Begonnen wurde der Rundgang auf dem Aschenbergplatz, direkt vor dem „Bürgerzentrum“, welches als „Mehrgenerationenhaus“ von der AWO geleitet wird. Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Michael Ruppel und den CDU-Ortsvereinsvorsitzenden David Köpsell ging Bürgermeister Dag Wehner auf die besonderen Herausforderungen des Stadtteiles Aschenberg ein: „Hier ist ein wirklich besonderes städtisches Quartier.“ Mit seinen 8500 Einwohnern sei der Aschenberg, anders als die Stadtteile mit Ortsbeirat, ohne gewachsene Strukturen und sei weiter „gekennzeichnet durch Bewegung in der Bevölkerung“. Das Quartier liege aber heute mit der Kriminalitätsrate „unter dem städtischen Durchschnitt“ – deshalb wurde auch von der Polizei schon vor Jahren die dortige Wache aufgelöst. Schon früh sei Aschenberg durch das Programm „Soziale Stadt“, heute „Sozialer Zusammenhalt“, gefördert worden. Aus dieser Zeit stammt auch das, 2008 zuletzt modernisierte, Bürgerzentrum. Vergangenes Jahr war es wieder in einem, kurzfristig aufgelegten, Bundesprogramm der damaligen Ampel-Regierung angemeldet. Trotz der fertiggestellten Planunterlagen, welche mit Bürgerbeteiligung erstellt wurden, erhielt Fulda nicht den Zuschlag. Wehner hatte Verständnis, dass nach der Bürgerbeteiligung manche fragen: „Wann geht es los?“ Ohne Förderung sei dies kurzfristig in den kommenden Jahren aber noch kein Thema – das städtische Gebäudemanagement behalte es aber im Blick angesichts der sich ändernden Anforderungen an solche Häuser im Laufe der Jahre.
Ein weiterer Wunsch am Aschenberg ist ein eigener, auch für den Spielbetrieb zugelassener, Sportplatz für den SV Aschenberg United. Michael Ruppel bedauerte es, dass trotz Einladung kein Vertreter des Vereins anwesend war: „Innerhalb des Areals hier oben befinden sich der Bolzplatz, ein Spielplatz und ein Skaterpark. Aschenberg United nimmt mit einer Mannschaft am Ligabetrieb teil und hat den Wunsch geäußert, direkt in seinem Heimatquartier auch spielen zu können.“ Momentan wäre der Platz zu klein, weiter fehlen Umkleiden und Duschen sowie gegebenenfalls Flutlicht. Wehner bestätigte, dass dies seit sechs bis sieben Jahren schon Thema der Stadt sei – momentan spielt und trainiert der Verein auf dem Kunstrasenplatz der Buchonia im Fuldaer Norden. Ein Umbau des Bolzplatzes sei aber frühestens 2029 möglich – erst dann läuft die Zweckbindung des durch das Programm „Soziale Stadt“ geförderten Bolzplatzes nach 25 Jahren aus. Noch prüfe das Stadtbauamt die Machbarkeit. „Von Planungen zu reden ist verfrüht“, so Wehner. Auch von Seiten des Vereins sei die Dringlichkeit nicht so groß, auch angesichts dessen finanzieller Möglichkeiten: „Was die Stadt machen kann, ist die Erweiterung, wir reden da von wenigen Metern, sowie der Bau von Duschen und Umkleiden. Weitere Infrastruktur, wie ein Funktionsgebäude und Möglichkeiten Bratwurst und Getränke anzubieten liegen dann in der Verantwortung des Vereins, wie bei anderen Sportvereinen auch.“ Geprüft werden müsse dabei auch die Parkplatzsituation und die mögliche „Lichtverschmutzung durch eine Flutlichtanlage“. Von Stadtrat Grauel wurde an dem Gelände angemerkt, dass die öffentliche Toilettenanlage schon seit längerem verschlossen sei: „Wenn wir sie haben, sollte sie auch zugänglich sein.“
Es gibt aber auch Dinge, die sich zeitnah ändern am Aschenberg. Im Oktober wird die Tafel in die Räume des ehemaligen Supermarkts im Keller des Bürgerzentrums einziehen. Vorsitzender Stefan Schunck gab einen Überblick über den Verein, welcher außer einer hauptamtlichen Mitarbeiterin nur von Ehrenamtlichen getragen wird: „Wir sehen uns hier als Teil des Quartiers. Momentan versorgen wir 1500 bis 1600 Menschen mit Lebensmitteln, die mit fünf Transportern bei 50 bis 60 Händlern, Bäckern und weiteren Versorgern abgeholt und so vor dem Verderb bewahrt werden.“ Auf der Strecke der Begehung lag auch der im vergangenen Jahr eingeweihte Bewegungspark. „Ein Leuchtturmprojekt in Hessen“, so Ruppel. Elvira Storch vom Behindertenbeirat der Stadt war intensiv in die Planungen eingebunden: „Von Seiten des Beirats sind wir froh und dankbar, dass so etwas Gutes entstanden ist.“ Auf die Kritik einer anwesenden Mutter hin, dass eine vorher vorhandene Schaukel nicht mehr da sei, wurde von Ruppel versprochen zu erkundigen, ob sich das ändern ließe: „Um solche Anregungen zu bekommen machen wir die Begehungen.“ Seinen Abschluss fand der Abend wieder auf dem Aschenbergplatz – bei Getränken, von David Köpsell gegrillten Würstchen und angeregten Gesprächen.
