Immer wieder stimmen sich Xhevahira Preu und Johannes Diegel über ihre Funkgeräte ab, geben sich Hinweise, sagen, was sie beobachten. Mit dem ein oder anderen Autofahrer suchen sie das direkte Gespräch, verweisen auf die geltenden Vorschriften und stoßen auf Einsicht – allerdings nicht immer. „In diesem Beruf erlebt man jeden Tag etwas Neues. Wir wissen nie, was uns erwartet und das macht diesen Job so unglaublich spannend und interessant“, schwärmt Xhevahira Preu. Gerade als Preu und Diegel zu den nächsten Parkreihen weiterziehen wollen, werden sie von einer älteren Frau um Hilfe beim Lösen eines Parkscheins gebeten. Freundlich erklärt Johannes Diegel die Funktionen des Automaten und wünscht schließlich einen schönen Tag.
„Wir repräsentieren die Stadt Bad Hersfeld. Wir begegnen den Menschen, auch wenn sie gerade einen Fehler begangen haben, immer freundlich und höflich. Wenn jemand eine Frage hat, sind wir selbstverständlich ansprechbar und hilfsbereit“, erklärt Diegel. Das kann auch mal schwerfallen, erzählen die beiden Ordnungspolizisten, denn nicht selten reagieren Personen uneinsichtig und unfreundlich auf die Hinweise der Verwaltungsmitarbeitenden. „Aber es gibt nun mal Regeln im Straßenverkehr und unser Job ist es dafür zu sorgen, dass die Menschen diese Regeln auch einhalten“, ergänzt Preu.
Weiter geht es bei der Kontrolle der Parkscheine. Aber schnell wird klar: Erstmal eine Aufgabe abschließen, bevor sich dem nächsten Thema gewidmet wird, ist für die beiden Ordnungspolizisten nicht drin. Immer wieder werden sie unterbrochen, müssen schnell und spontan auf Ereignisse reagieren, Fragen beantworten oder unvorhersehbare Probleme lösen. „Wir müssen flexibel reagieren können, unsere Umgebung ständig im Blick behalten und dabei immer konzentriert bleiben“, sagt Xhevahira Preu. Manchmal kommt es auch vor, dass die Ordnungspolizei der Stadtverwaltung vor Herausforderungen gestellt wird, die sie selbst nicht lösen kann. Auch an diesem Tag.
Beim Durchgehen der Parkreihen auf dem Marktplatz entdecken die beiden einen Hund auf der Rücksitzbank eines Autos sitzen. Zwar sind die Fenster ein kleines Stück geöffnet, doch in der Mittagssonne heizt sich das schwarze Auto schnell auf. Ein Fall für die Hessische Landespolizei. Xhevahira Preu fragt um Rat, beschreibt die Situation, gibt das Kennzeichen durch. Die beiden Ordnungspolizisten sollen die Lage beobachten. Sie ziehen erst einmal weiter und schauen einige Minuten später nochmal nach dem Rechten – das Auto ist weg.
Beruhigt ziehen sie weiter in Richtung Fußgängerzone, die letzte Station für diesen Tag. Hier wollen Xhevahira Preu und Johannes Diegel Fahrrad- und Scooter-Fahrer kontrollieren. Jede Kontrolle ist nur eine Momentaufnahme – an diesem Tag verwarnen sie nur einen einzigen E-Scooter-Fahrer. Dass viele andere Zweiradfahrerinnen und -fahrer ohne Strafe davonkommen, liegt schlicht daran, „dass wir nicht immer überall sein können“, so Preu.
