Eintracht Trier feierte nach einer verkorksten Rückrunde der Vorsaison damit den ersten Regionalliga-Sieg seit Ende Februar (!), die SGB muss noch auf die ersten Punkte in 2025/26 warten.
So verhalten das Fuldaer Offensivspiel in der Vorwoche gegen die Stuttgarter Kickers (0:1) war, so effizient war es in Trier vom Start weg – was fast für eine überraschende Pausenführung gesorgt hätte. Während der SVE viel investierte, nach der Führung per Konter durch Sven König aber wenig Ertrag bekam, drehte die SG Barockstadt das Spiel mit zwei Chancen: Zunächst war es Moritz Dittmann aus dem Nichts, der auf und davon war und sich freistehend die Möglichkeit nicht nehmen ließ (26.). Danach trat Nick Berger auf den Plan, der von links von Sebastian Schmitt per scharfer Flanke bedient wurde und den Ball nur noch über die Linie drücken musste (39.). Plötzlich führte die SGB, bei der David Siebert und Hans Nunoo Sarpei ihr Startelf-Debüt feierten und für Reinhard beziehungsweise Köhler in die Startelf gerückt waren. „Gerade mit Ball war das sehr ordentlich, wir haben die Tore gut herausgespielt. Das hatte uns lezte Woche gefehlt“, sagte Trainer Daniyel Cimen.
Sarpei unterstützte Berger und Pomnitz in der Zentrale, während Siebert rechts außen unterwegs war. Korzuschek kam im 4-3-3 über links, Dittmann spielte vorne. In diesem System hatte die SGB eigentlich gut ins Spiel gefunden, verteidigte dann aber einen Konter des SVE ganz schlecht, den König mit einer Körpertäuschung und einem trockenen Schuss ins kurze Eck vollstreckte (15.). Die Eintracht war damit obenauf, verteidigte dann aber beim Ausgleich ebenso unaufmerksam und machte Fulda wieder stark. Vor dem 2:1 für die Gäste hätte es allerdings Elfmeter geben können, weil Pietro Besso nach einer Ecke wohl mit der Hand am Ball war (29.). Diesen Strafstoß gab es dann aber noch tief in der Nachspielzeit, die wegen einer Trinkpause bei fast 30 Grad im Moselstadion nötig war. Ein Freistoß traf Sarpei in der Bauchregion, er blieb zunächst liegen, doch das Gespann hatte ein Handspiel gesehen – Marceta stellte den 2:2-Pausenstand her, den zuvor schon Noah Herber zweimal im Privatduell mit dem starken Justin Duda (44., 45.+3) verpasst hatte, der direkt nach dem Seitenwechsel wieder am Fuldaer Schlussmann scheiterte (47.).
„Zur Wahrheit gehört dann auch, dass wir die Gegentore leider wieder zu einfach bekommen“, klagte Cimen entsprechend, war aber auch mit dem Elfmeter nicht ganz einverstanden: „Hans beteuert, dass er den Ball gegen die Brust, eventuell sogar in die Rippen bekommen hat. Wir mussten zur Halbzeit überlegen, ob wir wechseln, weil er schwer Luft bekam“.
Die Eintracht war nach der Pause aber das bessere Team, spielte zielstrebiger nach vorne und brachte auch gefährliche Standards vors Tor. Nach einer guten Stunde dann der zweite Knackpunkt, als die SGB gerade wieder besser ins Spiel fand: Aaron Frey musste mit Gelb-Rot vom Platz – kleinlich, aber konsequent vom Schiri, der Frey beim Elfmeter zum 2:2 wegen Meckerns verwarnt hatte. Auf die Unterzahl reagierte Cimen mit defensiven Wechseln, ehe Mateo Biondic das Tor des Tages gelang: Sein Schuss aus 23 Metern schlug im Winkel ein und Trier war wieder vorne (73.).
Die Eintracht spielte die Führung dann etwas ruhiger herunter, während die SGB nochmal offensiver werden musste: Niklas Antlitz bekam sein ersten Saisonminuten und setzte einen Freistoß aus bester Position knapp drüber (88.).
„Der Sonntagsschuss hat dann leider irgendwie zum Spiel gepasst“, bedauerte Cimen nach Abpfiff, der die Schiedsrichter-Entscheidungen gar nicht so sehr nochmal aufrollen wollte: „Klar, damit war es doppelt und dreifach ärgerlich. Aber wir stehen wieder hier, hätten drei Punkte haben können, aber haben jetzt immer noch null. Es war wieder ein Elfmeter, und ein eigener Eckball, der zum Gegentor führte. Das müssen wir knallhart ansprechen und schnellstmöglich abstellen.
Eintr. Trier: Novakovic; Heinz, Yavuz (84. Kinscher), Biondic (90. Weigelt), Marceta, König (77. Laux), Wrusch (77. Lohei), Rahn, Awassi, Spang, Herber (77. Sossah).
Barockstadt: Duda – Iljazi, Besso (82. Antlitz), Frey, Schmitt (67. Habermehl) – Sarpei, Pomnitz, Berger (59. Hillmann) – Siebert (59. Reinhard), Dittmann, Korzuschek (67. Grösch).
Schiedsrichter: Kadir Yagci (Seitingen-Oberflacht)
Tore: 1:0 Sven König (15.), 1:1 Moritz Dittmann (26.), 1:2 Nick Berger (39.), 2:2 Damjan Marceta (45.+7, Handelfmeter), 3:2 Mateo Biondic (73.)
Zuschauer: 2882
Gelb-Rote Karte: Aaron Frey (Barockstadt, 63.)
