Zur Begrüßung würdigte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld die Bedeutung des Buches für das historische Selbstverständnis der Stadt Fulda. Er dankte Dr. Thomas Heiler ausdrücklich für dessen Engagement über das dienstliche Maß hinaus: „Es ist etwas ganz Besonderes, wenn jemand nicht nur historisch fundiert arbeitet, sondern Geschichte auch so vermittelt, dass sie Neugier weckt und für eine breite Bevölkerung verständlich wird“, so Wingenfeld. Gerade in einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels sei die Beschäftigung mit Geschichte ein wichtiger Anker für Identifikation mit Stadt und Region. „Geschichte ist der beste Kompass, um Orientierung für Gegenwart und Zukunft zu geben“, betonte der Oberbürgermeister.
Anschließend stellte Dr. Thomas Heiler selbst Konzeption und Idee des Buches vor. Sein Ziel sei es gewesen, Geschichte wissenschaftlich fundiert, zugleich aber anschaulich und zugänglich darzustellen: „Ich versuche, auf einer guten Quellengrundlage Geschichte für ein breites Publikum interessant, verständlich und nachvollziehbar zu machen“, erklärte Heiler.
Ursprünglich sei für das Buch der Titel „Meilensteine“ vorgesehen gewesen. Davon habe man sich jedoch bewusst gelöst. „Mir war wichtig, nicht nur die bekannten Eckpunkte zusammenzufassen, sondern gezielt Schlaglichter zu setzen – auch auf Themen, Personen und Objekte, die sonst nicht im Fokus des historischen Interesses stehen“, sagte Heiler. Der Begriff „Schlaglicht“ stehe dabei für das bewusste Herausheben einzelner Aspekte aus dem Gesamtbild der Stadtgeschichte.
Die 60 Kapitel des Buches reichen von bekannten Persönlichkeiten bis hin zu oft übersehenen Themen. So beginnt eines der Schlaglichter bereits beim Fluss Fulda selbst: „Die Fulda ist nicht nur Teil des Stadtbildes. Ohne sie hätte es vermutlich keine Klostergründung gegeben“, so Heiler. Auch weniger bekannte historische Zusammenhänge und Personen würden bewusst in den Mittelpunkt gerückt, um neue Perspektiven auf die Stadtgeschichte zu eröffnen. Darüber hinaus thematisiert das Buch auch die Arbeit im Archiv. „Manchmal gleicht historische Forschung Detektivarbeit“, erklärte Heiler am Beispiel der Deutung eines romanischen Fensters in der Friedrichstraße. Dabei würden Thesen entwickelt, die bewusst zur weiteren Diskussion und Forschung einladen: „Ob sie am Ende richtig sind, wird sich vielleicht erst bei späteren Untersuchungen zeigen.“
Das Buch sei darüber hinaus nicht chronologisch aufgebaut, sondern ermögliche einen freien Zugang: „Man kann bleiben, wo man will. Auf zwei bis drei Seiten wird jeweils ein Thema eröffnet – ideal auch für eine kurze Lektüre zwischendurch“, sagte der Autor. Ziel sei es, Leserinnen und Leser anzuregen, sich weiter mit Fuldaer Geschichte zu beschäftigen.
Abschließend dankten sowohl Oberbürgermeister Wingenfeld als auch der Autor selbst dem Parzeller-Buchverlag um Leiter Rainer Klitsch für die Umsetzung des Projekts. Mit „Schlaglichter der Fuldaer Geschichte“ liegt nun ein Werk vor, das fundierte Forschung mit anschaulicher Darstellung verbindet und die Geschichte Fuldas in vielen Facetten neu erlebbar macht – und das zu einem Preis von nur 24 Euro.
