Lokales FD 22.08.2025

Shahid Alams „Kalligrafie als Brücke der Kulturen“: Ausstellung in Fulda

Fulda (pm/fp) – Werke der Kalligrafie (die Kunst des schönen Schreibens) in arabischer Schrift – für Shahid Alam sind sie mehr als prachtvolle Ornamente. Die unterschiedlich großen Darstellungen wollen ein Beitrag des Künstlers sein zum Dialog der Kulturen und der Religionen. Bei einem Akademieabend der Katholischen Akademie führte Professor Paul Imhof in die Werke des aus Pakistan stammenden und weltweit bekannten Künstlers ein.

Der Künstler Shahid Alam (links) und Professor Paul Imhof neben einem Werk, das Schillers „Ode an die Freude“ in arabischer Sprache zeigt. Fotos: Katholische Akademie im Bistum Fulda

Shahid Alam (links) und Professor Paul Imhof bei einer Darstellung, in dessen Mitte der arabische Namen von Jesus, „Isah“ steht.

„Die Unendlichkeit“ nennt Shahid Alam dieses großformatige Kunstwerk.

„Shahid Alam ist ein Brückenbauer zwischen den Kulturen. Seine Bilder sind ‚Gebete‘ – vor allem für ein friedliches Miteinander“, sagte Akademiedirektor Gunter Geiger in seiner Begrüßung. Für den Referenten des Abends, den Theologen und Journalisten Professor Imhof, sind die kalligrafischen Werke wie „Ikonen“.

„Kunst ist in Freiheit geschaffene Natur“, betonte Imhof. Wo von einem Staat die Freiheit unterdrückt werde, gebe es keine Kunst. Das hat auch Alam in seiner pakistanischen Heimat erfahren. Das über 1000-jährige Erbe der Kalligrafie sei dort inzwischen fast verschwunden, bedauert der Künstler.

Schon in seiner Kindheit beschäftigte sich Alam mit Kalligrafie, die er in der Schule erlernte, und entwickelte später in Deutschland seinen eigenen Stil, an dem seine Werke heute weltweit erkennbar sind.

Neben Texten aus dem Koran (Heilige Schrift des Islam) finden sich in Alams Werken auch Texte aus dem Alten und Neuen Testament – in arabischer Übersetzung. Denn alle Werke des Künstlers sind in arabischer Schrift gestaltet. So zeigt eine Darstellung ein braunes Kreuz und darauf in goldenen Linien „Isah“, das arabische Wort für Jesus. Aber auch Schillers berühmte „Ode an die Freude“, ein Gedicht von Rainer Maria Rilke oder das Friedensgebet des heiligen Franz von Assisi sind in arabischer Übersetzung Teile der Ausstellung.

Neben Texten aus dem Koran (Heilige Schrift des Islam) enthält Alams Werk auch Passagen aus dem Alten und Neuen Testament, alle in arabischer Übersetzung. So zeigt eine Darstellung ein braunes Kreuz mit dem arabischen Schriftzug „Isah“ für Jesus. Auch Schillers „Ode an die Freude“, Rilkes Gedichte oder das Friedensgebet des heiligen Franz von Assisi sind in arabischer Übersetzung Teil der Ausstellung.

Alam weist darauf hin, dass sich ein zentraler Text für die arabische Kalligrafie in der Sure 31 des Koran findet. Er zeigt ein großformatiges Werk. Darin heißt es: „Und wären alle Bäume auf Erden Schreibrohre, das Meer dazu die Tint“, und dazu die sieben Meere, es würden nie erschöpft die Worte Gottes. Denn Gott ist machtvoll weise.“

Zum Stichwort „Tinte“, einem der Basisstoffe der Kalligrafie, verweist Prof. Imhof auf eine christliche Darstellung im Hildesheimer Dom: Die Statue „Maria mit dem Tintenfass“, zeigt Maria mit einem Tintenfass in der Hand, während der kleine Jesus auf ihrem Arm Federkiel und Schreibtäfelchen hält. Bei dieser Ausstellung werden erstmals fünf Tafeln gezeigt, deren Texte Prof. Imhof selbst ausgewählt hat. Sie waren beim Akademieabend hinter ihm aufgestellt und enthalten Zitate aus der Apokalypse des Johannes. Imhof erinnerte dabei an ein Gespräch mit Muslimen, die mehr über Jesus erfahren wollten. Dabei stellte sich heraus, dass die Texte der Apokalypse auch Gemeinsamkeiten mit dem Koran aufweisen.

Besonders deutlich wird, dass in allen drei monotheistischen Religionen die Friedensbotschaft zentral ist: „Salam aleikum“ auf Arabisch, „Shalom alechem“ auf Hebräisch und „Friede sei mit euch“ im Christentum – jeweils Ausdruck des gleichen Wunsches nach Frieden und Versöhnung. Die fünf Tafeln befassen sich mit den fünf ägyptischen Königsnamen, die Jesus nach Apokalypse 1, 5 – 7 gegeben werden.

Auf Wunsch einer Teilnehmerin las Alam den arabischen Text vor, sodass die Werke nicht nur betrachtet, sondern auch der Klang der arabischen Sprache erlebbar wurde. Die Ausstellung mit den Werken von Shahid Alam ist noch bis 25. September zu den Öffnungszeiten im Bonifatiushaus zu sehen. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Webseite der Katholischen Akademie unter www.katholische-akademie-fulda.de.