Lokales FD 18.08.2025

Schülerzahlen gestiegen – Medien- und Demokratiebildung im Fokus

Fulda (gü) – Im Schulamtsbezirk Fulda starten in dieser Woche 21.051 Schülerinnen und Schüler (ohne Berufliche Schulen) ins neue Schuljahr, das sind 114 mehr als im vergangenen Jahr. Insgesamt 2287 Kinder werden in die Grundschule oder Vorklassen eingeschult. Über diese Zahlen und inhaltliche Themen, wie die Smartphone-Schutzzonen, Medienbildung und Werte- und Demokratiebildung informierte das Staatliche Schulamt Fulda am Montag bei einem Pressegespräch.

Von links: Janet Grätz-Tümmers, Christian Pießnack und Marion VanCuylenburg. Foto: Jasha Günther

Im Schulamtsbezirk Fulda gibt es 101 Schulen – 86 öffentliche und 15 private. Insgesamt sind die Schülerzahlen im vergleich zum Vorjahr gestiegen. Den größten Zuwachs gibt es bei den Gymnasien Sek I (+98) und den Realschulen (+90). Auch an den Grundschulen (+56) und der Förderstufe (+53) stiegen die Zahlen. Einen deutlichen Rückgang  an Schülern (-147) gab es in den Intensivklassen zu beobachten, auch in der Sek II der Gymnasien sind es in diesem Jahr weniger Jugendliche (-79). „Wir haben deutlich gemerkt, dass die Zuläufe nicht deutschsprachiger Schülerinnen und Schüler rückläufig sind“, sagte Amtsleiterin Marion VanCuylenburg. Die Zahl derer, die von den Intensivklassen in Regelklassen wechsle, nehme zu. Die Förderung werde auch nach diesem Wechsel weitergeführt, stabilisierend in anderer Form als in den Intensivklassen.

Eingeschult werden in diesem Schuljahr 2287 Kinder. Die geringste Zahl an Erstklässlern gibt es in der Grundschule Hessisches Kegelspiel in Großentaft mit neun Kindern. Auch an anderen kleinen Schulen sind es zum Teil nur zehn oder elf neue Erstklässler. Die meisten ABC-Schützen gibt es an der Cuno-Raabe-Schule Fulda (101), der Don-Bosco-Schule Künzell (90) und der Florenbergschule Pilgerzell (77). Diese gehören zusammen mit der Bonifatiusschule Fulda und der Paul-Gerhardt-Schule Hünfeld auch zu den insgesamt größten Grundschulen im Schulamtsbezirk. Die Kleinsten Grundschulen sind die Astrid-Lindgren-Schule Hettenhausen (34 Kinder), die Grundschule Hessisches Kegelspiel (38) und die Grundschule am Langenberg Müs (41).

Neben der Zahl der Schüler ist auch die der Lehrer gestiegen. Dort konnte in Zuwachs von 17 Stellen verzeichnet werden. Die insgesamt 1955 Lehrerstellen im Schulamtsbezirk werden von 2657 Personen besetzt, das sind 79 mehr als im Vorjahr. Gelungen ist dies unter anderem durch schulamtsübergreifende Versetzungen, aber auch Personen, die früher oder mit mehr Stunden aus der Elternzeit zurückkommen, den Einsatz von Pensionären und die Qualifizierung von Quereinsteigern. So könne auch in diesem Schuljahr von einer stabilen Unterrichtsversorgung ausgegangen werden, kündigte VanCuylenburg an. Zuwachs gibt es auch beim Schulpsychologischen Dienst, wo eine zusätzliche 75-Prozent-Stelle geschaffen wurde. Das wachsende Team ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit mit den Schulen. „Wir haben jeder unserer öffentlichen Schulen das Angebot gemacht, regelmäßig präsent zu sein“, sagte Schulpsychologin Janet Grätz-Tümmers. Damit will das Team sichtbarer werden und auch noch niederschwelliger ansprechbar werden. Was in dieser Zeit angeboten werde, richte sich ganz nach den Bedarfen der Schule. Der schulpsychologische Dienst ist nicht nur für Schüler da, sondern steht auch Lehrkräften und Eltern beratend zur Seite und kann beispielsweise kann schulinterne Fortbildungen durchführen.

 

Smartphone-Schutzzonen und Medienbildung

„Wir vermitteln nicht nur Wissen, sondern Werte, Kompetenzen und soziale Fähigkeiten, die für die persönliche Entwicklung unserer Kinder unerlässlich sind“, zitierte VanCuylenburg den Hessischen Bildungsminister Armin Schwarz. „Natürlich ist das Kerngeschäft der Unterricht, aber in den vergangenen Jahren kamen auch mehr erzieherische Aufgaben hinzu“, fügte die Amtsleiterin an. Die landesweit eingeführten Smartphone-Schutzzonen seien für die Region nichts Neues, auch wenn jede Schule es bislang etwas unterschiedlich gehandhabt habe. Eine gezielte Medienbildung sei wichtig. „Es ist unerlässlich, dass auch die Schulen dazu beitragen, Medienkompetenz zu schaffen. Es braucht aber auch die Eltern“, machte VanCuylenburg deutlich. Das Land stelle sowohl für Lehrkräfte, als auch für Eltern Informationen auf unterschiedlichen Wegen zur Verfügung. Auch das Schulamt selbst ist an dem Thema schon länger dran. An sechs Pilotschulen gibt es für fünfte und sechste Klassen zwei Stunden Unterricht pro Woche unter dem Oberthema Digitale Welt, über das Medienzentrum werden eigene Fortbildungen angeboten, es gibt eine eigene Materialsammlung und Übersichten zu Programmen zur Medienbildung. Unter anderem über das Projekt Digital Natives wird eng mit der Polizei zusammengearbeitet und auch für Lehrer und Schulleitungen gibt es seitens der Polizei Informationen, zum Beispiel dazu, wie damit umgegangen werden sollte, wenn auf Geräten von Schülern Inhalte auftauchen, die dort nicht hingehören.

 

Schwerpunkt Werte- und Demokratiebildung

Als wichtiger Beitrag zur Stärkung der Gesellschaft, soll Werte- und Demokratiebildung in den Schulen fächerübergreifend noch mehr in den Fokus genommen werden. „Auch in unserem Schulamtsbezirk haben wir schon im vergangenen Jahr einige Initiativen gestartet“, sagte Christian Pießnack, im Schulamt unter anderem zuständig für Gymnasien, Gesamtschulen und den Übergang in die fünfte Klasse. Die Wertvoll-Tour des Landes, die im Februar an der Wigbertschule gestartet wurde, sei so gut angekommen, dass die Schule noch eine eigene Veranstaltung in ähnlichem Stil nachgeschoben habe. In den Intensivklassen mit Schülerinnen und Schülern aus ganz verschiedenen Kulturkreisen gehöre Wertevermittlung und das Vermitteln der Pfeiler der freiheitlich, demokratischen Grundordnung ohnehin fest in den Stundenplan. In einem Austauschforum werde die Vernetzung unter den Lehrkräften gefördert und auch in Grundschulen komme das Thema immer mehr. „Wir können mit Fug und Recht sagen, dass sich das Schulklima positiv verändert“, zog Pießnack eine erste Bilanz der Auswirkungen von Projekten an Schulen. Das Gelernte finde in den Schulalltag Einzug, zum Beispiel, wenn es um Konfliktlösung gehe. Er machte aber auch deutlich: „Wertevermittlung, Demokratiebildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht nur in den Schulen stattfinden kann.“ Die Aufgabe des Schulamts sei, den Bereich besonders zu begleiten.