Lokales FD 03.08.2025

Weinhaus in der Kanalstraße schließt – Ende nach zehn Jahren

Fulda (fp) – Ein Kapitel in Fulda endet: In der Kanalstraße bot das Weinhaus über ein Jahrzehnt lang einer Menge Gästen einen sicheren Hafen, einen vollen Bauch und ein stets gefülltes Glas. Doch zum 31. August schließt das Traditionsgasthaus seine Tore. Die Gründe dafür seien vielfältig, wie Betreiberin Stefanie Stock schweren Herzens berichtet.

Das Weinhaus schließt. Foto: Christine Görlich

„Wir hatten wirklich die besten Gäste der Welt“, erklärt die 59-Jährige traurig: „Wir mussten wirklich schwer schlucken in den letzten Wochen, in denen wir uns von unseren ganzen Stammgästen verabschieden mussten.“ Stock hatte 2015 gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Denis Lukman das Gasthaus übernommen und im vergangenen Jahrzehnt einen echten Fuldaer Geheimtipp daraus gemacht. 2018 wollte die Gebäude-Inhaberin die Immobilie veräußern und in neue Hände legen, was die beiden Betreiber veranlasste, selbst Eigentümer zu werden. „Wir haben das Haus gekauft, obwohl wir wussten, dass es schwer renovierungsbedürftig ist“, führt sie weiter an: „Aber ich werde auch bald 60. Da will ich mir so ein Projekt auch nicht mehr ans Bein binden.“ Dies sei aber nicht der einzige Grund, wie Stock betonte: „Wie alle, haben auch wir mit dem Personalmangel zu kämpfen. Wir haben einfach zu wenig Leute.“ Die Pandemie hätte große Auswirkungen auf den Betrieb gehabt, stellt sie heraus: „Corona hat alles verändert.“ Deshalb wird das Weinhaus nun an eine Eigentümergemeinschaft weitergegeben, die dort voraussichtlich ab November weiter eine Gastronomie aufziehen wollen. Was genau dort entsteht, sei allerdings noch nicht klar.

Nach der Schließung am 31. August wird das Weinhaus dann erst einmal saniert werden, so die scheidende Inhaberin. Der Zeitpunkt sei günstig, denn im gleichen Zeitraum, soll auch der dritte Bauabschnitt für die Erneuerungsarbeiten in der Kanalstraße starten. „Wir hoffen, dass es dann im November weitergehen kann“, sagt sie weiter. Für Stock und Lukman heißt es dann aber erstmal Abschied nehmen, auch wenn die beiden ihren Beruf nicht aufgeben werden. „Wir bleiben in der Gastronomie“, verspricht die Fuldaerin. Wo es nach der Schließung weitergeht, wollte sie allerdings noch nicht verraten.