osthessen-zeitung.de 02.12.2025

Blaue Adern am Bein: Neuer Ansatz lässt Besenreiser verblassen

Osthessen (pm) - Über die sichtbaren blauen Adern an den Beinen wird sich schon seit Generationen beschwert. Die sogenannten Besenreiser sind nicht gern gesehen und treten früher oder später bei fast jeder Frau auf.

Foto: Pixabay

Ihnen vorzubeugen, sie verblassen oder gar ganz entfernen zu lassen, haben schon viele mit unterschiedlichsten Mitteln und Wegen versucht. Gibt es mittlerweile neue Ansätze und Methoden, die Besenreiser weniger sichtbar gestalten lassen? Das erfahren Sie im folgenden Artikel?

 

Was haben blaue Adern am Bein zu bedeuten?

Blaue Adern an den Beinen sind zunächst nur ein rein kosmetisches Problem, wohinter meist eine einfache Erklärung steckt. In den meisten Fällen handelt es sich um harmlose Besenreiser. Diese fein verästelten Venen liegen sehr nah an der Hautoberfläche und schimmern deshalb deutlicher durch. Sie entstehen, wenn kleine Gefäße sich weiten und das Blut darin langsamer abfließt. Dadurch wird die Ader sichtbar und erscheint je nach Hauttyp blau, violett oder rötlich.

Besenreiser selbst haben keinen Krankheitswert. Sie gelten als frühes Zeichen einer Bindegewebs- oder Venenschwäche und können im Laufe der Jahre häufiger auftreten. Besonders häufig kommt es dazu bei Menschen, die familiär vorbelastet sind, lange stehen müssen oder hormonellen Schwankungen ausgesetzt sind. Auch heiße wie kalte Temperaturen und ein insgesamt träger Blutfluss können die feinen Gefäße zusätzlich belasten.

Trotz ihrer Unbedenklichkeit können Besenreiser auch als Vorbote zu verstehen sein, wenn sich ihre Anzahl oder Ausprägung verändert. Nehmen sie deutlich zu oder treten zusammen mit Symptomen wie schweren Beinen oder Schwellungen auf, sollte ein Arzt die Venen einmal genauer überprüfen. Oft liegt keine ernsthafte Ursache vor, dennoch zeigt sich hier, wie wichtig die Beobachtung der eigenen Beinvenen ist.

 

Wie lassen sich blaue Adern behandeln?

Wer sich an den sichtbaren blauen Adern an den Beinen stört, sucht häufig nach Möglichkeiten, sie zu verblassen oder ganz zu entfernen. Dabei geht es nicht nur um kosmetische Gründe: Viele Menschen möchten auch vorbeugen, dass sich Venenschwäche verstärkt. Inzwischen gibt es verschiedene Behandlungsansätze, von bewährten klassischen Methoden bis hin zu neueren, schonenderen Optionen, die in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben.

 

Bewährte klassische Methoden

 

Sklerotherapie

Bei der Sklerotherapie wird ein spezielles Mittel direkt in die betroffene Vene injiziert. Dadurch verklebt das Gefäß von innen, zieht sich zurück und wird vom Körper abgebaut. Die Methode ist besonders bei kleineren Besenreisern und dünnen Verästelungen effektiv und gilt als Standard in der medizinischen Behandlung.

 

Laser- und Lichttherapie

Hierbei werden die betroffenen Gefäße gezielt mit Licht oder Laser erhitzt, wodurch sie sich verschließen und nach einigen Wochen verblassen. Moderne Geräte arbeiten sehr präzise und ermöglichen eine schmerzärmere Behandlung auch bei empfindlicher Haut.

 

Kombinationstherapien

Oft werden Sklerotherapie und Laser als Behandlungsmöglichkeiten kombiniert, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Die größeren Gefäße werden verödet, kleinere Verästelungen gleichzeitig durch den Laser behandelt. Diese Kombination reduziert Rückfälle und sorgt für gleichmäßige Ergebnisse.

 

Neuer Ansatz

 

Wirkstoff aus Algen

 

Neben den etablierten Methoden rücken inzwischen auch topische Ansätze in den Fokus, die die Haut und Venen von außen unterstützen. Ein besonders interessanter Wirkstoff steckt in der Algensalbe, die seit 2023 rezeptfrei in Apotheken erhältlich ist. Algen sind in der Kosmetik zwar schon seit längerem keine Neuentdeckung, doch speziell gegen Besenreiser kommen sie noch nicht lange zum Einsatz. Wer sich schon umfangreicher mit dem Thema auseinandergesetzt hat, hat die Algensalbe bestimmt auch schon auf dem Schirm. Für viele, die sich erst seit Kurzem mit Möglichkeiten zur Behandlung von Besenreisern beschäftigen, stellt sie dennoch eine wenig bekannte Option dar.

Die in der Algensalbe verwendeten Grünalgen gelten als nährstoffreich und werden über ein biotechnologisches Verfahren zu einem hochkonzentrierten Aktiv Wirkstoff verarbeitet. Dieser bildet die Basis der Salbe und wird durch feuchtigkeitsspendende und antioxidative Bestandteile ergänzt, um die Haut optimal zu unterstützen. Laut Hersteller kann das Extrakt das Bindegewebe festigen und so das Erscheinungsbild sichtbarer Linien und feiner Äderchen verbessern sowie der Entstehung von Besenreisern entgegenwirken.

 

Was tun, wenn dicke blaue Adern am Bein zu sehen sind?

Was ist, wenn es nicht bei den feinen Linien bleibt? Deutlich dickere und stärker hervortretende Adern deuten auf etwas anderes hin. In vielen Fällen handelt es sich dann nicht mehr um einfache Besenreiser, sondern um beginnende oder bereits ausgeprägte Krampfadern. Diese erweiterten Venen entstehen, wenn die Venenklappen nicht mehr richtig schließen und das Blut nicht effizient zurück zum Herzen transportiert wird. Dadurch weiten sich die Gefäße sichtbar und können Beschwerden auslösen.

Treten solche dickeren Adern auf, lohnt es sich, die Beine genauer zu beobachten. Typische Anzeichen, die auf Krampfadern hinweisen können, sind müde Beine, Spannungsgefühle, leichte Schwellungen oder ein dumpfer Druck nach längerem Stehen. Auch wenn nicht immer sofort Schmerzen auftreten, ist es sinnvoll, frühzeitig eine fachärztliche Untersuchung durchführen zu lassen, damit es nicht schlimmstenfalls zu einer Venenthrombose kommt. Ein Venenspezialist kann mithilfe einer schmerzfreien Ultraschalldiagnostik beurteilen, ob eine Venenschwäche vorliegt und welche Behandlung empfohlen wird.

Je nach Ausprägung kommen unterschiedliche Maßnahmen infrage. Dazu gehören Bewegung, Kompression zur Entlastung der Venen oder medizinische Verfahren zur Verödung oder Entfernung der betroffenen Gefäße. Wichtig ist vor allem, rechtzeitig zu reagieren, um eine Verschlechterung zu verhindern und die Beine langfristig gesund zu halten.

Wieso kommt es während der Schwangerschaft zu blauen Adern am Bein?

Während der Schwangerschaft blaue Adern auf der Haut zu entdecken, ist nichts Ungewöhnliches. Das liegt vor allem daran, dass sich der Körper in kurzer Zeit stark verändert. Der Blutbedarf steigt, das Blutvolumen nimmt zu und gleichzeitig wird das Bindegewebe weicher. Dadurch weiten sich die Gefäße leichter und schimmern sichtbarer durch die Haut. Viele Frauen bemerken daher bereits in den ersten Monaten feine Besenreiser oder leicht hervortretende Venen, die sie vorher nicht hatten.

Zudem übt der wachsende Bauch zunehmend Druck auf die Beckenvenen aus. Das erschwert den Rückfluss des Blutes aus den Beinen, sodass es sich in den oberflächlichen Gefäßen eher staut. Auch hormonelle Einflüsse wie Progesteron spielen eine Rolle, denn sie lockern die Gefäßwände und machen die Venen dehnbarer. Das ist für die Schwangerschaft wichtig, kann aber optisch auffällige Adern begünstigen.

In den meisten Fällen handelt es sich um vorübergehende Veränderungen, die sich nach der Geburt wieder zurückbilden. Dennoch kann es helfen, in dieser Zeit die Venen gezielt zu entlasten. Leichte Bewegung, regelmäßige Pausen für die Beine und das Vermeiden langer Sitz oder Stehphasen können Symptome mildern und zusätzlichen Druck auf die Gefäße vermeiden.

 

Wie lassen sich blaue Adern am Bein abdecken?

Egal welche Methode man wählt, um Besenreiser verschwinden zu lassen - über Nacht wird sich das Problem nicht lösen. Manchmal hat man jedoch einfach keine Zeit und möchte für einen bestimmten Anlass, dass die Beine makellos aussehen. Dafür gibt es kurzfristige Lösungen, die Besenreiser kurzfristig verschwinden lassen.

?          Eine der effektivsten Möglichkeiten sind hochdeckende Body Make up Produkte. Sie wurden speziell für größere Hautflächen entwickelt und sorgen mit einer feinen, gleichmäßigen Textur dafür, dass blaue und rote Äderchen weniger auffallen. Viele Produkte sind wasserfest und halten auch bei Bewegung oder höheren Temperaturen gut auf der Haut. Für ein besonders natürliches Ergebnis wird die Farbe passend zum Hautton gewählt und sanft eingearbeitet.

?          Auch getönte Bodylotions und BB Cremes für die Beine können den Hautton optisch ausgleichen. Sie bieten zwar eine leichtere Deckkraft als Make up, sorgen aber häufig für ein ebenmäßigeres Gesamtbild. Wer etwas mehr Glow möchte, kann zusätzlich zu Schimmerlotions greifen, die das Licht von den betroffenen Stellen ablenken und so das Erscheinungsbild der Adern weicher wirken lassen.

?          Eine weitere Option sind spezielle Abdeckstifte für kleine sichtbare Äderchen. Sie funktionieren ähnlich wie Concealer im Gesicht, jedoch mit einer etwas festeren Textur, die besser auf größeren Hautpartien haftet. In Kombination mit einem transparenten Fixierpuder bleibt das Ergebnis länger stabil.

Solche Abdeckmethoden ersetzen zwar keine medizinische Behandlung, sind aber ideal, wenn man schnell eine sichtbare Verbesserung erreichen möchte und sorgen für glatte und gleichmäßige Beine, wann immer es darauf ankommt.

 

Blaue Adern am Bein sind meist harmlose Besenreiser

Blaue Adern am Bein sind meist harmlose Besenreiser, die kosmetisch stören, aber selten medizinisch bedenklich sind. Neben klassischen Behandlungen wie Sklerotherapie und Laser rücken neue Ansätze in den Fokus, darunter die Algensalbe mit ihrem Grünalgenwirkstoff, der das Erscheinungsbild feiner Äderchen verbessern kann. Wenn es zu Verdickungen und Krampfadern kommt, ist es sinnvoll weitere Maßnahmen mit einem Arzt anzusprechen. Wer die Veränderungen früh erkennt und die passende Behandlung wählt, kann Besenreiser heute deutlich gezielter behandeln als früher.