Die weißen Zelte stehen und an der Bühne hängen schon die Scheinwerfer. Neben der Statue des Spätlesereiters stehen noch Kisten und an den Ständen sind die Mitarbeiter mit dem Aufbau beschäftigt. Bisher sei alles ohne Probleme verlaufen, jetzt müsse nur noch das Wetter halten, hofft Mit-Veranstalterin Isabell Hahner. „Wenn es so wird, wie heute und sich der Tag sonnig entwickelt, ist alles super“, sagte sie am Montagnachmittag, fügt aber lachend hinzu: „Aber im absoluten Notfall, wenn es fünf Grad werden, holen wir auch den Glühwein raus.“
In diesem Jahr wird im Schlosshof ein besonderes Jubiläum gefeiert. Die Entdeckung der Spätlese vor 250 Jahren war auf den Fehler eines Boten von Schloss Johannesberg im Rheingau zurückzuführen. Der hatte nach dem Einholen der Ernteerlaubnis vom zuständigen Fürstabt in Fulda auf der Rückreise zu seinem Herren so gravierende Verspätung, dass bei seinem Eintreffen auf Schloss Johannesberg, die Trauben an den Reben bereits völlig verschrumpelt waren. Die Winzer kelterten diese trotzdem und erfanden so eine völlig neue Weinsorte: Die Spätlese.
Für das Jubiläum wird dieses Ereignis wieder zum Leben erweckt, berichtet Hahner. Der Weingutleiter von Schloss Johannesberg, Stefan Doktor, wird sich mit einem mit Trauben befüllten Rucksack auf sein Rennrad schwingen und die zirka 180 Kilometer lange Strecke aus dem Rheingau nach Fulda auf diese Weise zurücklegen. „Wir erwarten ihn am letzten Samstag hier auf dem Weinfest“, freut sich Hahner über die Aktion und fügt lachend hinzu: „Nun darf er nicht den selben Fehler machen, wie sein historisches Vorbild, sonst kommt er zu spät.“ Doktor werde darstellend die Erlaubnis für die Spätlese bei Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld abholen.
Schon bevor der moderne Spätlesereiter auf seinem Drahtesel ankommt, können sich die Gäste vom 27. August bis 6. September jeweils mittwochs bis samstags ein tolles Programm im Schlosshof erleben. Neben einer Auswahl erlesener Weine wird es auch ein kulinarisches Angebot geben, dafür sorgen die Weinfest GbR mit Firma Wein-Schmitt und Weinhändler Jupp Hahner sowie die Weingesellschaft, die Heimat und das Catering-Team Zur Linde. Zudem gibt es täglich wechselnde Live-Musik und sogar ein Gratis-Bachata-Tanzkurs mit der „Latin Dance Community Fulda“ ist geplant. „Wir haben unter der Woche eher softere Musik und am Wochenende gibt es Party“, erläutert Hahner: „Quasi Mittwoch und Donnerstag ‚After-Work‘-Feeling und am Freitag und Samstag lassen wir es krachen.“ Zum Auftakt am Mittwoch kommt die Musik von Jerry James and The Jets und das Fest wird offiziell eröffnet. „Wir erwarten den OB als Schirmherren, eine Weinkönigin aus dem Rheingau und eine Weinprinzessin aus Franken“, kündigt Hahner an.
