerung bleiben. Noch kürzlich hat sie mit geistiger Klarheit, Fröhlichkeit und Tatkraft am 80-jährigen Jubiläum der Hessenunion mitgewirkt. Als engagierte Kommunalpolitikerin und als Frau unseres langjährigen Landesvorsitzenden Alfred Dregger hat sie die Hessenunion nachhaltig geprägt. Unsere Gedanken sind bei der Familie, ihren Söhnen und allen Hinterbliebenen." Alfred Dregger (1920 bis 2002) war von 1967 bis 1982 Landesvorsitzender der CDU Hessen, von 1982 bis 1991 war er Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Seit 2010 ist nach ihm das „Alfred-Dregger-Haus" in Wiesbaden benannt. In diesem sitzt die Landesgeschäftsstelle der CDU Hessen. Dagmar Dregger war kommunalpolitisch aktiv und unter anderem langjährige Kreistagsabgeordnete und stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende im Landkreis Fulda.