Lokales FD 02.12.2025

13. Schilddrüsentag – Vorträge im Herz-Jesu-Krankenhaus

Fulda (pm/gü) – Die Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda lädt zum Arzt-Patientenseminar am Mittwoch, 3.Dezember, um 17 Uhr ins Foyer ein. Betroffene und Interessierte können sich über Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenfunktionsstörungen und Schilddrüsenknoten in Vorträgen informieren.

Symbolfoto: Pascal Fischer

Die Schilddrüse ist zwar im Verhältnis zu anderen Organen des Körpers mit einem Volumen von circa 20 bis 25 Millilitern relativ klein, spielt aber als hormonproduzierende Drüse eine große Rolle für den Energiestoffwechsel und den Gesamtorganismus. Hormone sind Botenstoffe, die an verschiedenen Organen im Körper Wirkungen auslösen. Dabei reicht der Einfluss der Schilddrüsenhormone vom Knochenstoffwechsel über psychische Reaktionen, Verdauung, Körpertemperatur bis zur Herzfrequenz. Darum haben sowohl Über- wie Unterfunktionen eventuell weitreichende Konsequenzen. Symptome am Herz-Kreislaufsystem, Magen-Darm-Trakt, psychische wie physische Befindlichkeitsstörungen sind oft unspezifisch und bedürfen daher gegebenenfalls der diagnostischen Sicherung.

Unabhängig von Funktionsstörungen kann die Schilddrüse durch morphologische Veränderungen, beispielsweise einer Vergrößerung oder Knotenbildung, auffällig sein. Circa 25 bis 30 Prozent der Erwachsenen sind in Deutschland betroffen. Der Befund bösartiger Veränderungen der Schilddrüse ist mit zwei bis fünf Prozent aller Knoten selten, wird aber oft letztlich erst als Zufallsergebnis nach einer Operation in der feingeweblichen Untersuchung entdeckt. Bei den morphologischen Veränderungen der Schilddrüse kann unter Umständen eine Operation angezeigt sein. Hauptgründe für eine Operation sind eine nachgewiesene oder verdächtige Bösartigkeit, mechanische Behinderungen wie Luftnot, Engegefühl, Schluckbeschwerden oder spezielle Überfunktionserkrankungen, wenn eine Radiojodtherapie nicht infrage kommt.

Die Zahl der Operationen ist im letzten Jahrzehnt stetig rückläufig, letztlich auch aufgrund exakterer Diagnostikmöglichkeiten. Derzeit werden jährlich in Deutschland circa 75.000 Schilddrüsen-Operationen durchgeführt. Im Falle des Nicht-Operierens, sollte jedoch die regelmäßige beobachtende Verlaufskontrolle einmal im Jahr erfolgen. Das Operationsausmaß richtet sich nach dem morphologischen Befund, wobei nach den aktuellen Leitlinien die Indikation seitengetrennt erfolgen soll. Eventuell ist nach einer Schilddrüsen-(Teil-)Entfernung, abhängig vom Ausmaß des entfernten Schilddrüsengewebes, eine Substitution von Schilddrüsenhormonen in Tablettenform erforderlich.

 

Drei Vorträge

Dr. med. Christian Berkhoff (Chefarzt der Allgemein-, Viszeral-, Minimal-invasiven Chirurgie am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda) thematisiert, wann Schilddrüsenknoten beobachtet und kontrolliert oder notwendigerweise operiert werden müssen. Dr. med. Carsten Körber (Diagnostikum Nuklearmedizin Fulda) berichtet des Weiteren über Mythen und Fakten von Hashimoto-Thyreoiditis. Dr. med. Andreas Grimme (Oberarzt der Allgemein-, Viszeral-, Minimal-invasiven Chirurgie am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda) schildert einen Erfahrungsbericht über Schilddrüsenchirurgie unter ungewohnten Bedingungen auf den Philippinen. Im Anschluss an die Informationsveranstaltung stehen die Referenten gerne für Fragen zur Verfügung. Alle Interessierten sind herzlich zu der kostenlosen Veranstaltung eingeladen.