Dart 19.12.2025

Ally Pally, Premier League und Aaron Frey: Herget zurück in London

London (jah) – Ein verlängertes Wochenende, gespickt mit hochklassigem Fußball, lautstarker Darts-Atmosphäre und einer ordentlichen Portion britischem Flair: Für Niklas Herget, Trainer der U23 der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, ging es von Samstag bis Dienstag in die englische Hauptstadt – und neben dem Besuch eines Premier League-Spiels natürlich traditionell auch wieder in den legendären Alexandra Palace zur Darts-Weltmeisterschaft.

Fotos: privat

Der Startschuss für Niklas Herget, seinen Vater Joachim, seinen Bruder Andy und einen Freund der Familie fiel am Samstagmorgen mit dem Flug nach London. Viel Zeit zum Ankommen blieb jedoch nicht. „Wir sind samstags in den Flieger gestiegen und haben uns dann direkt das Premier-League-Spiel Chelsea gegen Everton angeschaut“, berichtet Herget. Ein echtes Highlight gleich zu Beginn – schließlich gehört ein Besuch in einem der legendären englischen Stadien für Herget fast schon zum Pflichtprogramm.

Am Sonntag und Montag wechselte die Gruppe dann vom Rasen ins Mekka der Dartswelt: Ziel war der berühmte Alexandra Palace, besser bekannt als „Ally Pally“, wo die Darts-Weltmeisterschaft für Volksfeststimmung sorgt. „Wir waren jeweils in der Nachmittagssession dort“, erzählt Herget. Der Sonntag sei sportlich noch etwas ruhiger verlaufen: „Am Sonntag war es nicht sonderlich spektakulär, da war das Spiel von Joe Cullen das Interessanteste.“ Der Engländer Joe Cullen hatte ein schwieriges Jahr auf der PDC-Tour hinter sich und war aufgrund seiner schwankenden Leistungen immer wieder kritisiert worden. Im Duell mit Bradley Brooks zeigte er jedoch eine starke Vorstellung und spielte einen Average von knapp 100 Punkten – ein Auftritt, der auch bei Herget und Co. Eindruck hinterließ.

Der Montag sollte dann jedoch alles toppen. „Da wurde es richtig interessant. Wir waren live dabei, als Cameron Menzies auf der Bühne komplett ausgerastet ist. Sowas habe ich beim Darts noch nie gesehen“, sagt Herget zum Ausraster des Schotten: Menzies scheiterte in seiner Erstrundenpartie dramatisch am WM-Debütanten Charlie Manby – und schlug im Anschluss nicht nur mit voller Wucht mehrmals gegen seinen Tisch, sondern hielt seine Hand auch mehrere Sekunden in die Funken, die anlässlich des Sieges von Manby auf der Bühne versprüht wurden. Die Gruppe hatte beste Sicht: „Wir saßen etwas weiter rechts am Tisch und hatten einen perfekten Blick. Menzies hatte vorher schon einmal auf den Tisch geschlagen – das hat man im gesamten Ally Pally gehört. Aber dass er dann so austickt…“ Herget lacht: „Trotz dem ein oder anderen Pitcher Cider waren wir uns sicher, was wir gesehen haben – auch wenn es schwer zu glauben war.“

Apropos Cider: Die Preisentwicklung im Ally Pally blieb auch Herget nicht verborgen. „Die Anreise ist total unkompliziert. Von Frankfurt ist man in etwas über einer Stunde in London – das sind keine Strapazen“, sagt Herget: „Was aber schon deutlich mehr geworden ist, sind die Kosten. Für eine Karte haben wir rund 80 Pfund bezahlt, ein Pitcher Cider kostet 30 Pfund. Das ist schon ordentlich. Aber ehrlich gesagt achtet man vor Ort dann nicht mehr wirklich drauf“, schmunzelt der Fuldaer U23-Coach – der bereits auf dem Hinweg im Flieger in ein ihm bestens vertrautes Gesicht blickte: Sowohl auf der Hinreise als auch am Montag im Ally Pally trafen Herget und Co. auf Aaron Frey, Innenverteidiger der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz: „Das war schon nicht schlecht, ihn da zu treffen.“

Am Dienstag ließ die Gruppe die Reise dann gemütlich ausklingen. „Wir waren nochmal in der Londoner Innenstadt, aber Sightseeing haben wir uns größtenteils gespart. Das haben wir vor Jahren schon alles gesehen – wir sind ja nicht zum ersten Mal hier. Unser Urlaub besteht hauptsächlich aus Fußball und Darts“, erklärt Herget. Am Abend ging es schließlich zurück nach Deutschland. Zum Abschluss hatte Herget noch einen Tipp für alle, die selbst einmal die einzigartige Atmosphäre im Alexandra Palace erleben möchten: „Man muss schnell sein und darf sich nicht ewig mit der Platzwahl aufhalten – einfach schauen, welches Datum passt. Klar gehört auch etwas Glück dazu. Aber: An den Spieltagen selbst kommen immer wieder Tickets zurück. Da bekommt man im Regelfall nochmal zwei oder drei Karten.“