Die Feierstunde begann mit einem Stehkaffee, anschließend begrüßte Diözesanökonom Gerhard Stanke die Gäste, bevor Generalvikar Dr. Martin Stanke die Andacht leitete. Im weiteren Verlauf führte er als Moderator durch das Programm und übergab an die jeweiligen Laudatorinnen und Laudatoren. Der Generalvikar würdigte die Preisträgerinnen und Preisträger und hob die Vielfalt des Engagements hervor: „Es beeindruckt mich, mit welchem Ideenreichtum und welcher Ausdauer Menschen Verantwortung für Umwelt, Klima und Zukunft übernehmen.“ Zehn Jahre nach der Veröffentlichung der Enzyklika Laudato si’ sei diese Preisvergabe ein besonders deutliches Zeichen gelebter Schöpfungsverantwortung.
Zwei Hauptpreise für herausragende Projekte
Die mit jeweils 3000 Euro dotierten Hauptpreise gingen an den NABU Neuhof und das Franziskanergymnasium Kreuzburg in Großkrotzenburg. Die Preise überreichte Generalvikar Dr. Martin Stanke persönlich und würdigte die beiden Projekte ausführlich. Beide Preisträger nutzten zudem die Gelegenheit, selbst einige Worte zu ihrem Engagement zu sagen.
Weitere Preise für nachhaltige Bildung, Konsum und Naturschutz
Über je 1000 Euro freuten sich Emmas Unverpackt Fulda e.?V., die Private Mädchenrealschule St. Josef in Hanau sowie die DPSG Witta Witzenhausen. Dr. Beatrice van Saan-Klein überreichte die Preise, stellte die Projekte ausführlich vor und gab den Preisträgern Raum, spontan ein paar Worte zu ihren Initiativen zu sagen. Die acht Preisträger der 500-Euro-Kategorie erhielten ihre Auszeichnungen von Johanna Wenzel, die bei jedem Projekt ein paar Sätze zur Besonderheit und zum Engagement der Gruppe sagte. Die acht Preisträger der 250-Euro-Kategorie wurden von Tanja Martin ausgezeichnet. Sie nannte jeweils Name, Projekttitel und hob in einem Satz die besondere Leistung der Initiative hervor. Diese Bandbreite zeigt, wie vielfältig und praxisnah Klimaschutz im Alltag umgesetzt werden kann. Viele der Maßnahmen leben vom ehrenamtlichen Engagement und der Bereitschaft, einfach anzupacken.
Austausch und Vernetzung im Mittelpunkt
Beim anschließenden Rundgang präsentierten die Preisträger ihre Initiativen anhand eigener Poster und nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Projektleiterin Dr. Beatrice van Saan-Klein betonte die Bedeutung dieser Begegnungen: „Wir wollen nicht nur auszeichnen, sondern auch vernetzen und voneinander lernen.“ Ein gemütlicher Ausklang bei Speis und Trank – mit Suppe und Häppchen – rundeten die Veranstaltung ab.
Engagement, das sichtbar gemacht wird
Der Nachhaltigkeitspreis ist Teil eines umfassenden Klimaschutzpaketes des Bistums. Dazu gehören ein integriertes Klimaschutzkonzept ebenso wie neue Aktionen, etwa der erstmals durchgeführte Clean-up Day. Generalvikar Stanke machte deutlich, dass diese Initiativen weit über symbolische Gesten hinausgehen: „Klimaschutz ist Ausdruck unseres Glaubens und unserer Verantwortung gegenüber der Schöpfung und kommenden Generationen. Mit dem Nachhaltigkeitspreis machen wir Engagement sichtbar, das sonst häufig im Stillen stattfindet.“
Die Preisträger im Überblick
Ausgezeichnet mit 3000 Euro
NABU Neuhof: Die NABU-Ortsgruppe Neuhof engagiert sich seit Jahren in mehreren zentralen Naturschutzbereichen. Dazu gehört die Errichtung einer Brutplattform für Weißstörche, an der auch Kinder aus örtlichen Kindertagesstätten beteiligt waren. Zusätzlich legte die Gruppe Amphibientümpel neu an und unterstützte damit die Wiederansiedlung des vom Aussterben bedrohten Laubfroschs in Osthessen. Durch den Ankauf von Ufergrundstücken konnten außerdem Konflikte zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und Biberschutz entschärft werden.
Franziskanergymnasium Kreuzburg, Großkrotzenburg: Die Schule betreibt ein umfassendes Umwelt-und Nachhaltigkeitsmanagement, das weit über Einzelmaßnahmen hinausgeht. Dazu gehören u. a. ein Schulgarten, Wildblumenflächen, Photovoltaikanlagen und vielfältige Bildungsprojekte zu Klima-und Umweltfragen. Die Schule befindet sich auf dem Weg zur Auszeichnung als „Fair Trade School“ und fördert aktiv globale Gerechtigkeit. Das Engagement ist stark in der gesamten Schulgemeinschaft verankert - von der Schulleitung bis zu Schülern, Eltern und Kooperationspartnern.
Ausgezeichnet mit 1000 Euro
Emmas Unverpackt Fulda e. V.: Der Verein setzt sich für verpackungsarmes Einkaufen, Müllvermeidung und Ressourcenschonung ein. „Emmas Unverpackt" bietet nicht nur ein alternatives Einkaufsmodell, sondern zeigt Wege auf, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und bewussten Konsum zu fördern. Das Projekt lebt stark vom lokalen Engagement und wurde durch den Zusammenschluss zum Verein trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen gesichert.
Private Mädchenrealschule St. Josef, Hanau: Die Schule hat ökologische Bildung in ihr pädagogisches Konzept integriert. Im Schulgarten wurde das Fach „Kreatives Gestalten - Schritt für Schritt nachhaltig lernen" entwickelt, das Upcycling, Konsumreflexion, Müllvermeidung und Artenkenntnis in den Mittelpunkt stellt. Fächerübergreifende Projekte erweitern den Blick der Schülerinnen auf Themen wie Biodiversität und Klimaschutz. Der Ansatz verbindet praktische Naturerfahrungen mit theoretischem Lernen.
DPSG Witta Witzenhausen - Roverstufe: Die Roverstufe organisierte einen Moorschutz-Aktionstag zur Renaturierung einer 1,2 Hektar großen Hochmoorfläche in Gifhorn. Unterstützt von lokalen und überregionalen Umweltgruppen wurden Gehölze entfernt, um den ursprünglichen Moorcharakter wiederherzustellen. Ziel des Projekts war es, den ökologischen Fußabdruck einer geplanten Auslandsfahrt bewusst auszugleichen. Die Aktion verbindet Klimaschutzwissen mit aktivem Engagement und Kooperation verschiedener Gruppen.
Ausgezeichnet mit 500 Euro
Pfarrei St. Martin, Kirchort St. Andreas Neuenberg: Die Pfarrei spart jährlich große Mengen Plastik ein, indem etwa 150 Opferlichthülsen pro Woche gereinigt und wiederverwendet werden. Zusätzlich werden Wachsreste gesammelt, eingeschmolzen und zu neuen Kerzen verarbeitet. Die Initiative zeigt, wie umweltbewusstes Handeln im Kirchenalltag fest verankert werden kann.
Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit Steinau a. d. Straße, Kirchort Mariä Himmelfahrt Ulmbach: Der Kirchort setzt sich für die ökologische Aufwertung des Friedhofs ein. Dazu zählen insektenfreundliche Bepflanzungen, die Anlage von Blühflächen und die Erweiterung des Angebots an Baumbestattungen. Die Maßnahmen fördern Artenvielfalt und schaffen naturnahe Orte des Gedenkens.
Streuobstwiesengemeinschaft Schindhohle, Sickels: Seit mehr als 20 Jahren pflegt die Nachbarschaftsgemeinschaft eine partnerschaftlich angelegte Streuobstwiese. Bei Pflegearbeiten, Ernte und gemeinsamen Festen kommen Nachbarn und Interessierte zusammen. Biotoppflege und nachhaltige Obstgewinnung sind ein Beitrag zum Klima- und Umweltschutz, der auch als gemeinschafts-stiftender Begegnungsraum vorbildlich ist.
Kath. Kirchengemeinde St. Johannes Evangelist, Marburg: Mit dem Projekt „Nacht und Dunkelheit" thematisierte die Kirchengemeinde gemeinsam mit dem NABU Lichtverschmutzung und ihre Auswirkungen auf Umwelt und Menschen. Die Aktion umfasste Gottesdienst, Ausstellung, Kinderangebote und wissenschaftliche Impulse. Damit rückt die Bedeutung dieser massiven Umweltveränderung stärker in das städtische Bewusstsein und regt zu konkreten Maßnahmen zum Schutz der Nacht an.
Pfarrei St. Raphael Gelnhausen, Kirchort Maria Königin Meerholz-Hailer: Der ökumenisch getragene Schöpfungstag ist seit acht Jahren fester Bestandteil des Gemeindelebens. Die Veranstaltung bringt katholische, evangelische und freikirchliche Gemeinden sowie Umwelt- und Weltladeninitiativen zusammen. Mit feierlichen Gottesdiensten, nachhaltigen Verpflegungsangeboten, Infoständen und einer pädagogisch aufbereiteten Rallye werden dabei im Schlosspark vielfältige Zielgruppen von jung bis alt als Teilnehmende und potenzielle Multiplikatoren erreicht.
kfd Christkönig Edelzell-Engelhelms: Die Frauengemeinschaft legt im Pfarrgarten jährlich eine Blühwiese an und verbindet Naturpflege mit spirituellen Angeboten. Wortgottesdienste im Freien und thematische Aktionen wie „Blütenbrote" schaffen eine naturnahe, gemeinschaftliche Atmosphäre. Eine gelungene Kombination aus aktivem Naturschutz mit dem Lob auf den Schöpfer und geselligem Beisammensein.
Förderverein Jossatal Kids e. V., „Gallisches Dorf": Der Förderverein engagiert sich für den Erhalt naturschutzrelevanter Flächen, schafft Lebensräume und organisiert regelmäßige Pflegeeinsätze. Aus einer kleinen Initiative ist eine über 50-köpfige Helferschar geworden. Das Projekt hat das Bewusstsein für Artenschutz in der Region deutlich gestärkt.
Jugendhilfeverbund St. Elisabeth, Maberzell: Die Einrichtung verfolgt einen umfassenden Ansatz zur ökologischen Bildung. Dazu zählen Naturschutztage, Obstbaumpflanzungen, Energieprojekte und die Erweiterung der Photovoltaikanlage. Die Maßnahmen werden pädagogisch begleitet und stärken Kinder und Jugendliche darin, Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen.
Ausgezeichnet mit 250 Euro
Ausbildungsverbund Rhöner Lebensmittel e. V., Hilders: Der Verbund fördert nachhaltige und gesunde Ernährung in Gemeinschaftsverpflegung für Kitas, Schulen und Senioreneinrichtungen.
Produziert wird bewusst kostendeckend, um Qualität und Regionalität statt Gewinnorientierung zu priorisieren. Das Projekt verbindet ökologische Standards mit sozialer Verantwortung.
Gesellschaft zur Förderung des Segelflugs auf der Wasserkuppe e. V.: Der Verein ermöglicht fossilfreien Segelflugbetrieb durch die Anschaffung einer Elektrowinde und die Nutzung eigener Photovoltaikanlagen. Die Maßnahme reduziert Emissionen, senkt Lärmbelastung und zeigt, dass auch Sportvereine wirkungsvolle Beiträge zum Klimaschutz leisten können.
UNESCO-Biosphärenreservat Rhön - Projekt „Senior Ranger“: Das Projekt bindet rund 30 ehrenamtliche Seniorinnen und Senioren in Naturschutz, Landschaftspflege und Umweltbildung ein.
Die Gruppe unterstützt Pflegeeinsätze, führt Besucherangebote durch und trägt zur Erhaltung der Rhöner Kulturlandschaft bei. Ein innovatives Projekt mit Vorbildcharakter für Deutschlands Nationale Naturlandschaften.
Elterninitiative „Die Rhönwichtel e. V.“, Langenbieber: Der Waldkindergarten bietet Kindern seit über 20 Jahren naturnahe Bildungserfahrungen. Die Initiative vermittelt praktische Umweltbildung saisonal, kreativ und spielerisch. Die Verbindung von Naturerlebnis und pädagogischem Konzept hat Vorbildcharakter.
Weltladen Hailer / Aktionsgemeinschaft Dritte Welt e. V.: Der Weltladen fördert Bewusstsein für fairen Handel, globale Gerechtigkeit und ökologische Lieferketten. Sichtbar wurde dies durch ein faires Frühstück, zu dem alle örtlichen Pfarrer in ökumenischer Verbundenheit eingeladen wurden.
Besonders umweltfreundlich kam fair gehandelter Kaffee per Segelschiff aus Nicaragua nach Hamburg und von dort ehrenamtlich per Fahrrad in Ihren Weltladen in Hailer.
Pfarrei Fritzlar, Kirchort Mariä Himmelfahrt Melsungen: Der Kirchort entschied sich bei der Gestaltung des Kinderspielplatzes des integrativen Kindergartens bewusst für natürliche Lösungen.
Bäume ersetzen technische Beschattungsanlagen, und Sträucher sorgen für Sichtschutz auf nachhaltige Weise. Die Maßnahmen verbinden Umweltschutz, Kostensenkung und eine naturnahe
Kath. Kirchengemeinde St. Jakobus, Büchenberg: Eine 60 Jahre alte Ölheizung der Kirche wurde durch innovative Infrarot-Heizelemente ersetzt, die vollständig mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Die Lösung demonstriert, wie auch kleine Kirchengemeinden durch moderne Technik ihren CO2-Ausstoß erheblich reduzieren können.
Pfarrei Fritzlar, Kirchort St. Wigbert, Wabern: Da sich aufgrund geringen Stromverbrauches eine große PV-Anlage kaum amortisiert, wurde in Wabern in Eigenregie ein Balkonkraftwerk inklusive Batterie installiert und in Betrieb genommen, was für Kirchengebäude mit kleinem Pfarrheim eine lohnende Innovation mit Pilotcharakter darstellt.
